Sechs Produktionen aus Erfurt, Jena und Weimar sowie aus Meiningen und Obermaßfeld-Grimmethal dürfen sich über einen jeweils mit 1000 Euro dotierten Thüringer Theaterpreis freuen. Sie wurden von einer Jury als bemerkenswerte Inszenierungen ausgewählt und zum nächsten Avant Art Festival der freien Szene eingeladen. Vom Thüringer Theaterverband seit 2012 als Biennale an wechselnden Orten ausgerichtet, findet es diesmal vom 22. bis zum 25. Oktober in Jena statt. Veranstaltungsorte sind dort die Freie Bühne und das Theaterhaus.

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Die Freie Bühne, als Dachorganisation freier Theatergruppen Jenas 2009 gegründet, hat inzwischen im sogenannten Kulturschlachthof eine ehemaligen Schlachthalle in eine Probe- und Aufführungsstätte für freies und Amateurtheater verwandelt. Bei der Freien Bühne kam 2024 die Inszenierung „ArbeitKrise“ heraus, die nun eine der sechs ausgewählten Arbeiten ist. Diese Stückentwicklung der Gruppe „KrisenSpiel“ zum Thema (Lohn-)Arbeit und Krise verbindet biografische und dokumentarische Ansätze. Sie ist laut Jury partizipativ und interaktiv angelegt. Das Publikum sei dazu aufgefordert, Stellung zu beziehen.
Tanztheater Erfurt und Stellwerk-Theater Weimar sind dabei
Als „emotionalen bilderstarken Ritt durch das Mysterium der Liebe“ wählte die Jury erneut eine Choreografie von Ester Ambrosino am Tanztheater Erfurt aus. In „Ein Schritt von Dir“ gehen demnach Tänzer und Musiker durch eine speziell arrangierte Komposition eine intensive-Verbindung ein.

NS-Eugenikverbrechen in Thüringen behandelt die Inszenierung „Ausradiert“, die das Kollektiv „projekt-il“ mit jungen Erwachsenen im Weimarer Stellwerk erarbeitete. Grundlage des Stücks sind biografisches Material von Betroffenen sowie eine Graphic Novel der Künstlerin Anke Zapf. Das Stellwerk war erst im Frühjahr nicht zuletzt dieser Arbeit wegen in Berlin mit einem 100.000 Euro schweren Theaterpreis des Bundes ausgezeichnet worden.
Mittel des Objekttheaters und der Clownerie
Ebenfalls aus Weimar stammt das Debüt einer jungen Gruppe um Regisseurin Johanna Junghans: „Zähne“ basiert auf einem unveröffentlichten Gedichtzyklus von Lucia Brockhaus. Die Inszenierung verbinde poetische Sprache, minimalistisches Bühnenbild und Zahnbürsten als grotesk-komisches Element zur Performance, heißt es.
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Aus Südthüringen werden zwei Produktionen ausgezeichnet und eingeladen. Esther Falks Inszenierung „Auf die Kiste fertig los“ vom Figurenkombinat Meiningen steht demnach mit ihren Mitteln des Objekttheaters und der Clownerie exemplarisch für Theater für sehr junges Publikum ab vier Jahren. Und als generationsübergreifende Amateurtheaterproduktion sind „Die Bremer Stadtmusikanten“ aus Obermaßfeld-Grimmethal dabei.
mh/red




