Schokolade und Vanille dürfen niemals fehlen. Darin ist sich Eiskonditor Elias Treuse sicher. Doch auch in der Welt der kühlen Klassiker gibt es immer wieder Neues zu entdecken. Zitrone-Baiser gehört derzeit in der Kreisstadt zu den besonders gefragten Sorten. Und mit Ube-Mango bringt das Team des Sondershäuser Eisecks sogar eine leuchtend violette Wurzel ins Eis.
Wo all diese Sorten entstehen, liegt etwas abseits der Verkaufstheken: Das Eislabor befindet sich in Sondershausen-Jecha. Hier produzieren Elias Treuse, Ute Tronnier und Florian Krebs das Eis, das später in den verschiedenen Eiseck-Filialen, die Treuse mit Vater Tobias Schneegans in Familienhand führt, über die Theken geht.
An einem Produktionstag füllt das Team bis zu 100 Wannen. In jede passen ungefähr 50 Kugeln. Rund 500 Liter Milch verarbeitet das Team pro Woche. Zwei große Tiefkühlhäuser lagern das fertige Eis bei minus 22 Grad.
Eiskonditor Elias Treuse setzt auf seltenen Ausbildungsweg
Elias Treuse hat einen in Deutschland seltenen Berufsweg eingeschlagen: Er hat den Beruf Fachkraft für Speiseeis gelernt – oder, wie er selbst sagt, Eiskonditor. Den eigenständigen dreijährigen Ausbildungsberuf gab es in Deutschland nur wenige Jahre: Er wurde 2014 eingeführt und lief 2019 wieder aus. Er gehöre „zu einer Handvoll Menschen in Deutschland, die diesen Ausbildungsberuf überhaupt ergreifen konnten“, sagt Treuse.
2015 übernahm die Familie das Eiseck Hendrich am Sondershäuser Franzberg – für viele in der Kreisstadt eine geradezu legendäre Eisdiele. Im selben Jahr begann die Produktion im Eislabor in Jecha. Danach wuchs das Geschäft weiter: 2018 kam das Eiseck in Kelbra (Sachsen-Anhalt) hinzu, 2019 ein Laden im Borntal. Seit 2023 gibt es das Eiseck außerdem in der Alten Wache auf dem Sondershäuser Markt.
Eiseck Sondershausen: Sechs feste Mitarbeiter, 50 in der Hochsaison

Auch das Team in der Produktion wuchs. 2019 stellte Treuse den gelernten Koch Florian Krebs ein. Ute Tronnier kam 2020 dazu. Zunächst arbeitete sie im Verkauf am Franzberg, seit 2022 gehört sie zur Produktion.
Ute Tronnier gilt als die gute Seele des Teams, sagen die Kollegen. Sie hat in ihrem Leben bereits viele unterschiedliche Stationen erlebt, ihre positive Haltung aber stets behalten. Im Eislabor wird viel gelacht. „Das ist auch wichtig, wenn man den ganzen Tag zusammen ist“, sagt Florian Krebs.
Zum festen Personalstamm des Eisecks gehören einschließlich des Verkaufs sechs Menschen. In der Hochsaison sieht das jedoch ganz anders aus: Dann können bis zu 50 Helferinnen und Helfer im Einsatz sein.

Schokolade und Vanille bleiben ein Muss
Die Vorproduktion des Streicheises beginnt bereits Mitte Februar. Normalerweise startet die Saison Anfang März. In diesem Jahr war das Wetter allerdings schon Ende Februar warm genug für das erste Eis. Produziert wird ungefähr bis Mitte Oktober.
Das gesamte Sortiment umfasst rund 30 Geschmacksrichtungen. Alle gleichzeitig gibt es aber nie: In den Kühltheken ist Platz für 13 bis 16 Sorten.
Bei aller Experimentierfreude bleiben Schokolade und Vanille die unverzichtbaren Klassiker. „Die dürfen nie fehlen“, sagt Treuse. Zu den weiteren Favoriten der Kundschaft gehören Erdbeere, Stracciatella, Joghurt und Milchreis. Auch Sanddorn und Drachenfrucht seien im Kommen.
Schoko und Vanille dürfen nie fehlen.
Elias Treuse, Eiskonditor
Viele Fruchteissorten sind nach Angaben des Eiskonditors laktosefrei und vegan. Außerdem befinden sich zahlreiche glutenfreie Sorten im Angebot.

Und was mögen diejenigen am liebsten, die täglich von Eis umgeben sind? Elias Treuse entscheidet sich für gemischtes Softeis. Ute Tronnier und Florian Krebs lassen sich dagegen kaum festlegen: Ihnen schmecke eigentlich alles. Einen Favoriten nennt Tronnier dann aber doch – Sahne-Grieß mit Zimt.
Ein violetter Vorreiter aus dem Eislabor
Zu den neueren Kreationen gehören Zitrone-Baiser und Ube-Mango. Ube ist eine intensiv violette Yamswurzel, die vor allem aus philippinischen Süßspeisen bekannt ist. Sie wird unter anderem für Kuchen und Cremes verwendet. Nicht zu verwechseln ist sie mit Taro oder einer violetten Süßkartoffel. Ihr mildes Aroma wird häufig als leicht nussig und vanilleähnlich beschrieben.
Genau dieser Geschmack gefällt auch Elias Treuse. „Die Yamswurzel ist in der Eisproduktion noch nicht so bekannt, wir wollen da schon in gewisser Weise Vorreiter sein“, sagt er.
Wer statt einer einzelnen Kugel lieber einen ganzen Eisbecher bestellt, greift besonders häufig zum Erdbeerbecher. Dahinter folgen der Schokobecher und eine Variante mit griechischem Joghurt, Müsli und Honig.

Die Kugel Eis kostet derzeit 1,50 Euro. Ein kleines Softeis gibt es für zwei Euro, ein großes für drei Euro. Dazu stehen zahlreiche Toppings und Soßen zur Auswahl.
Maskottchen Lotti: Zebra bekam Namen per Kundenumfrage
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Ein hoher Wiedererkennungswert gehört ebenfalls zum Erfolgsrezept des Eisecks. Dafür sorgt ein bunt gestreiftes Zebra, das als Maskottchen die Kundschaft begrüßt. Seinen Namen bekam es nicht einfach vom Team verordnet: Bei einer Kundenumfrage wurde das Zebra auf den Namen Lotti getauft.


