Ein Leser schreibt:
Es ist gut, daß Sie ein Gespräch über die Bausoldaten der NVA im Rahmen des Artikels „Gewissensfreiheit darf keine Nebensache sein“ geführt haben, denn viele werden nicht mehr wissen, was Bausoldaten sind beziehungsweise waren.
Zwei Dinge möchte ich anmerken. Man hätte erwähnen sollen, dass die Existenz dieser Bausoldaten ein Positivum war, weil ausschließlich in der DDR im Rahmen des Warschauer Vertrages der Dienst mit der Waffe verweigert werden konnte.
Wenn Professor Spehr zum Schluss sagt: „Tatsächlich sah die Wirklichkeit in der DDR anders aus: Wer sich nicht staatskonform verhielt, musste mit Repressalien und Diskriminierung rechnen“, so ist das natürlich richtig. Ich hätte mir aber noch eine Zusatzbemerkung gewünscht: Es kommt im Leben nicht darauf an, sich vor Repression und Diskriminierung zu schützen.
Mehr Mut zur Nonkonformität ist angesagt. Das gilt heutzutage genauso. Mein Vater sagte mir: Wir gehören zu der Sorte Menschen, die sich wie bei Kaiser Nero eher verbrennen lassen, als ihren Glauben zu verleugnen.
So habe ich die Jugendweihe verweigert und konnte trotzdem studieren. Die Diskriminierung bestand für mich darin, daß ich mehrmals zu einer strengen Anhörung zum Schuldirektor bestellt wurde, was in dem jugendlichen Alter nicht leicht war. Mein Vater sagte: Wenn du nicht studieren darfst, dann studierst du eben nicht, so einfach ist das.
Peter Malischewsky, Jena
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