Ein Leser schreibt unter anderem:
Zwei Meldungen bezüglich des Ukraine-Krieges haben in den letzten Tagen Unverständnis und blankes Entsetzen sicherlich nicht nur bei mir ausgelöst: der Besuch des ehemaligen Bundeskanzlers und SPD-Vorsitzenden Gerhard Schröder bei seinem alten Freund und Kriegsverbrecher Wladimir Putin im Kreml und der sogenannte Diesel-Deal von US-Präsident Donald Trump mit Putin.
Schröder und Trump sind sich bei einigen sonstigen Unterschieden vor allem darin gleich, dass sie schon immer ihr persönliches Ego über allgemeingültige Regeln und Gepflogenheiten gestellt haben; die zum Teil verheerenden Folgen ihres Handelns sind ihnen völlig egal. Ihre Faszination gilt einem Mann, der ein friedliches Nachbarland überfällt und seit Langem mit Terror und Zerstörung überzieht, Andersdenkende im eigenen Land schonungslos verfolgt und auch töten lässt sowie seit einiger Zeit auch Deutschland und andere westliche Länder auf verschiedenste Art attackiert.
Was muss in Schröder vorgehen, wenn er mit einem Diktator wie Putin feiert, der am selben Tag mal wieder ukrainische Städte bombardieren lässt und dutzenden unschuldigen Menschen den Tod und unsägliches Leid bringt? Sind dem beratungsresistenten Sturkopf seine alten Verbindungen nur wichtig, um neue Geschäfte, nunmehr als Aufsichtsratsmitglied bei der Betreibergesellschaft Hyperglobus, welche auch nachweislich russische Kriegsteilnehmer unterstützt, zu betreiben?
Bei Donald Trump stehen der Machterhalt und die Sicherung persönlicher Geschäfte über allem. Die gestiegenen Energie- und Lebensmittelpreise in den USA werden daher nicht durch den von ihm und seinem israelischen Verbündeten Benjamin Netanjahu entfachten Krieg gegen den Iran und die infolgedessen dadurch erfolgte Blockade der weltwirtschaftlich wichtigen Straße von Hormus verursacht, sondern durch die gezielten Angriffe der Ukraine auf Raffinerien in Russland. Sie erfolgen, um das Aggressor-Land zu schwächen und dieses zum Einstellen der Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur zu zwingen. Deshalb drängte Trump zuletzt auch Präsident Selenskyj zur Einstellung seiner Angriffe, nicht aber Kriegsverursacher Putin, von welchem er nun Diesel bezieht, um die avisierte Wählerschaft zu beruhigen. Dabei forderte er auch mal wieder den ukrainischen Präsidenten zum Rücktritt auf, weil dieser Chancen auf Frieden ausgeschlagen habe, Putin dagegen eine Lösung wolle; dass diese Lösung nur eine Kapitulation der Ukraine mit bedeutenden Gebietsverlusten bedeutet hätte, ist ihm da egal.
Jan Eschrich, Weimar
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