Er polarisierte, liebte Wagner, schätzte Schopenhauer. „Nietzsche hat alles gesagt – und das Gegenteil von allem!“, sagte der italienische Philosoph, Literaturwissenschaftler und Mitherausgeber der Werke Nietzsches, Giorgio Colli (1917-1979), über Nietzsche.

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Bis heute übt der Philosoph und Altphilologe Friedrich Nietzsche eine anhaltende Attraktion auf Leserinnen und Leser und auf die unterschiedlichsten Kunstschaffenden aus. Was er sagte bzw. schrieb, was es zu sehen gibt von ihm, ist seit Dienstag, 15. Oktober, in einer ihm gewidmeten Datenbank „NietzschePics“ online zugänglich.

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Unbekannte Nietzsche-Bildnisse erstmals zugänglich

Mit „NietzschePics“ wird ein Meilenstein der internationalen Nietzsche-Forschung erreicht, informiert die Klassik Stiftung Weimar: Erstmals wurden Kunstwerke und Fotografien rund um Friedrich Nietzsche systematisch erfasst, miteinander verknüpft und online zugänglich gemacht.

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300 Nietzsche-Bildnisse sowie über 500 Briefe sind damit ab sofort digital verfügbar. Präsentiert werden Bildnisse bis 1945 sowie zugehörige Briefe, die vor allem aus der Korrespondenz zwischen Nietzsches Schwester Elisabeth Förster-Nietzsche und verschiedenen Künstlerinnen und Künstlern stammen.

Zahlreiche Bildnisse, die für die Datenbank erschlossen wurden, seien der Öffentlichkeit bislang kaum bekannt. „NietzschePics“ erlaubt, die Entstehungsgeschichten der Kunstwerke nachzuvollziehen, Verbindungen zwischen Werkgruppen sichtbar zu machen und die frühe Nietzsche-Ikonographie in bislang unerreichter Tiefe zu erforschen.

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Die Klassik Stiftung gehört dabei zum Forschungsverbund, der die digitale Nietzsche-Welt ermöglichte: „NietzschePics“ ist ein Projekt des Forschungsverbunds Marbach Weimar Wolfenbüttel – eine Kooperation des Deutschen Literaturarchivs Marbach, der Klassik Stiftung Weimar und der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, gefördert vom Bundesministerium für Forschung und Bildung (2019-2024).

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Nietzsche-Archiv schließt für Dachsanierung

In Weimar verbrachte Nietzsche die letzten Jahre seines Lebens. Als kranker Mann wurde er in der Villa Silberblick von seiner Schwester Elisabeth Förster-Nietzsche gepflegt. Sie richtete nach Nietzsches Tod, im Jahre 1900, dort das Nietzsche-Archiv ein, heute ein Museum.

Dieses schließt wegen einer Dachsanierung ab November für mindestens ein Jahr und verabschiedet sich mit einem vielseitigen Programm am Wochenende 31. Oktober bis 2. November.

Um die Schließzeit zu verkürzen, empfiehlt die Klassik Stiftung Interessierten einen digitalen Ausflug in die Bildwelten rund um den populären Philosophen: auf der Plattform der NietzschePics.

Nietzsche-Archiv Weimar
Die „Villa Silberblick“, hoch über Weimar gelegen, war Friedrich Nietzsches letzte Wohnstätte. Die Interieurs gestaltete Henry van de Velde.© Funke Medien Thüringen | Wolfgang Hirsch

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Nietzsches Schriften sind seit diesem Jahr zum Unesco-Welterbe erklärt. Die zugehörigen Manuskripte, Notizen, Briefe und Bücher aus dem Nachlass Nietzsches befinden sich im Weimarer Goethe- und Schiller-Archiv und der Herzogin Anna Amalia Bibliothek der Klassik Stiftung Weimar.

Datenbank NietzschePics: https://ores.klassik-stiftung.de/ords/ksw_internet/r/nietzsche-pics/startseite

Wochenende der Klassik-Stiftung im Nietzsche-Archiv: klassik-stiftung.de/ihr-besuch/veranstaltung/alle-lust-will-ewigkeit/

red