Noch nichts vor am Wochenende? Sie würden gern irgendwohin, aber die Auswahl ist zu groß? Lassen Sie sich inspirieren von der Auswahl an Wochenend-Tipps von unseren Kulturreporterinnen und -reportern.

Rasiermesserscharfe Intrigen: Wie Figaro die Liebe rettet

Barbier von Sevilla am Theater Nordhausen
Szene aus „Der Barbier von Sevilla“.© Theater Nordhausen | Julia Lormis

Was andere für richtig halten, muss noch lange nicht den eigenen Vorstellungen entsprechen – und ein findiger Barbier weiß, wie man fremde Heiratspläne durchkreuzt. Gioachino Rossinis komische Oper „Der Barbier von Sevilla“ feiert am Samstag, 10. Oktober, um 19.30 Uhr im Großen Haus des Schiller-Theaters in Rudolstadt Premiere.

Sonntag

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Mechthild Harnischmacher inszeniert das musikalische Verwirrspiel um Rosina, Dr. Bartolo und den verkleideten Grafen Almaviva in Kooperation mit dem Theater Nordhausen, es spielen die Thüringer Symphoniker unter Oliver Weder. Gesungen wird italienisch mit deutschen Übertiteln.

Karten gibt es an den Vorverkaufsstellen des Theaters, unter www.schiller-rudolstadt.de sowie an der Theaterkasse in der KulTourDiele, Tel. 03672 450 10 00.

„Eugen Onegin“ und die Tragik verpasster Momente

"Eugen Onegin" am Theater Erfurt
Szene aus der Oper "Eugen Onegin" am Theater Erfurt mit Tetiana Miyus als Tatjana und Máté Sólyom-Nagy als Eugen Onegin© Theater Erfurt | Lutz Edelhoff

Wie verletzlich machen wir uns durch Offenheit? Ist Liebe eine Entscheidung, ein Spiel oder nur echt als schicksalhafte Seelenverwandtschaft? Und welche Entscheidungen im Leben sind nicht umkehrbar?

Tschaikowsky hat mit seiner weltweit meistgespielten Oper „Eugen Onegin“ ein berührendes Werk über verpasste Chancen, falsche Entscheidungen und die Frage, wie Liebe möglich ist, geschrieben. Basierend auf dem Versroman des russischen Nationaldichters Alexander Puschkin geht es um die junge Tatjana vom Land, die sich in den städtischen Eugen Onegin verliebt.

Premiere ist am Theater Erfurt am Samstag, 10. Oktober, 19 Uhr; theater-erfurt.de

Barocke Tierwelt und Telemann auf Schloß Burgk

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Blick auf Schloss Burgk.© Funkemedien | Lutz Prager

In die barocke Tierwelt des Künstlers Johann Elias Ridinger entführt die Kabinettausstellung „Rasselbock und Auerochs“ im Museum Schloß Burgk: Vom 3. Oktober bis 22. November sind ausgewählte Grafiken des berühmten Tier- und Jagddarstellers sowie manch Kurioses zu sehen. Am Samstag, 10. Oktober, lässt Reinhard Glende um 16.00 Uhr unter dem Titel „Telemann und seine Zeit“ die Silbermannorgel erklingen.

Informationen und Karten: Telefon 03663 400119 oder museum@schloss-burgk.de

Marx bittet um Entschuldigung: Karikaturen von Roland Beier in Greiz

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Fürstlich Greizer Park mit Sommerpalais.© Funkemedien | Lutz Prager

„Tut mir leid, Jungs. War nur so ’ne Idee von mir …“ – mit dieser Karl-Marx-Karikatur wurde Roland Beier bekannt. Das Sommerpalais in Greiz eröffnet am Samstag, 10. Oktober, um 11 Uhr im Festsaal im Obergeschoss die erste Überblicksausstellung zu seinem Werk als Karikaturist, Schöpfer von Humorplastiken und gefragter Schulbuchillustrator. Der Künstler hat sein Kommen angekündigt. Parallel widmet sich eine zweite Schau dem Buchillustrator Daniel Chodowiecki (1726–1801).

Die Staatliche Bücher- und Kupferstichsammlung im Sommerpalais Greiz ist von Mittwoch bis Sonntag geöffnet – in der Sommersaison (April bis Oktober) von 11 bis 17 Uhr, in der Wintersaison (November bis März) von 11 bis 16 Uhr

Faust satt in Thüringen: Ganz verschiedene Spielarten in Weimar und Meiningen

»Faust et Hélène & Faust :: Mein Brustkorb : Mein Helm« am DNT Weimar
Punker auf der Bühne: Dascha Trautwein (Margarethe) und Bastian Heidenreich (Faust) am DNT Weimar in „Faust et Hélène & Faust :: Mein Brustkorb : Mein Helm“ von Lili Boulanger und Werner Schwab.© DNT Weimar | Candy Welz

Für zwei letzte Vorstellungen kehrt das „Faust“-Kontrastspiel zurück ins DNT Weimar. Valentin Schwarz’ spartenübergreifende Inszenierung vereint an diesem Freitag, 9. Oktober (und nochmal am 13. November) zwei ganz unterschiedliche Bearbeitungen von Goethes Tragödie: Lili Boulangers lyrische Episode „Faust et Hélène“ von 1913, die von der Liebe Fausts zur schönen Helena erzählt, steht als kurzes Musiktheater mitten in Werner Schwabs wahnwitzigem und sprachgewaltigem Schauspiel „Faust :: Mein Brustkorb : Mein Helm“ aus den frühen 1990er-Jahren. Viele Figuren treten darin als Punker auf.

Einen Tag zuvor, läuft eine bereits ausverkaufte Vorstellung zum ersten Teil der Tragödie von Goethe. Der zweite Teil, der soeben erst als poetisch-politische Revue Premiere feierte, schließt sich am Samstag, 10. Oktober, ab 19.30 Uhr an. Im „Faust & Co.“-Paket gibt es 20 Prozent beim Kauf von Tickets beide Aufführungen am Freitag und Samstag. Mehr dazu unter www.dnt-weimar.de.

Als zeitgenössisches Opernspektakel ist hingegen am Staatstheater Meiningen „Historia von D. Johann Fausten“ nach dem Volksbuch von 1587 zu erleben. Das von Alfred Schnittke komponierte Werk kehrt hier ertsmals seit seiner Uraufführung vor 30 Jahren in Hamburg auf die Bühne zurück.

Den Meiningern ist damit ein musikalischer und szenischer Wurf gelungen, urteilte unser Kritiker nach der Premiere im September. Die nächste Vorstellung findet an diesem Freitag, 9. Oktober, ebenfalls ab 19. 30 Uhr statt. Mehr dazu unter www.staatstheater-meiningen.de.

Die Gestaltung des Klangs: Schweizer Jazzquartett spielt in Altenburg und Nordhausen

Marcel-Lüscher-Quartet
Das Marcel-Lüscher-Quartett kommt nach Thüringen.© Jazzklub Altenburg | Morgan Palun Photographe

Jazz aus der Schweiz bringt das Quartett um den Saxophonisten und Holzblasgeneralisten Marcel Lüscher an diesem Wochenende zweimal nach Thüringen. Am Freitag, 9. Oktober, im Jazzclub Altenburg und am Samstag, 10. Oktober, in der „JazzMangel“ in Nordhausen präsentiert Lüscher dabei „Make Things Happen“: ein erstaunlich optimistischer Titel für ein doch eher melancholisch getuntes Album. Die ausgestellte Virtuosität ist Lüscher dabei fremd. Es geht um die Gestaltung des Klangs und die kreative Suche nach der tragenden Melodie. 

Lüschers Bruder Thomas tendiert dabei im Zusammenspiel mit dem aus dem Nik-Bärtsch-Orbit gelandeten Schlagzeuger Kaspar Rast zu impressionistischen Klangflächen, während Björn Meyer seinen sechssaitigen E-Bass zuweilen als tiefergelegte Gitarre begreift, aber aus der Tiefe des Raums auch gewaltig – auch gewaltig funky – nach vorne drücken kann. Beide Konzertabend beginnen um 20 Uhr.

„Romeo und Julia“ — Große Gefühle im Sinfoniekonzert der Staatskapelle

Die Staatskapelle Weimar tritt mit ihren Sinfoniekonzerten regelmäßig in der Weimarhalle auf.
Die Staatskapelle Weimar tritt mit ihren Sinfoniekonzerten regelmäßig in der Weimarhalle auf.© Michael Baar | Michael Baar

Werke von Béla Bartók, Franz Liszt und Sergej Prokofjew spielt die Staatskapelle Weimar in ihrem zweiten Sinfoniekonzert der Saison. Es steht unter dem Titel „Romeo und Julia“ und ist am Sonntag, 11. Oktober, um 19.30 Uhr sowie Montag, 12. Oktober, um 18 Uhr in der Weimarhalle zu hören. Bartóks Tanzsuite von 1923, mit der er das kulturell so vielfältige Ungarn feierte, eröffnet das Programm mit archaischen Rhythmen und unwiderstehlicher Klangfantasie.

Darauf folgt Liszts in Weimar uraufgeführtes 1. Klavierkonzert in Es-Dur, in dem er große Gesten und kompositorisches Experiment vereinte. Den virtuosen Solopart gestaltet die kroatische Pianistin Martina Filjak., die für die Verbindung von technischer Souveränität und großer Ausdruckskraft international geschätzt wird. Nach der Pause erklingen Auszüge aus Prokofjews Ballettmusik zu „Romeo und Julia“. Das Sinfoniekonzert wird vonm jungen ungarischen Dirigenten Martin Rajna geleitet. Für beide Konzertabende gibt es noch Karten unter www.dnt-weimar.de oder an der Abendkasse.

Zwiebelmarkt in Weimar

Riesenrad zum Zwiebelmarkt
Am Riesenrad des Weimarer Zwiebelmarktes auf dem Rollplatz werden die Gondeln montiert.© Funke Medien Thüringen | Jens Lehnert

Weimar lädt von Freitag, 9. Oktober bis Sonntag, 11. Oktober, zum 373. Weimarer Zwiebelmarkt ein. Rund 450 Händler und Aussteller öffnen ihre Stände, hunderttausende Besucherinnen und Besucher werden erwartet, neun Bühnen sorgen für Live-Musik und mehr. Höhepunkt dürfte das Konzert des Singer-Songwriters Tim Kamrad werden (Samstag, 21.30 Uhr, Goetheplatz).

Traditionell dabei ist ein Riesenrad am Rollplatz, das seine Gäste in 48 Meter Höhe bringt. Eine der Gondeln ist tauglich, um einen Rollstuhl an Bord zu nehmen.

Die Innenstadt ist am Wochenende für den Individualverkehr gesperrt. Zum Parken für Besucher ist ausschließlich an allen drei Veranstaltungstagen der Parkplatz in der Humboldtstraße/Kaufland vorgesehen. Von dort aus wird es einen regelmäßig fahrenden Shuttleverkehr in die Stadt geben. Weimars Stadtbusse fahren an beiden Tagen bis 2 Uhr nachts, die Erfurter Bahn setzt zusätzliche Züge nach Jena und Kranichfeld ein.

Das Zwiebelmarkt-Programm im Überblick gibt es auf der Webseite der Stadt Weimar.