Eine neue Studie des Max-Planck-Instituts in München hat erforscht, was die Pupillen über eine Depressionserkrankung verraten könnten.

Die Augen sind bekanntlich der Spiegel der Seele: Jetzt haben Forschende des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München bei einer Studie herausgefunden, dass eine Depression an den Pupillen abgelesen werden kann. Demnach gebe es offenbar einen Zusammenhang zwischen Depressionen und der Reaktion der Pupillen. „Jüngste Arbeiten zur Pupillometrie haben gezeigt, dass der Pupillenlichtreflex, der ein Index für die Pupillengröße als Reaktion auf Licht ist und durch eine sofortige Verengung gefolgt von einer Erweiterung gekennzeichnet ist, bei Depressionen verändert ist“, schreiben die Autoren in der Studie.

Insgesamt hatte die Studie 201 Teilnehmer. Dafür mussten sie in eine Hochleistungskamera blicken, während sie eine Aufgabe lösten. Den Wissenschaftlern gelang es dabei, einen Kontext zwischen der Pupillenreaktion und der Fähigkeit, sich zu freuen, herzustellen.

„Es wurde beobachtet, dass Patienten mit einer MDD-Diagnose (MDD = Major Depressive Disorder; Anm. d. Red.) im Vergleich zu Kontrollteilnehmern eine abgeschwächte Konstriktionsgeschwindigkeit (Konstriktion = Zusammenziehung; Anm. d. Red.) und eine insgesamt geringere Konstriktionsänderung der Pupille als Reaktion auf Lichtreize aufwiesen“, heißt es weiter. Zusammengefasst bedeutet das, dass sich bei depressiven Menschen die Pupillen nicht so stark erweitern, wenn sie etwa etwas Schönes erleben oder eine Belohnung bekommen, wie das bei gesunden Menschen der Fall ist.

Depressionen an den Pupillen erkennen: Das bedeutet das für die Forschung

Zudem gelte: Je stärker die Depression, desto kleiner sei die Größenveränderung der Pupille. Bestimmte Teile des Nervensystems seien offenbar weniger aktiv. „Dies kann wertvolle Informationen für die Behandlungszuweisung und die Untersuchung des frühen Ansprechens auf die Behandlung liefern“, erklären die Autoren.

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Laut einer Studie von 2016 sind 5,3 Millionen der erwachsenen Deutschen (18 bis 79 Jahre) im Laufe eines Jahres an einer unipolaren oder depressiven Störung erkrankt. Kinder und Jugendliche sowie Menschen, die älter als 79 Jahre sind, sind dabei nicht mit einberechnet.