Gericht weist Eilanträge gegen Schließung der Gaststätten in Greiz ab

Gera.  Im Landkreis Greiz bleiben die Innenbereiche von Gaststätten vorerst geschlossen. Das Verwaltungsgericht Gera lehnte am Freitagabend acht Eilanträge ab.

Am Verwaltungsgericht Gera wurden am Freitagabend acht Eilanträge abgelehnt.

Am Verwaltungsgericht Gera wurden am Freitagabend acht Eilanträge abgelehnt.

Foto: Tino Zippel

Das Verwaltungsgericht Gera hat am Freitagabend acht Eilanträge gegen die verschärften Corona-Regeln im besonders betroffenen Landkreis Greiz abgelehnt. Damit bleibt der Innenbereich von Gaststätten in der Region bis zum 28. Mai geschlossen. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

Der Landkreis hatte wegen der hohen Infektionsrate in der Region auf Druck von Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) eine Öffnung nur im Außenbereich gestattet. Diese Maßnahme bestätigte nun das Geraer Gericht.

Die Einschränkung wiege nicht so schwer wie die möglichen Gefahren einer „besonders dynamischen Verbreitung“ des Corona-Virus, heißt es in der vorläufigen Entscheidung. Der Kreis Greiz ist ein Schwerpunkt der Corona-Infektionen. Die Infektionsrate lag bis vor kurzem über der zwischen Bund und Ländern vereinbarten Obergrenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Am Freitag sank der Wert laut der Staatskanzlei in Erfurt allerdings auf 48,9.

Der Landkreis hatte ursprünglich die Gaststätten wie im restlichen Thüringen am Freitag vollständig öffnen wollen. Daraufhin hatte Werner den das Landratsamt angewiesen, die Innengastronomie per Verfügung bis mindestens 28. Mai geschlossen zu halten. Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) bezeichnete die Vorgabe als „unsinnig und unverhältnismäßig“, setzte sie aber um.

Ministerin Werner verteidigte am Freitag nochmals ihr Vorgehen. „Die Expertinnen und Experten aus meinem Ministerium haben höchst verantwortungsvoll abgewogen“, sagte sie dieser Zeitung. „Die Öffnung der Gastronomie nur im Außenbereich ist ein maßvoller Eingriff.“ Gerade in geschlossenen und schlecht belüfteten Räumen könne es zur Ausbreitung des Virus kommen. „Mir ist bewusst, wie schwer diese Maßnahme die Beschäftigten in der Gastronomie trifft“, sagte Werner. „Aber letztlich geht es darum, Leben zu retten.“

Man müsse die Ausbreitung des Coronavirus auch im Landkreis Greiz in den Griff bekommen. „Diese Verantwortung übernehmen wir als Landesregierung“, erklärte die Ministerin. Im Landkreis Greiz mit rund 98.000 Einwohnern wurde etwa ein Fünftel aller Thüringer Corona-Infektionen registriert. 41 Menschen starben mit dem Virus, landesweit waren es bisher 135.