Einst gehörte das Restaurant „Hacienda Mexicana“ im Saalfelder Ortsteil Wöhlsdorf zum „Königreich Deutschland“ von „König Peter I.“ - jedenfalls aus Sicht des Wirtes. Mit einem Schild informierte er darüber seine Gäste. Die bekamen bisweilen auch Bewirtungsrechnungen ausgestellt, auf der keine Mehrwertsteuer ausgewiesen war. Am 3. August 2021 erteilte das Landesverwaltungsamt Thüringen (TLVwA) dem „Hacienda Mexicana“ daher eine Gewerbeuntersagung. Zuletzt standen das Restaurant und der Saal zum Verkauf.
Bauantrag für eine Gaststätte mit Tanzveranstaltung
Nun taucht der Name „Hacienda Mexicana“ wieder aus der Versenkung auf - und zwar auf der Tagesordnung der kommenden Sitzung des Saalfelder Bau- und Wirtschaftsausschusses am Mittwoch, ab 16 Uhr im Saalfelder Behördenhaus Markt 6. Wer bei der Lektüre der Tagesordnung bis zum Punkt 6.4 vordringt, der stößt auf dies: „Bauantrag Gaststätte mit Tanzveranstaltungen - Wiedereröffnung des Veranstaltungssaales der „Hacienda Mexicana“, Wöhlsdorf“.
Der Saal des „Hacienda Mexicana“ hat Platz für etwa 200 Personen und war in der Region als Discothek „Prinz“ bekannt. Diese Redaktion berichtete etwa im Jahr 2013 von Umbau-Maßnahmen und einem „neuen kulturellen Konzept“ des neuen Wirtes. Dieser offerierte zunächst Kabarett, Tanztee und Travestieshows. Tatsächlich begann eine Zeit, in der die Location immer häufiger Treffpunkt von Rechtsextremisten und Reichsbürgern wurde.

Dort traten AfD-Größen wie Björn Höcke und Alice Weidel auf. Bundesweite Aufmerksam erfuhr die Wöhlsdorfer „Rechtsaußen-Gastronomie“ auf Grund eines „Arbeitstreffens“ des Stuttgarter Querdenken-Initiators Michael Ballweg mit Peter I. „König von Deutschland“ im November 2020. Nicht wenige Beteiligte und Beobachter waren später der Ansicht, dass sich die Querdenken-Bewegung in Saalfeld-Wöhlsdorf einen irreparablen Ansehensschaden zuzog, gilt doch ein selbsternannter König in der Bundesrepublik des Grundgesetzes nicht eben als seriöser Ansprech-Partner, die Redaktion berichtete auch hier.
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Nun soll im Saal in Wöhlsdorf wieder getanzt werden. Ob der Bauausschuss dem sein gemeindliches Einvernehmen erteilt, erfahren die Besucher der öffentlichen Sitzung am Mittwoch. Weitere spannende Tagesordnungspunkte sind etwa angekündigte Information zu den Planungen für die Renaturierung des Köditzbaches, der Bauantrag für eine Außenwerbeanlagen für den REWE-Markt an der Rathenaustraße im Ortsteil Gorndorf und der Bauantrag für den Neubau eines barrierefreien Wohn- und Geschäftshauses in der Kulmbacher Straße.



