„Ein Museum braucht Freunde“, heißt es im Internetauftritt des Vereins, der 1992 gegründet wurde und heutzutage rund 400 Mitglieder zählt. Damit ist er einer der größten der Landeshauptstadt. Und jetzt darf er sich mit dem Titel „Thüringer Kulturförderverein des Jahres 2025“ schmücken. Den damit verbundenen ersten Hauptpreis, dotiert mit 2500 Euro, erhielt der Freunde des Angermuseums e.V. am Samstag in Weimar. Das Landesnetzwerk der Kulturfördervereine hatte in die „Sendehalle“ gerufen, um zum dritten Mal seine durch elf Juroren ermittelten Haupt- und Sonderpreise zu vergeben.

Bedeutende Werke für die Sammlung des Angermuseums erworben
Die Freunde des Angermuseums waren im August zum Kulturförderverein des Monats gekürt worden und hatten dafür 500 Euro erhalten, so wie insgesamt zehn Vereine in diesem Jahr. Bei dieser Gelegenheit stellte Martina Roth sich und ihre Mitstreiter in die Tradition bürgerschaftlichen Engagements. Die Juristin ist seit 17 Jahren Vorsitzende des Vereins. Ihm sei es gelungen, bedeutende Werke für die Sammlung des Angermuseums zu erwerben oder auch wissenschaftlich zu erschließen. Hier sei allem voran das Nerly-Forschungsprojekt zu erwähnen. Möglich wurde das laut Roth zum Teil durch die Mithilfe von Stiftungen und Institutionen sowie durch private Spenden.
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Leseförderung in Sömmerda, Erhalt der Trinitatiskirche in Ruhla
Beim Weimarer „Tag der Kulturfördervereine“ sind insgesamt vier Preise verliehen worden. Der zweite Preis (1500 Euro) ging an den Förderverein der Stadt- und Kreisbibliothek Sömmerda, der sich der Vorsitzenden, Lena Kob, zufolge für den niedrigschwelligen Zugang zu Kultur und für die Leseförderung starkmacht. Der seit 1997 bestehende Förderverein „St. Trinitatis“ in Ruhla bekam den dritten Preis (1000 Euro). Er widmet sich dem Erhalt und der Nutzung der unter Denkmalschutz stehenden Trinitatiskirche. So konnte mit seiner Hilfe die Restaurierung der historischen Knauf-Orgel 2019 abgeschlossen werden. Der Verein organisiert zudem viele Veranstaltungen und Ausstellungen.

Funke-Sonderpreis geht nach Schloss Schwarzburg
Die Preisvergabe wird von der Staatskanzlei, Lotto Thüringen, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und der Thüringer Ehrenamtsstiftung gefördert. Einen 1000 Euro schweren Sonderpreis steuert indes Funke Medien Thüringen bei. Geschäftsführer Michael Tallai überreichte ihn in Weimar dem Förderverein Schloss Schwarzburg – Denkort der Demokratie, der seit 1996 die Sanierung und Restaurierung der Anlage unterstützt. Die Eröffnung des Museums 2018, das auch die fürstliche Waffensammlung präsentiert, beschreibt Ina Spitzner vom Vorstand als erstes großes Etappenziel.

Bisherige Jahressieger sind 2023 der Förderverein der Eisenacher Stadtbibliothek und 2024 der Freundeskreis Druckindustrie im Verein Pößneck attraktiver gewesen. Das Landesnetzwerk der Thüringer Kulturfördervereine hatte sich zwecks gemeinsamer Sichtbarkeit und des Erfahrungsaustausches im November 2021 gebildet. Es will eigenen Angaben zufolge den rund 600 ehrenamtlich geführten Kulturfördervereinen im Freistaat Gesicht, Gewicht und Stimme geben. Mit rund 28 Vereinen pro 100.000 Einwohnern liege man hier über dem Bundesdurchschnitt.
Mehr über das Netzwerk finden Sie unter www.thueringen.kulturfoerdervereine.eu.
mh/red


