Liebe Leserinnen, liebe Leser.

Ein bisschen ist er untergegangen in diesem Jahr, der Erntedank. Es war so viel anderes los an jenem ersten Oktobersonntag. Aber für Dankbarkeit und Gerechtigkeit ist es nicht zu spät. Jetzt, da sich der Herbst von seiner goldenen Seite zeigt, können wir noch einmal darüber nachdenken, was uns da alles geschenkt und damit auch zur Verpflichtung gemacht wird.

Wenn ich übers Land gehe, sehe ich so oft Äpfel im Gras liegen. Streuobst, das offenbar nicht verwertet wird. Wie schade. Es ließe sich daraus Saft gewinnen, Mus kochen. Ist nicht Dörren und Einwecken eigentlich wieder in Mode bei denen, die sich für Nachhaltigkeit und Natur einsetzen?

Am meisten schmerzt es mich, wenn ich sehe, in welchen Mengen Lebensmittel weggeworfen werden. „Wer nie sein Brot mit Tränen aß“ – so dichtete einst Johann Wolfgang von Goethe. Da steht alles drin, was wir wissen müssen, wenn es um Gerechtigkeit geht. g.sommer@tlz.de