„Unsere Veranstaltungen sind nicht so High End wie ein Lady Gaga Konzert“, sagt Theresa Ertel lachend. Mit begrenzten Ressourcen, aber hohem Engagement wird im „Spacement“ in Jena trotzdem sehr viel auf die Beine gestellt. Ertel ist eine der Ehrenamtlichen, die seit April 2025 den Kleinkunstkeller betreiben. Der Raum bietet lokalen Künstler:innen eine Bühne, wird aber auch von Vereinen für Orga-Treffen genutzt. Dank der Bar kann anschließend fließend zum gemütlichen Kneipenabend gewechselt werden.
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- Wo: Spacement | Johannisplatz 20 | Jena
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Das Team hätte sich Anfang des Jahres „selber ins kalte Wasser geworfen“ und einfach geschaut, was möglich sei. Das Ergebnis: In einigen Wochen sei das Spacement jeden Abend ausgebucht gewesen, tendenziell finden mindestens zwei bis drei Veranstaltungen die Woche hier statt.
Wie lange das noch so weitergeht, steht allerdings aktuell auf der Kippe. Neben einer Ablösezahlung an den Vormieter fehlt Geld für die technische Ausstattung und vor allem für die Planungssicherheit. Dabei habe sich das Team doch gerade endlich „eingegroovt“ und sei an einem guten Punkt, um zu überlegen, wie neben dem Alltagsgeschäft dauerhaft mehr Geld eingebracht werden könnte.
Eine Chance, neue Ideen zu testen
Wer im Spacement auftritt, stand vielleicht noch nicht so oft vor Publikum. Auch neue Texte können in dem Raum, der etwa 50 Leute fasst, gut ausgetestet werden. Von Poetry Slam, Stand-up Comedy, musikalischen Auftritten oder Drag Shows ist hier vieles möglich. Einen solchen Ort für Kleinkünstler:innen gebe es ansonsten nicht in Jena, sagt Theresa. Vor allem nicht auf Augenhöhe.

„Bei uns muss man sich nicht battlen, um auftreten zu dürfen“, stellt Theresa klar. Das Team wolle einen Ort für Leute schaffen, sich auszuprobieren, ohne viel Geld für die Location zahlen zu müssen. So falle eine große Hürde weg. Wenn nur eine Handvoll Leute als Publikum auftauchen, dann sei das in dem kleinen Raum kein Horror-Szenario. Werden es mehr, dann umso besser.
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Zur ersten Gothic Party seien zum Beispiel nur sechs Leute erschienen. Der 20-jährige Angus habe dadurch aber gemerkt, wie viel Spaß ihm die Sache macht, sodass er eine zweite Runde organisiert hat. Diesmal tauchten 25 Personen auf und feierten im Gewölbekeller.
Spacement Jena: Planung läuft auch ohne sichere Finanzierung
So etabliert sich das Spacement nach und nach in der Jenaer Kulturszene als ein Ort, an dem nicht nur neue Kunstschaffende ihre Ideen präsentieren können. Der Anspruch, allen Zugang zu lokaler Kunst zu verschaffen, zeigt sich auch in niedrigen Preisen für Eintritt und Getränke. Im Umkehrschluss sorgen diese Gedanken allerdings auch für die Notwendigkeit, auf anderem Wege Geld zu verdienen.

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Eine Anschubfinanzierung von der reCoVer Stiftung sowie dem Dezernat für Bildung, Jugend, Kultur und Sport der Stadt Jena fließt vor allem in die Unterhaltung des Raumes. Förderungen laufen allerdings nur in einem begrenzten Zeitraum, es wird nach längerfristigen Lösungen gesucht. Ein wichtiger Aspekt ist die Einmietung von Firmen oder privaten Leuten für Events – „Wer sagt, ich brauch nen süßen Gewölbekeller für meine Geburtstagsparty, ist bei uns richtig.“ Je nach Anlass koste die Miete unterschiedlich viel: Eine finanziell gut aufgestellte Firma zahle mehr als etwa ein gemeinnütziger Verein.
Bis zum 7. Dezember läuft zudem eine Crowdfunding-Kampagne, mit der weitere 15.000 Euro gesammelt werden sollen. Aktuell legen die Stadtwerke Jena auf jeden gespendeten Beitrag, der mindestens 10 Euro beträgt, weitere 20 Euro drauf. Allerdings heißt es hier „Alles oder Nichts“, denn das gesammelte Geld wird nur ausgezahlt, wenn die Zielsumme vollständig erreicht wird. Etwa 10.500 Euro sind bereits zusammengekommen – nur noch vier Tage bleiben.
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Konzerte, eine Kleidertauschparty und private Einmietungen – der Januar 2026 fülle sich bereits zunehmend. Theresa Ertel ist optimistisch, dass der Ort im kommenden Jahr erhalten bleibt. So oder so werde das Team weiter in die Planung gehen. Schließlich bringt es nicht viel, eine Bühne zu erhalten, auf der dann niemand auftritt.
Das aktuelle Programm des Spacement gibt es auf Instagram oder unter spacement.de







