Von der Übernahme einer KFZ-Werkstatt in Elxleben bis zu einer Trainerin für „schwierige“ Hunde in Kindelbrück – im Kreis Sömmerda wagen jährlich mutige Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit. Um dabei Unterstützung zu erhalten, können sich Interessierte an verschiedene Ansprechpartner wenden.

Besonders für klassische Gründungsvorhaben im gewerblichen Bereich oder im Handwerk verweist Stephan Krauß, Pressesprecher des Wirtschaftsministeriums, auf die Handwerkskammern sowie die Industrie- und Handelskammer (IHK). Landesweite Angebote für Gründungsinteressierte und junge Unternehmen werden im Thüringer Zentrum für Existenzgründungen und Unternehmertum (ThEx) gebündelt.

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„Wer eine Geschäftsidee hat, muss für ein erstes Beratungsgespräch noch keinen fertigen Businessplan oder eine vollständige Finanzierungsplanung vorlegen“, kann er mögliche Sorgen beruhigen. „Die Beratung soll gerade dabei helfen, aus einer ersten Idee schrittweise ein tragfähiges Geschäftsmodell zu entwickeln.“

Von der Idee zum konkreten Plan

Ein paar grundlegende Gedanken sollte man sich vorher aber machen, sagt auch Markus Heyn von der IHK, die mit einem Regionalbüro direkt in Sömmerda vertreten ist. Wo möchte ich hin? Wie kann ich mich gegen mögliche Konkurrenz durchsetzen? Brauche ich Finanzierungshilfe für Werkzeuge oder spezielle Räumlichkeiten? „Sie machen das nicht für uns, sondern vor allem für sich“, sagt Heyn.

Konventionelle Gründungen

1. Juli 2022 bis 30. Juni 2026 thüringenweit:

  • 358 Intensivberatungen
  • 1.777 Existenzgründungspässe bewilligt
  • 70 Gründungsprämien bewilligt
  • Insgesamt 8 Millionen Euro aus EU- und Landesmitteln

Zudem wurden über das Thüringer Mikrodarlehensprogramm seit dessen Start 2016 insgesamt 687 Darlehen vergeben, mit einem zugesagten Geldvolumen von 14,9 Millionen Euro.

„Wir brauchen keine perfekte Prosa – lieber ein paar Seiten in eigenen Worten als von einer KI formuliert.“ Schließlich wird im Gespräch auch geschaut, ob Person und Idee zusammenpassen. Im weiteren Prozess werden Jobcenter, die Agentur für Arbeit und das Gewerbeamt einbezogen. „Auch hier begleiten wir, bereiten die nächsten Schritte mit vor und geben rechtliche Beratung.“

Auch kleinere Gründungsideen werden unterstützt

Laut Stephan Krauß falle etwa die Hälfte der begleiteten Gründungsvorhaben in einen von drei Bereichen: Gesundheits- und Sozialwesen, sonstige Dienstleistungen sowie freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen. Auch Unternehmensnachfolgen würden zunehmend an Bedeutung gewinnen.

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„Das bedeutet allerdings nicht, dass kleinere oder klassische Gründungen weniger wichtig wären. Gerade Handwerk, Dienstleistungen, Handel oder Gastronomie tragen wesentlich zu einer vielfältigen Wirtschaftsstruktur und zur Versorgung vor Ort bei“, betont er.

Die IHK im Kreis Sömmerda berate laut Heyn besonders häufig Menschen, die sich hinsichtlich Garten- und Landschaftsbau, mit Hausmeister- und Reinigungsdiensten oder im Bereich der ganzheitlichen Gesundheitsberatung selbstständig machen wollen.

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„Entscheidend ist weniger, welche ‚Tür‘ zuerst genommen wird“, sagt Stephan Krauß. „Die verschiedenen Akteure arbeiten zusammen und können Gründungsinteressierte bei Bedarf an das jeweils passende Angebot weitervermitteln.“

Finanzielle Unterstützung gibt es unter anderem über den Existenzgründungspass und die Gründungsprämie – Meisterinnen und Meister können zudem gezielt eine Förderung von bis zu 10.000 Euro beantragen. Weitere Informationen und Leistungen gibt es auf der Webseite des ThEx.