Werden Thüringerinnen und Thüringer befragt, ob ihnen der Name Julius Mosen etwas sagt, wird wahrscheinlich ein Kopfschütteln die häufigste Reaktion sein. Wohl gänzlich anders fiele die Antwort in Tirol aus, da die Menschen mit dem einstigen Sachsen sicher etwas mehr anfangen können. Warum dies so ist, dazu gleich mehr!

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Zur Welt kam Julius Mosen, der eigentlich Moses hieß, den Nachnamen später aber änderte, am 8. Juli 1803 im vogtländischen Marieney als Sohn des örtlichen Schulmeisters. Hier verlebte er seine Kindheit und besuchte dann zwischen 1817 und 1822 die Lateinschule (Gymnasium) in Plauen. Anschließend kam Mosen nach Jena, wo er Rechtswissenschaften und Philosophie studierte. Er wurde Mitglied der Burschenschaft Germania.
Der junge Mann hatte das Glück, dass er durch Ferdinand Gotthelf Hand, seines Zeichens außerordentlicher Professor der Philosophie, unterstützt wurde. Die Väter kannten sich aus Plauen. Hand war sowohl mit Goethe befreundet, als auch seit 1818 als Erzieher der Prinzessinnen Marie und Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach tätig.
Bereits als Student begann Mosens dichterische Tätigkeit. Aufmerksamkeit erregte ein Festgedicht, welches er für Großherzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach geschrieben hatte. Es gefiel Goethe derart gut, dass er es mit dem ersten Preis prämierte. Im August 1823 starb Mosens Vater, woraufhin dieser sein Studium unterbrach und sich ab 1824 auf eine Italienreise begab, die er bis 1826 dank des Preisgeldes für sein Festgedicht und der finanziellen Zuwendungen eines Freundes ausdehnen konnte. Nach seiner Rückkehr beendete er zwei Jahre später in Leipzig ein Studium. Zunächst arbeitete er kurze Zeit als Rechtsanwaltsgehilfe in Markneukirchen und wechselte 1831 als Gerichtsschreiber nach Kohren bei Leipzig. Neben seiner eigentlichen Tätigkeit verfasste Mosen neue Werke, darunter zahlreiche, die unter den Eindrücken seiner Italienreise entstanden. Darunter war das heute wohl bekannteste Werk mit dem schlichten Titel „Andreas Hofer“ (1832), welches den Tod des Tiroler Freiheitskämpfers besingt. Seit 1948 ist dieses als Andreas-Hofer-Lied bekannte Werk die Landeshymne des österreichischen Bundeslandes Tirol.
1835 zog der Jurist und Dichter nach Dresden, um als Anwalt zu arbeiten. In jenen Jahren bearbeitete er einen Stoff, der sich mit thüringischer Geschichte befasste: Sein Drama „Bernhard von Weimar“ behandelt das Agieren des Herzogs im Dreißigjährigen Krieg. 1841 erschien es in Weimar. Bereits ein Jahr zuvor hatte ihm die Universität Jena aufgrund seines Verdienstes um die deutsche Dichtkunst die Ehrendoktorwürde verliehen. 1844 wurde Mosen als Dramaturg an das Großherzogliche Theater nach Oldenburg berufen. Hier inszenierte er unter anderem Goethes Faust sehr erfolgreich. Doch nur zwei Jahre später begann ihn eine rheumatische Krankheit immer mehr einzuschränken. Schließlich wurde Mosen bettlägerig, sodass er seiner Berufung ab 1857 nicht mehr nachgehen konnte. Er erlebte noch die Herausgabe seiner sämtlichen Werke (1863) und starb am 10. Oktober 1867 im Alter von 64 Jahren in Oldenburg.




