13 Prozent. So viele Befragte sind laut dem aktuellen „ARD-DeutschlandTrend“ mit der Arbeit von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zufrieden. „Der Tiefstwert von Friedrich Merz“, sagt Markus Lanz. „Ich glaube, es liegt nicht nur an ihm“, sagt die Chefredakteurin Digital der FUNKE-Zentralredaktion, Melanie Amann. Ganz freisprechen will sie ihn aber auch nicht.
Im Studio sitzen neben Amann der frühere Kanzleramts- und Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und Olaf Scholz’ früherer Kanzleramtschef Wolfgang Schmidt (SPD). Offiziell geht es um Reformpläne und die Herausforderungen des Merz-Kabinetts. Bald geht es eher darum, ob Merz eine Regierung führt oder einen Betrieb.
Für Kanzler Merz zum Träumen: Merkels Tiefstwert von 40 Prozent
„Es hängt einfach damit zusammen, dass die Probleme sehr groß sind“, sagt Altmaier zu Merz’ schlechten Werten. Die Parteien der Mitte hätten den Mund zu voll genommen, „die Enttäuschung war vorprogrammiert“. Lanz hakt nach: Ob die Runde noch die Werte von Angela Merkel im Kopf habe. „Ich möchte jetzt nicht damit angeben“, sagt Altmaier. Sagt dann, dass ihm Zahlen nicht so wichtig sind. Der schlechteste Zufriedenheitswert Angela Merkels habe laut Lanz bei 40 Prozent gelegen. „Scholz war bei 18 Prozent“, ergänzt Lanz.
Schmidt erinnert daran, wie sich in Union und SPD bereits während der letzten Großen Koalition der Frust aufgebaut habe, „mit diesen anderen regieren zu müssen“. Für einen Kipppunkt hält er die Auseinandersetzungen ums Impfen: „Da ist die Stimmung gekippt.“
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Prozentwerte spielten aber nicht die Hauptrolle. Lanz widerspricht: „Aber eine gewisse Zustimmung ist ja wichtig.“ Wichtiger sei, so Schmidt, dass man intern „brutal ehrlich“, sei. „Sonst hätte ich es so lange mit Scholz auch nicht ausgehalten.“
Amann überträgt das auf Friedrich Merz: „Die brutale Ehrlichkeit muss man abkönnen, und ich glaube, er kann sie nicht ab.“ Im Kanzleramt gebe es keinen „Safe Space“, in dem enge Vertraute ihm alles sagen könnten – und er es annehme. Die Journalistin beruft sich auf Gespräche mit Beteiligten.

Friedrich Merz als „CEO der Regierung“
Merz sehe sich, so Amann unter Verweis auf das „Spiegel“-Interview, eher als „CEO der Regierung“. Darin habe er von guter Stimmung auf der „Mitarbeiterebene“ gesprochen. Minister seien aber nicht einfach Leute, „die für ihn liefern müssen“, sondern seine Sparringspartner. Sie seien keine Beschäftigten, „die du in der Probezeit entlassen kannst, wenn sie nicht liefern“.
Auch die Nähe zu den Ministerpräsidenten fehle Merz, so Amann. Merkel habe „bis in die Puppen bei Wein“ mit ihnen zusammengesessen und genau gewusst, auf welche Befindlichkeiten sie achten müsse. Altmaier widerspricht nur halb: Leicht sei der Umgang mit den selbstbewussten Ministerpräsidenten auch unter Merkel nie gewesen. Sie nähmen vom Bund, was sie bekommen könnten, und seien sich dabei meist einig. Das klingt nach Föderalismus. Nur mit Wein.
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Wer sagt dem Kanzler die Wahrheit?
Auch der Vergleich zwischen Merkel und Scholz gibt mehr her als gedacht. „Beide Kanzler, Scholz und Merkel, hatten eine ähnliche Form der Kommunikation, sehr reduziert, beide irgendwie spröde“, sagt Amann. Beide seien „keine Person zum Umarmen“ gewesen.
Trotzdem hätten die Menschen bei Merkel das Gefühl gehabt, da stehe jemand mit Autorität. Bei Scholz sei dieselbe Sprödigkeit als „Mangel an Autorität“ wahrgenommen worden. Lanz sagt, Scholz habe immer etwas verströmt wie: „Ich weiß es eigentlich besser.“
Die eigentliche Frage bleibt unbeantwortet: Wer sagt dem Kanzler, wenn etwas nicht funktioniert?




![Friedrich Merz (CDU) und Bärbel Bas (SPD) im Juni im Bundeskanzleramt. Pressekonferenz [press conference] nach der ?bergabe des Berichts der Altersicherungskommission zur Rentenreform in Berlin](https://img.sparknews.funkemedien.de/413277497/413277497_1790592399_v16_9_1200.jpeg)

