Der Greizer Landrat, Ulli Schäfer (CDU), und die Hohenleubener Bürgermeisterin, Stefanie Soch (parteilos), haben sich mit einem Brief an den Thüringer Infrastrukturminister, Steffen Schütz (BSW), gewandt und bitten ihn dringend, „kurzfristig Fördermittel für die Sanierung der Grundschule Hohenleuben bereitzustellen“. Darüber informiert das Landratsamt.
Bei einem Vor-Ort-Termin mit Stadtrats- und Kreisverwaltungsmitgliedern und der Schulleiterin Carmen Schiller sei dieser unterzeichnet worden. Der Sanierungsbedarf an der Schule wird vom Landratsamt auf 4,44 Millionen Euro beziffert.
„Die Grundschule Hohenleuben ist ein unverzichtbarer Bildungsstandort für die Stadt und die umliegende Region. Sie sichert die wohnortnahe Grundschulbildung für zahlreiche Kinder und ist zugleich ein wichtiger Standortfaktor für Familien, Vereine und das gesellschaftliche Leben im ländlichen Raum“, heißt es in der Mitteilung zum Inhalt des Briefes.
Schulgebäude in Hohenleuben wegen massiver Mängel bald zumindest zeitweise zu
Die aktuelle bauliche Bewertung zeige „jedoch einen außerordentlich kritischen Zustand des Schulgebäudes“. Besonders die Tragkonstruktionen der Treppen würden erhebliche Schäden aufweisen, zahlreiche Treppenstufen habe man bereits durch Stahlkonstruktionen sichern müssen. Hinzu kämen erhebliche Mängel beim Brandschutz, der Elektroanlage, bei Sanitär- und Haustechnik, der Barrierefreiheit sowie weitere sicherheitsrelevante Defizite.
Die Situation habe inzwischen eine Dimension erreicht, die weit über den üblichen Sanierungsbedarf hinausgehe. „Nach einer Begehung durch das Staatliche Schulamt Ostthüringen Gera, das Landratsamt Greiz, die Schulleitung sowie eine Elektrofachfirma wurde festgestellt, dass ein sicherer Schulbetrieb am Standort Hohenleuben nur noch eingeschränkt möglich ist“, heißt es weiter.
Zwar könne durch eingeleitete Sofortmaßnahmen und nur unter größter Vorsicht der Schulbetrieb in Hohenleuben bis zu den Sommerferien weiterhin stattfinden. Eine Dauerlösung sei das aber nicht, sodass die Grundschule mit Schuljahresbeginn 2026/27 vorübergehend in die Grundschule „Osterburg“ nach Weida ausgelagert werde. Der Ferienhort für die bevorstehenden Sommerferien werde aber noch in Hohenleuben abgesichert, erklärte ein Landratssprecher auf Nachfrage unserer Redaktion.
Zudem habe man in dem Brief auf die „erheblichen Belastungen“ aufmerksam gemacht, die der notwendige Umzug nach Weida für Schüler, Familien und die Stadt Hohenleuben bedeute, und noch einmal bekräftigt, dass der Schulstandort Hohenleuben Bestandteil des gültigen Schulnetzplanes des Landkreises ist. „Eine Unterstützung des Freistaates würde nicht nur den Erhalt des Schulgebäudes sichern. Sie würde vor allem den Kindern in unserer Region eine Perspektive geben und ein deutliches Zeichen setzen, dass auch kleinere Städte und Gemeinden auf die Unterstützung des Landes zählen können“, heißt es zum Schluss.


