Mit einem symbolischen Banddurchschnitt haben Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland, Elisabeth Kaiser (SPD), und Fabian Schreiber, Geschäftsführer des Textilforschungsinstituts Thüringen-Vogtland (TITV Greiz), das neue Spinnereitechnikum offiziell eröffnet. Das teilt das Institut mit.

Die feierliche Einweihung fand im Rahmen des zweiten Branchentags „Faden im Fokus“ statt, zu dem Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie, Forschung, Politik und Wirtschaft nach Greiz gekommen waren.

In ihrem Grußwort habe Elisabeth Kaiser die Bedeutung der neuen Forschungsinfrastruktur für den Innovationsstandort Ostdeutschland gewürdigt: „Hier entstehen die Stoffe der Zukunft: nachhaltig, langlebig und innovativ. Solche Entwicklungen stärken die Wettbewerbsfähigkeit unserer regionalen Textilindustrie.“

TITV eröffnet neues Spinnereitechnikum
Annett Binder, TITV Greiz, erläutert Frank Augsten (BSW), Elisabeth Kaiser (SPD) und Fabian Schreiber neue Fasermischungen (von links). © Textilforschungsinstitut Thüringen-Vogtland | Elisabeth Jost

Mit dem neuen Spinnereitechnikum erweitert das TITV Greiz nach eigenen Angaben seine Forschungs- und Entwicklungsmöglichkeiten entlang der textilen Wertschöpfungskette.

Innovatives Spinnereitechnikum stärkt Faserforschung in Deutschland

Die Anlagen bestehen aus einer Mini-Spinnanlage mit Krempel, Strecke und Ringspinnmaschine sowie einem innovativen Faserprüfgerät zur automatisierten Charakterisierung von Fasern, Bestimmung von Verunreinigungen bis hin zur Erzeugung von Rotorringen für weitere Untersuchungen zur Erzeugung von hochwertigen Garnen aus verschiedenen Faserstoffen. Sie ermögliche es, neue Garne aus Naturfasern, regenerierten und recycelten Fasern unter realitätsnahen Bedingungen zu entwickeln, zu verarbeiten und zu testen – von der Faser über das Garn bis hin zu innovativen textilen Anwendungen, so das TITV.

Der Ausbau komme zu einem entscheidenden Zeitpunkt: Nachhaltige Faserrohstoffe würden durch den europäischen Green Deal, CO₂-Reduktionsziele und die zunehmende Bedeutung der Kreislaufwirtschaft stetig an Relevanz gewinnen. Gleichzeitig bestehe seitens der deutschen Textilunternehmen große Nachfrage, da in den vergangenen Jahren Spinnereikapazitäten in der Industrie reduziert worden seien. Das Spinnereitechnikum schaffe dafür eine in Deutschland einzigartige Infrastruktur, die Forschung, Entwicklung und Technologietransfer eng miteinander verbinde.

„Mit dem Spinnereitechnikum schaffen wir einen Ort, an dem Ideen schneller zu marktfähigen Innovationen werden. Unternehmen können gemeinsam mit uns neue Fasermaterialien und Garne entwickeln und direkt unter industrienahen Bedingungen erproben“, so Geschäftsführer Fabian Schreiber. „Damit stärken wir den Wissenstransfer und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen und europäischen Textilindustrie.“

Das Vorhaben 2024 WIN 0012 wird durch den Freistaat Thüringen gefördert und mit Mitteln der Europäischen Union im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert.