Die Bibliotheken in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen stehen finanziell unter Druck. In Thüringen gaben zwar knapp vier Prozent der Bibliotheken an, mehr Geld zu bekommen. Dagegen ist bei 85 Prozent der öffentlichen Bibliotheken der Etat gleich geblieben oder hat sich verschlechtert. Bundesweit liegt dieser Wert bei 87 Prozent, ergab eine Umfrage des Deutschen Bibliotheksverbandes.

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Beim Thüringer Bibliothekstag am Mittwoch, 21. Oktober, geht es Gera zentral um Zukunftsfragen. Stefan Wally von der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen ist der Hauptreferent. Frauke Schaude von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg wird einen Blick auf Bibliotheken im Spannungsfeld und die ethische Orientierung werfen. Hervorgehoben wird die Stadtbibliothek als Stadtbaustein von Ragna Körby von der Technischen Universität Kaiserslautern-Landau.

Der Bibliothekspreis wird an die Stadtbibliothek Ilmenau verliehen. Diese Einrichtung – untergebracht in einer ehemaligen Kaufhalle – hat die Jury durch besonders kreative Herangehensweise unter schwierigen Vorbedingungen überzeugt.

94 Prozent der öffentlichen Bibliotheken in Sachsen-Anhalt gaben an, einen stagnierenden oder sinkenden Etat zu haben. „Aufgrund allgemeiner Preissteigerung und wachsender Personalkosten“ komme das „einer realen Budgetkürzung“ gleich, sagte eine Sprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

In Sachsen gaben etwa zwei Drittel der öffentlichen Bibliotheken an, einen stagnierenden Etat zu haben. In weiteren knapp 20 Prozent der dortigen Bibliotheken sei das Budget sogar nominal gekürzt worden. Nur rund neun Prozent berichteten, mehr Geld erhalten zu haben.

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Für die Erhebung hat der Deutsche Bibliotheksverband von Juni bis Juli 2026 bundesweit 1385 öffentliche Bibliotheken befragt. Gefragt wurde, wie sich das Gesamtbudget für 2026 – nach derzeitigem Wissensstand – im Vergleich zum Vorjahr verändert. Auf Anfrage der dpa hat der Verband die Zahlen für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ausgewertet.

Der Verband fordert angesichts des finanziellen Drucks eine nationale Konsortialstelle für öffentliche Bibliotheken, damit diese ihre Verhandlungsposition stärken und digitale Angebote wie Lizenzen kostengünstiger erwerben könnten.

Trotz der Engpässe würden Bibliotheken beliebter, heißt es in einer Mitteilung. In Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt haben die öffentlichen Bibliotheken im vergangenen Jahr etwas mehr als 9,4 Millionen Besuche verzeichnet. 2024 waren es knapp 9,3 Millionen. Das geht aus den Zahlen der Deutschen Bibliotheksstatistik hervor, die der Deutsche Bibliotheksverband erhoben hat.

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