50 Jahre ega: Als die Zentralgaststätte noch Mittelpunkt war

Ein Filetstück der baulichen Architektur und bedeutsamer Bestandteil der Infrastruktur des Ensembles der iga 61 war zweifelsohne der Komplex der Zentralgaststätte. Damit wurde optisch zugleich auch der Übergang vom alten Cyriakspark zum neu erschlossenen Teil des Ausstellungsgebäudes markiert.

Der Stolz der iga, die inzwischen abgerissene Zentralgaststätte, wurde 1966 für den Umschlag des ersten iga-Bildbandes ausgewählt. Repro: Sammlung Kolbe

Der Stolz der iga, die inzwischen abgerissene Zentralgaststätte, wurde 1966 für den Umschlag des ersten iga-Bildbandes ausgewählt. Repro: Sammlung Kolbe

Foto: zgt

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Erfurt. Den breitesten Raum nahmen Speisesaal und Versorgungstrakt im Erdgeschoss ein, in dem einige hundert Gäste gleichzeitig Platz fanden. Die damals üblichen Schlangen der Besucher an den Kassen des Selbstbedienungsobjektes sind älteren Erfurtern sicher noch heute ebenso in Erinnerung wie das durchaus gute Angebot von Speisen und Getränken entsprechend der zeitgemäßen Möglichkeiten.

Oben mit Tanzcafé

Unmittelbar anschließend und mit Durchgängen für Bedienung versehen, befand sich die Glashalle mit dem Charakter eines Veranstaltungssaales, in dem ständig kulturelle Programme, aber auch Konferenzen und Ähnliches durchgeführt wurden. Viele Feiern gesellschaftlicher Organisationen - von Betrieben bis zum Kleingartenverband -, vor allem aber iga-spezifische Höhepunkte wie Rosentaufen, Erntefeste oder Ausstellungseröffnungen fanden hier einen schönen Standort. Das Tanzcafé befand sich im Obergeschoss und diente tagsüber vor allem den iga-Gästen. Insbesondere an den Abenden erfüllte es die Funktionen eines Kulturhauses, in dem vom Abiturienten- oder Tanzstundenball bis zum bunten Unterhaltungsprogramm alles Mögliche stattfand. Der Zugang führte über die Stufen der von außen angebauten Rendezvousbrücke, die im Gelände einen markanten Akzent setzte.

In den ersten Nachwendejahren wurde der gesamte Komplex derart vernachlässigt, dass man damit seinen Abriss zu rechtfertigen glaubte. Hier kam der Denkmalschutz für die "iga ’61" leider zu spät.

Dieses Schicksal teilten aus verschiedenen Gründen auch andere gastronomische Objekte wie die große Zeltgaststätte, die Pflanzenhalle 10, das Südcafé, die Sternwarte oder der iga-Club, so dass noch heute nach neuen, zeitgemäßen Lösungen gesucht wird.

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