Ein Leser schreibt:

Mit Interesse habe ich den lesenswerten Artikel „Thüringer FDP ringt um Führung“ mit den abschließenden Worten zur Frage, „wofür die FDP in Thüringen noch stehen will“, zur Kenntnis genommen. Bedauerlicherweise scheinen die Ausführungen einer erneuten gewissen innerparteilichen Realität ziemlich nahegekommen zu sein; haben mich aber nicht ohne berechtigte Hoffnung auf Besserung zurückgelassen. Irgendwie erinnert mich der Auftakt zur Kandidatenkür – nicht nur mich – an die bekannte Comicserie Mosaik mit dem Titel „Jeder einmal Vizekönig von Peru“ vom Januar 1963.

Bemerkenswert ist der von einem der beiden Kandidaten öffentlich als dumm und unsachlich zitierte Beitrag zur geäußerten Kritik des (noch) amtierenden und glückfreien Landesvorsitzenden Torsten Klöppel über die Koalition in Thüringen (CDU, SPD und Thüringen.Gerecht) unter Einbindung der Linken. Dazu kommt das Eintreten desselben Kandidaten für ein bestimmtes – nach meinem derzeitigen Befinden – weiterhin in luftiger Höhe schwebendes Parteiverbotsverfahren.

Der anhaltende Schmusekurs im Thüringer Landtag mit einer zahnlosen Opposition wirft in der offenen Parteienlandschaft der Bundesrepublik Deutschland vor allem ein grelles Schlaglicht auf die viel beschworene Brandmauer! Auch wenn ursprünglich vermutlich niemand die Absicht hatte, diese Mauer zu bauen, wurde und wird diese bewusste Mauer – mehr oder weniger – durchschaubar umgangen.

Statt sich öffentlichkeitswirksam untereinander zu beharken, muss in der Thüringer FDP endlich wieder nach außen sichtbare Geschlossenheit den Vorrang haben; mit zeitlichem Abstand gesehen, galt dies zumindest während meiner aktiven Zeit.

Bevor es nach Satzungsänderungsanträgen auf dem Landesparteitag zur Wahl eines beziehungsweise einer Landesvorsitzenden kommt, sollten sämtliche Kandidaten ihre Anträge nicht nur überzeugend vortragen, sondern auch beschließen lassen. Dann könnte das für die FDP in Thüringen vielleicht ein erster Schritt in Richtung der 2029 erfolgreich zu absolvierenden Landtagswahl sein.

Hans-Jürgen Ulonska, Erfurt

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