Schmölln: Kindergarten könnte von freiem Träger betrieben werden

Schmölln  Stadtrat gibt grünes Licht zum Start eines Ideenwettbewerbs. Sechs Träger werden um Angebote gebeten.

Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Kindergärten müssen nicht zwangsläufig wie in Schmölln kommunal betrieben werden. In vielen Städten und Gemeinden in der Region übernehmen das freie Träger. Nun fehlen in Schmölln Kita-Plätze, die Stadt ist zum Handeln gezwungen. Es gibt die Idee, zumindest vorübergehend den Kindergarten in Container einzurichten oder aber die Alte Schule Lohma sowie den Jugendclub Großstöbnitz umzubauen, um dort die Mädchen und Jungen ab einem Alter von einem Jahr betreuen zu können. Beides wären städtische Vorhaben.

In ihrer jüngsten Sitzung haben sich die Stadträte mehrheitlich dafür ausgesprochen, eine weitere Alternative zu prüfen. Ein Interessenbekundungsverfahren soll eingeleitet werden. Bei dem Ideenwettbewerb sollen freie Träger ihre Konzepte zu Bau und Betreibung eines Kindergartens im Gebiet der Schmöllner Kernstadt präsentieren. Die Kita soll eine Kapazität von 99 Plätzen haben, das wird von der Fachberaterin des Landratsamts empfohlen.

Wie Bürgermeister Sven Schrade (SPD) sagt, werden die sechs Träger der Liga des freien Wohlfahrtsverbandes, die im Altenburger Land bereits ­Erfahrung mit Kindergärten ­haben, angeschrieben und um Teilnahme am Wettbewerb gebeten.

Die Stadt werde mögliche Grundstücke vorgeben. Der potenzielle Kita-Betreiber soll ein entsprechendes Konzept vorlegen, zu dem neben der ­pädagogischen Ausrichtung zunächst eine grobe Kostenschätzung für den Bau gehören. Dar­über hinaus soll der Interessent nachweisen, dass er bereits ein ähnliches Projekt realisiert hat.

Bis zum 1. November sollen die Bewerbungen bei der Stadt eingereicht werden. Spätestens am 1. März 2021 soll die neue Kita in Betrieb gehen.

Jürgen Keller (Bürger für Schmölln) fragte, was wirtschaftlicher ist: wenn die Stadt die Kita betreibt oder ein freier Träger. Kämmerin Susan Biereigel sagte, dass das noch ­geprüft werden muss, es jetzt lediglich darum gehe, Ideen zu sammeln.

Katja Keller (Linke) reichte das, was die freien Träger der Kommune vorlegen sollen, noch nicht. „Ich hätte gern einen Nachweis, dass bei der Bezahlung der Erzieher der Tarifvertrag angewendet wird“, sagt sie. Dem entsprechenden Antrag stimmten die Stadträte mehrheitlich zu.

Zu den Kommentaren