Aufgeregt springt Mailo um Thomas Krauße herum, dann gibt der Hundeführer das Signal. Los geht die Suche. Dieses Mal handelt es sich nur um eine Demonstration zum Schnuppertag in der Polizeiinspektion (PI) Sömmerda. Doch im Alltag sind Krauße und Mailo als Teil der Diensthundestaffel Gotha im Einsatz, um Tatmittel, aber auch Blut und Leichen zu finden – in dieser Woche stand eine großflächige Suchaktion in Weimar an, wo nach einer Gasexplosion der 61-jährige Hausbesitzer als vermisst gilt.

PI Sömmerda Schnuppertag
Hundeführer Thomas Krauße hat Mailo schon als Welpen mit zum Dienst genommen.© Funke Medien Thüringen | Sophia Klefisch

Während Mailo schon mit etwa anderthalb Jahren in den Polizeidienst „eingetreten“ ist, haben die meisten der Schülerinnen und Schüler noch etwas Zeit, eine Entscheidung zu treffen. Einige sind über Berufsmessen oder weitergeleitete Flyer auf den Tag aufmerksam geworden, oder haben Freunde, die bereits bei der Polizei sind. Der achtzehnjährige Logan aus Straußfurt hat in diesem Jahr sein Abitur gemacht und möchte verschiedene Berufe austesten, etwa bei der Bahn, im Justizvollzug und bei der PI Sömmerda.

„Wenn möglich, kann er bei mir zum Praktikum kommen“, sagt Marcel Bräutigam, der hauptamtlich für die Nachwuchsgewinnung zuständig ist. Zehn Mal im Jahr nimmt er jeweils sechs Jugendliche eine Woche lang mit, um sie an den Beruf heranzuführen. „Ich will die jungen Leute auf Augenhöhe erreichen. Viele interessieren sich, aber wir müssen auch präsent sein und sie abholen.“

PI Sömmerda Schnuppertag
Beim Schnuppertag in der PI Sömmerda geben Thomas Krauße (von links), Frieda Hesse und Marcel Bräutigam den jungen Leuten Einblicke in den Polizeiberuf.© Funke Medien Thüringen | Sophia Klefisch

Schattenseiten des Berufs werden nicht verschwiegen

„Ich will schon lange zur Polizei“, erzählt die vierzehnjährige Sontje. Sie hat noch zwei Jahre bis zum Schulabschluss, aber interessiert sich jetzt schon sehr für die Arbeit und möchte nächstes Jahr wieder zu einem Schnuppertag kommen. Dieser findet seit 2021 alle zwei Monate wechselnd in Sömmerda und Erfurt statt, sagt Denny Schlee, Pressesprecher der Landespolizeiinspektion Erfurt. Das niedrigschwellige Angebot richtet sich an Interessierte von etwa 14 bis 34 Jahren. Auch bei den Jüngsten werde stets gesagt: Eltern bleiben draußen. „So sicher wie hier ist ihr Kind nirgendwo.“

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Jeder darf einmal in den Dienstwagen klettern und eine stichfeste Weste anziehen, die auf Streife getragen wird. Im Gebäude wird gezeigt, wo Anrufe und Anzeigen aufgenommen werden. Auch drei Gewahrsamszellen gibt es hier, momentan ohne Gäste. Im Anschluss erklärt Marcel Bräutigam der Gruppe, welche Möglichkeiten und Karrierechancen es für sie bei der Polizei gibt. „Aber es gibt auch Wochenenddienste und Nachtschicht, und man sieht einiges an Leid in diesem Beruf, Unfälle, Tote“, benennt er die Schattenseiten des Berufs. Er möchte den Jugendlichen ein realistisches Bild mitgeben, damit sich niemand leichtfertig dafür entscheidet.