Die Herstellung von Papier ist und bleibt eine Herausforderung. Gestiegene Rohstoff- und Energiepreise setzen der Industrie zu. Hier geht es um die Herausforderung rund um das begehrte Produkt in früheren Zeiten

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Am Beispiel des kleinen Herzogtums Sachsen-Hildburghausen lässt sich zeigen, wie im 18. und 19. Jahrhundert in Thüringen Papier hergestellt wurde. Bereits 1532 entstand in Schwarzbach an der Schleuse eine erste Papiermühle. 1692 folgte eine weitere in Eisfeld und schließlich 1712 eine dritte in Sachsendorf, je an der Werra.
Papier wurde zu einem immer wichtigeren Rohstoff in dieser Zeit, wobei es damals mit dem heutigen, aus Holzfasern hergestellten Produkt, nichts zu tun hatte. Bereits seit dem 14. Jahrhundert wurde in Europa aus Hadern, also Lumpen und alten Stoffresten, handgeschöpftes Papier hergestellt, das allgemein aufgrund des Produktionsprozesses Büttenpapier hieß. Auch in Südthüringen war dies nicht anders. Dazu erwarben Papiermühlen Stoffreste von Lumpensammlern, die wiederum autorisiert sein mussten, um den benötigten Rohstoff überhaupt ankaufen zu dürfen. Zudem war es bei Strafe verboten, Lumpen außerhalb der Landesgrenzen von Sachsen-Hildburghausen zu bringen.
Offensichtlich schien im Herzogtum zu Beginn des 18. Jahrhunderts ein Mangel an Papier zu herrschen, denn Herzog Ernst begründete die Genehmigung der Konzession der Sachsendorfer Papiermühle unter anderem damit, dass zuvor „viele Centner Haderlumpen wegen des allhiesiger Orten ermangelnden Abganges außer Landes gelassen werden müssen“.

Um überhaupt Papier herstellen zu können, mussten die Hader zunächst zerkleinert werden. Anschließend ließ man sie faulen, um sie zum einen mürbe zu machen und zum anderen von Farbresten zu befreien. Dann kamen die Stücke und Fetzen in ein Stampfwerk der Papiermühle, welches das Ganze zu einer breiigen Masse verarbeitete. Ab dem 18. Jahrhundert wurden sogenannte „Holländer“ eingesetzt, die den Prozess beschleunigten.
Ziel war es, die Fasern aus den Stoffen herauszulösen und sie im Wasser freizusetzen. Schließlich wurden die Papierbogen mit einem Holzrahmen, an dessen Boden sich ein Drahtnetz mit einem Flechtmuster für das jeweilige Wasserzeichen befand, aus der Bütte geschöpft. Anschließend presste man das Papier und trocknete es. Pro Tag konnten so zwischen 3000 und 3500 Bögen entstehen.
Für diesen Prozess war sauberes Wasser zwingend notwendig. Daher verwundert es nicht, dass sich 1841 der Sachsendorfer Papiermacher Johann Georg Matthes über jene Männer beschwerte, die oberhalb seiner Mühle in einem Bereich der Werra fischten. Sie würden durch „Aufrühren des Schlammes“ nicht nur das Wasser verschmutzen, sondern auch die Papierproduktion lahmlegen, klagte er.

Mit Beginn der industriellen Herstellung von Papier aus Holz, ab etwa der Mitte des 19. Jahrhunderts, nahm die Bedeutung des aufwendig hergestellten Büttenpapiers und damit auch die der Handpapierfabriken immer mehr ab. Die Sachsendorfer Papiermühle produzierte nur noch bis 1876 den weißen Rohstoff.





