Liebe Leserinnen, liebe Leser.

Genau mein Humor: „Achtsam jammern – sympathisch klagen und gelassen zuhören“. So lautet der Titel eines „Spiegel-Bestsellers“ von Autorin Daniela Nagel.

Sie hat, lese ich in der Berichterstattung über einen offenbar vergnüglichen Leseabend mit ihr, die Welt in verschiedene Nörgler-, Nöhl- und Motztypen eingeteilt: Der „gewohnheitsmässige Dauernörgler“ findet überall was zu nöhlen: die Jugend, das Wetter, den Verkehr, die Teuerungen regen ihn auf. Der „unverbesserliche Beschwerdeeinreicher“, der wegen Kleinigkeiten den Aufstand probt, versuchte so die Aufwertung des eigenen Ego zu erreichen, heißt es. Unangenehm, weil feige sind die „Partnerschaftsjammerer“, die sich stets bei anderen ausheulen, statt zuhause für Klartext zu sorgen.

Und woher rührt das alles? Die Autorin sagt: Erziehung spiele eine große Rolle, manche hätten von den Eltern die „Jammerkultur“ gelernt. g.sommer@tlz.de