In der Kolumne „Buchtipp der Woche“ werden neue Kinder- und Jugendbücher vorgestellt. Dieses Mal begleitet Sophia Klefisch einen kleinen Automaten auf sein größtes Abenteuer: Wie soll er sich in einer Welt zurechtfinden, in der nicht alles in Schubladen gesteckt werden kann und die Leute vor allem über ihre Gefühle kommunizieren?

Sonntag
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Wie geht man damit um, wenn ein Roboter – nein, ein Automat, das ist ihm wichtig – eine Bruchlandung im Maisfeld hinter dem Haus hinlegt? Für Flora Blume ist ganz klar, sie wird den kleinen Isso nicht alleine lassen. Und so schmuggelt sie ihn ins Kinderzimmer, um gemeinsam mit Bruder Rio einen Plan auszuhecken. Denn Papa Blume ist leider ziemlich übervorsichtig und muss erst davon überzeugt werden, den Neuankömmling für eine Weile zu beherbergen.
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Schwarz-Weiß-Denken trifft auf Gefühlswelt
In Benjamin Knulls Roman „Der kleine Isso vom Planeten Normal“ prallen zwei Welten aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Zumindest erscheint es so auf den ersten Blick. Für Isso gibt es nur Richtig und Falsch, Schwarz und Weiß, und seine neue Umgebung bekommt den Stempel „Total unnormal“.
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Kein Wunder, schließlich ist er auf dem Planeten Relativ gelandet, wo es ebenso viele Wahrheiten gibt wie Menschen. Diese, auch Brillenträger genannt, kommunizieren vor allem über Gefühle und respektieren, dass jede Person eine eigene Sicht der Welt hat.
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Eine Reihe bunter Charaktere bevölkert die Buchseiten, von der abenteuerlustigen Oma Blume und Wischmopp-Hund Wummix hin zu einigen besonders fiesen Bösewichten. Was hat Meister Absolut nur vor, und wieso braucht er den kleinen Isso für seinen Plan? Der anschauliche Schreibstil lässt schnell Bilder im Kopf entstehen – die Geschichte könnte sich gut als Vorlage für einen Animationsfilm eignen.
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Vielfalt und Akzeptanz stehen im Mittelpunkt
Während Kinder vor allem Spaß an dem Abenteuer haben, können Erwachsene so einige Elemente aus der eigenen Realität wiederfinden. So gibt es im IST-MUSS-Sonnensystem z.B. den Planeten Kleinkariert mit den PerfektionISTEN oder den Planeten Geld voll mit KapitalISTEN. Allerdings stellt sich nach und nach heraus, was es mit diesen starren Kategorien auf sich hat und wieso es besser wäre, nicht alles und jeden in eine bestimmte Schublade zu stecken.
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Eine Kernaussage Floras zu diesem Thema bleibt besonders im Kopf: „Wer sich verhält, kann sein Verhalten verändern. Wer hingegen ist, der bleibt.“ Solche Gedanken hallen über die Buchwelt hinaus nach und regen dazu an, nicht vorschnell zu urteilen. Nur weil jemand anders aussieht, spricht, handelt als man es gewohnt ist, heißt dies nicht, dass die Person als falsch oder unnormal abgestempelt werden sollte. Wenn ein auf Absolutheit programmierter Automat wie Isso lernen kann, Vielfalt zu akzeptieren, dann ist dies auch für Leserinnen und Leser des Buches möglich.

Benjamin Knull: Der kleine Isso vom Planeten Normal, 208 Seiten, 16 Euro, ab 11








