Berlin. Die nächste Corona-Welle ist da. Die Meisten werden zwar nicht mehr schwer krank. Dennoch: Öfter Maske zu tragen, wäre wieder sinnvoll.

Corona“ – viele können das Wort nicht mehr hören, wollen es nicht mehr hören. Für manch einen ist zum Reizwort geworden. Aber so bitter es erscheinen mag: Corona ist immer noch ein Thema. Alles andere wäre bei einem Virus auch ungewöhnlich, wäre für eine Endemie ungewöhnlich.

Sars-CoV-2 hat sich eingereiht in den bunten Blumenstrauß an Atemwegsinfekten, die uns spätestens jeden Herbst und Winter wieder aufs neue beglücken. Corona bestimmt gemeinsam mit Rhinoviren derzeit das Infektionsgeschehen. Die Zahl der sogenannten akuten respiratorischen Erkrankungen – kurz ARE – steigt weiter an, wie der aktuelle ARE-Wochenbericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) zeigt.

Respiratio ist lateinisch und bedeutet Atemholen. Gemeint sind mit ARE also Erkrankungen, die die Atmung beziehungsweise die Atemwege betreffen. Dazu zählen neben Covid-19 unter anderem auch grippale Infekte und vergleichsweise harmlose Erkältungen. Brauchen tut man nichts davon.

Krankheits-Welle: Auswirkungen deutlich spürbar

Die Zahl der Betroffenen ist laut Experten trotz weiter leichten Anstiegs zwar recht stabil, aber das auf hohem Niveau. Schon jetzt zeigen sich die krankheitsbedingten Auswirkungen: Geschäfte müssen geschlossen bleiben oder zumindest Öffnungszeiten verkürzen, viele Kindertagesstätten fahren auf Notbetrieb, die Arbeitsbelastung in Unternehmen steigt durch immer mehr Kolleginnen und Kollegen, die krank zu Hause bleiben müssen.

Warum also nicht wieder öfters zur Maske greifen? Spätestens in der Pandemie haben wir gelernt, dass dies die Ausbreitung von Krankheitserregern effektiv eindämmen kann – und man sich mit ihr auch selbst vor Erregern schützt. Maske zu tragen, mag dem ein oder anderen lästig oder unangenehm sein. Aber ist das eine Infektion nicht umso mehr.

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Gerade FFP2-Masken sind äußerst wirksam, um Viren zurückzuhalten und sie verhindern auch, dass diese in die eigenen Atemwege gelangen – einen korrekten Sitz, der Mund und Nase gut umschließt, natürlich vorausgesetzt. Das konnten Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen in diversen Experiment nachweisen.

Anne-Kathrin Neuberg-Vural ist Redakteur im Ressort Ratgeber & Wissen in der Funke Zentralredaktion.
Anne-Kathrin Neuberg-Vural ist Redakteur im Ressort Ratgeber & Wissen in der Funke Zentralredaktion. © FUNKE Foto Services | Reto Klar

Corona: Masketragen als Zeichen der Solidarität

Es kann nicht sein, dass Hausärzte berichten, dass sie Patienten am Wochenende im Supermarkt sehen – ohne Maske! – und diese dann am Montag erneut im Sprechzimmer haben mit der Aussage: „Herr Doktor, ich bin immer noch coronapositiv.“

Das ist nicht nur egoistisch, sondern auch unverantwortlich. Den wenigsten wird es Spaß machen, krank zu sein und sich erschöpft durch den Alltag zu kämpfen. Symptome wie laufende Nase, Niesen, Husten, Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen oder gar Fieber sind mindestens lästig. Und das schon für sonst eigentlich gesunde, fitte Menschen.

Zudem gibt es noch immer Menschen, deren Körper eine Infektion weniger gut verkraftet, bei denen es auch in einer Endemie keine leichten Verläufe gibt. Wenn wir uns nicht selbst schützen wollen, dann bitte zumindest diese vulnerablen Gruppen.

Keine Maskenpflicht, aber deutliche Maskenempfehlung

Klar. Niemand ist mehr verpflichtet, eine Maske zu tragen. Jeder kann hier tun und lassen, was er oder sie für richtig hält. Aber Mitmenschlichkeit, Anstand und Verantwortungsbewusstsein gebieten es, dieses einfache und hocheffektive Mittel wenigstens im Krankheitsfall zu nutzen, um die eigenen Erreger nicht wissentlich in öffentlichen Bereichen weiterzuverbreiten. Das gilt für den Supermarkt genauso wie etwa für Bus, Bahn oder Apotheke.

Wer sich dies gar nicht vorstellen kann, der möge dann aber bitte wenigstens tief durchatmen – ganz im Zeichen von „respiratio“ – und die Menschen in Ruhe lassen, die den Nutzen einer Maske für sich erkennen. Skeptische oder gar böse Blicke oder Kommentare haben sie nicht verdient – sondern Anerkennung.