Der beste Ketchup Deutschlands kommt aus dem Ilm-Kreis: Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest, die unter der Überschrift „Nicht alles eine Soße“ 23 Ketchups miteinander verglichen hat. Äußerlichkeiten und innere Werte flossen dabei ins Ranking im aktuellen Heft ein: Ob glatt bis musig in der Konsistenz, viskos beim Mundgefühl, dunkeltomatenrot oder von hellerer Farbtönung, konnte im Vergleich um Geschmack, Geruch und Sensorik der „Born Ketchup“ in seiner Glasflasche die Warentester überzeugen.
Die Freude bei Born-Geschäftsführer Thomas Heinz und seinem Team am Produktionsstandort Erfurter Kreuz ist groß: Überzeugt vom Produkt sei er seit jeher, nun komme ein fachliches Urteil von extern als willkommene Ergänzung und Auszeichnung hinzu. Und auch wenn es als Sakrileg gilt, die Thüringer Rostbratwurst mit Ketchup statt Senf zu garnieren, so gebe es doch reichlich andere Gelegenheiten, den Born-Ketchup in der Thüringer Küche „für viele andere schöne Dinge des Lebens“ zum Einsatz zu bringen, wie er fröhlich sagt.
Senfketchup als kulinarischer Kompromiss
Er selbst setzt bei der Rostbratwurst auf Senf. Und das in einer solchen Menge, dass er schon verspottet werde, er würde eine Bratwurst zum Senf essen und nicht umgekehrt, wie der Born-Chef verrät. Quasi als Kompromissvorschlag will er dabei den „Senfketchup“ verstanden wissen, der zum Born-Sortiment zählt.
Tomaten tonnenweise bezieht Born, dessen Firmengeschichte seit 1820 mit Thüringen verbunden ist, aus Europa. Aus Portugal, Ungarn und Spanien findet der Ketchup-Grundstoff in Form von Tomatenmark nach Thüringen. Das Wasser vorher zu entziehen, wie allgemein bei Ketchup-Herstellern üblich, gestalte den Transport deutlich einfacher, wie Geschäftsführer Thomas Heinz sagt. Auf Thüringer Boden würden mangels ausreichender Sonnenstunden Tomaten bei weitem nicht in einer ausreichenden Menge gedeihen, wie sie Born am Erfurter Kreuz zu Ketchup verarbeitet, sagt Heinz. Beim Senf sei das anders, der stamme von Thüringer Feldern.

In der Rangliste sieht Thomas Heinz eine Bestätigung dafür, dass es bei dem Naturprodukt Ketchup gelungen ist, hohe Qualitätsansprüche zu halten. Schöner Nebeneffekt: „Bei unserem Onlinehandel glühen seit der Heftveröffentlichung die Telefone“, freut sich Heinz.
Weniger Zucker, ganz im Sinne der eigenen Kinder
Der Ranglisten-Erste Born Ketchup zeichne sich durch geringen Zuckerzusatz aus. Dieser liege weit unter dem mancher Wettbewerber. Übertroffen werde dies noch von einem eigenen Produkt: „Im vergangenen Jahr haben wir einen Ketchup auf den Markt gebracht, der mit nur halb so viel Zucker auskommt, wie der jetzige Preisträger“, sagt Thomas Heinz. In Blindverkostungen habe Born getestet, wie weit sich der Zuckeranteil reduzieren lasse. Dass weniger Zucker besser ist, habe er ganz im Sinne auch seiner eigenen Kinder entschieden, wie der 51-Jährige verrät, der seit 2017 Geschäftsführer bei Born ist.
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Die Brüder Wilhelm und Louis Born gründeten die Firma einst im Erfurter Stadtteil Ilversgehoven. Aus der „Knochenmehl-, Essig- und Senffabrik nebst Kunstgärtnerei“ erwuchs schnell ein zuverlässiger Geschäftspartner für Händler aus ganz Deutschland. Zur Jahrhundertwende entstand eine Filiale in London. Auf Schiffen gelangen Delikatessen aus Ilversgehofen bis nach Südamerika und China. Ein einheitliches Wappen ziert seither jedes Produkt: Es zeigt den sprudelnden Brunnen des Ilversgehovener Firmengeländes.






