Berlin. Durch das Hochwasser der letzten Tage ist das Trinkwasser teils mit Bakterien belastet. Wo Behörden nun ein Abkochgebot erlassen haben.

Der Dauerregen der vergangenen Tage hat für viele deutsche Städte gravierende Folgen. In Minden hat die Hochwassersituation nun sogar Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung. Wie die Stadt am Freitag mitteilte, ist das Trinkwasser teilweise mit Bakterien verunreinigt, weshalb nun ein Abkochgebot gilt.

Wegen Hochwasser: Trinkwasser in Minden mit Bakterien verunreinigt

Die Stadtwerke Minden mussten bereits am Mittwochnachmittag mitteilen, dass wegen des Hochwassers insgesamt sieben von 16 Brunnen zur Trinkwassergewinnung abgeschaltet werden mussten. Durch die eingeschränkte Trinkwassergewinnung sei es nun zu einer Verkeimung des Trinkwassers gekommen, teilte die Stadt Minden mit.

Die Bakterien können zu Durchfall und anderen Erkrankungen führen. Das Gesundheitsamt hat deshalb für Minden mit Ausnahme des rechten Weserufers ein Abkochgebot erlassen. Demnach muss alles Wasser, das zum Trinken, Waschen und zur Zubereitung von Obst, Gemüse, Getränken und anderen ungekochten Speisen verwendet wird, abgekocht werden. Das gilt auch für Wasser, das zum Zähneputzen und zum Reinigen von Lebensmitteln und Geschirr verwendet wird.

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Deutschland: Wo jetzt ein Abkochgebot gilt

Nach Angaben der Stadt Minden ist das gesamte Stadtgebiet von der Verunreinigung betroffen. Ausgenommen ist das rechte Weserufer. Dazu gehören die Stadtteile Dankersen, Leteln, Aminghausen, Päpinghausen, Meißen und das rechte Weserufer sowie das Johannes-Wesling-Klinikum.

In Überschwemmungsgebieten sollte das Wasser trotzdem abgekocht werden, empfiehlt das Umweltbundesamt. Durch Hochwasser könnten verschiedene Schadstoffe in Grund- und Oberflächengewässer gelangen, etwa Dünger und Pflanzenschutzmittel. Dadurch würde sich die Wasserqualität verschlechtern. Besonders von Hochwasser und Überschwemmungen betroffen sind derzeit Niedersachsen, Bremen, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und Nordrhein-Westfalen. Kritisch ist die Lage unter anderem an Elbe, Aller, Oker, Leine und Weser.

Wer unsicher ist, ob das Wasser in seiner Region abgekocht werden muss, kann sich bei den Gesundheitsämtern informieren, die für die Wasserqualität zuständig sind und anordnen, ob und ab wann Trink- und Leitungswasser abgekocht werden muss.

Wasser abkochen: Ist es dann trinkbar?

Das Abkochen des Wassers hat den Zweck, die im Wasser enthaltenen Krankheitskeime weitgehend abzutöten. Dazu muss das Wasser nach Angaben des Gesundheitsamtes einmal sprudelnd aufgekocht und anschließend mindestens 10 Minuten abgekühlt werden. Danach kann das abgekochte Trinkwasser zur Zubereitung von Speisen oder zum Waschen von Obst, Salat oder Gemüse verwendet werden. Alternativ kann auch auf abgepacktes Mineral- oder Tafelwasser zurückgegriffen werden.

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Sobald die Ursachen für die Störung und Verunreinigung des Mindener Trinkwassers gefunden und beseitigt sind, werden die Bürgerinnen und Bürger über die Aufhebung des Abkochgebots informiert. Bis dahin bleibt das Abkochgebot bestehen.

Mehr dazu:Hochwasser: Wann man sein Trinken abkochen muss