Elektronikmesse

IFA 2019 – Welche Technik das Leben jetzt besser machen soll

Berlin.  Am Freitag startet die Elektronikmesse IFA in Berlin für die Öffentlichkeit. Was sollten die Besucher in diesem Jahr nicht verpassen?

Die IFA ist die weltweit größte Fachmesse für Unterhaltungs- und Gebrauchselektronik. Zu sehen ist auch das Samsung Galaxy Fold Tablet-Smartphone.

Die IFA ist die weltweit größte Fachmesse für Unterhaltungs- und Gebrauchselektronik. Zu sehen ist auch das Samsung Galaxy Fold Tablet-Smartphone.

Foto: Simon Nagel / dpa

Ab sofort können Technikfans in Berlin wieder auf Tuchfühlung mit den neuesten Errungenschaften der Unterhaltungs- und Hauselektronik gehen – denn die Elektronikmesse IFA öffnet am heutigen Freitag für die Öffentlichkeit. Die Redaktion konnte sich auf den Pressetagen die Neuvorstellungen und Highlights bereits vorab anschauen. Ein Überblick, was man auf der IFA nicht verpassen sollte.

Weiße Ware

Im Bereich der Küchen- und Haushaltsgeräte werden vor allem Vernetzung und Effizienz vorangetrieben. Spannend ist allerdings eine Bosch-Neuvorstellung für die Küche: der Cookit. Auf den ersten Blick handelt es sich dabei um eine schicke Bosch-Variante des Thermomix (Test: Vorwerk Thermomix TM6 – so schlägt sich die Neuauflage ): Auch Cookit kann Speisen auf die verschiedensten Arten zerkleinern, rühren, kneten und zubereiten, hat eine integrierte Waage und zeigt auf einem großen Touchdisplay auf Wunsch die einzelnen Schritte detailliert an.

Im Gegensatz zum Vorbild von Vorwerk bietet er dabei aber einen Topfboden, der sich mit 17 Zentimetern Durchmesser durchaus zum flächigen Anbraten von Fleischstücken eignet. Zudem erreicht der Cookit laut Bosch eine Brattemperatur von 200 Grad, was sich gerade zum Braten deutlich besser eignet als die lediglich 160 Grad, die der aktuelle Thermomix erreicht.

Zu guter Letzt ist auch der Topf selbst größer: Mit drei Litern Fassungsvermögen ist er deutlich größer als der des Vorbilds, dort ist bei 2,2 Litern Schluss. Der Cookit hat also tatsächlich das Potenzial zum Thermomix-Killer zu werden, wenn er Anfang 2020 auf den Markt kommt. Einen Preis nannte Bosch bislang noch nicht, nur dass sich das Gerät im Premium-Segment befindet.

Boschs Küchenmaschine Cookit: Ist das der Thermomix-Killer

Smartphones

Der superschnelle neue Mobilfunkstandard 5G beschäftigt natürlich auch die IFA. Bislang gibt es allerdings nur in einigen Großstädten überhaupt 5G-Empfang und die wenigen bereits verfügbaren Geräte sind teuer. Mit dem neuen A90 5G hat Samsung nun auch ein erstes Gerät aus einer Mittelklasse-Serie mit entsprechendem Mobilfunkmodem vorgestellt.

Das A90 5G soll noch im September in Deutschland erhältlich sein. Ob der Preis von 749 Euro wirklich noch die Bezeichnung „Mittelklasse“ rechtfertigt, ist allerdings fraglich. Deutlich teurer ist eine andere Neuvorstellung: Das bislang etwas glücklose Galaxy Fold, Samsung erstes Handy, dessen flexibles Display sich auf die Größe eines kleinen Tablets entfalten lässt, kommt nun ab dem 18. September in Deutschland auf den Markt.

Bei seinem ursprünglichen Start im Frühjahr hatte es massive technische Probleme gegeben. Die sollen jetzt ausgeräumt sein. Natürlich unterstützt das Smartphone ebenfalls 5G – zu einem Preis von 2100 Euro dürfte es allerdings nur für eine kleine Zielgruppe interessant sein. Anders als erhofft zeigte weder Huawei noch TCL ebenfalls ein marktreifes Falttelefon. Bei TCL darf man allerdings einen funktionsfähigen Prototypen auf dem Messestand bestaunen.

Smarthome

Mit reichlich Verspätung kommt nun schließlich der Smart-Speaker (150 Euro) der Telekom auf den Markt. Im Prinzip funktioniert er wie Amazons Echo-Lautsprecher, nur dass er auf das Signalwort „Hallo Magenta“ hört. Hat er das Signalwort erkannt leuchtet ein LED-Ring um die runde Box Pink auf.

Mit dem Gerät soll man Musik hören oder smarte Gerätschaft steuern können. Entwickelt sei es streng nach europäischen Datenschutz-Vorgaben, so die Telekom. Wer will, kann auch Amazons Alexa auf dem Gerät aktivieren und nutzen. Hört Alexa statt Magenta zu, erkennt man das am blau leuchtenden LED-Ring.

Wie man Sprachaufnahmen bei Alexa, Facebook und Co. löscht

US-Multiroom-Pionier Sonos stellt auf der IFA mit dem Sonos Move (400 Euro, ab 24. September) den ersten akkubetriebenen Lautsprecher seiner Produktlinie vor. Das Gerät spielt bis zu 10 Stunden Musik ohne Netzverbindung, ist laut IP56-Rating gegen Stürze, Staub und Feuchtigkeit geschützt und kann entweder ganz normal per WLAN oder auch via Bluetooth mit Musik versorgt werden.

Das besondere am neuen Sonos Move: Sobald er bewegt wird, misst der Lautsprecher mithilfe von internen Mikrofonen den eigenen Sound aus und passt die Klangeigenschaften entsprechend an. In einer kurzen Demo auf der Messe klang das Gerät sowohl in Innenräumen als auch im freien erstaunlich gut. Ein Ausmessen via Handy ist hier nicht mehr nötig.

TV

Im TV-Sektor wurden die absoluten Neuheiten - etwa der aufrollbare Fernseher von LG, oder die Mikro-LED-Technik von Samsung - bereits Anfang des Jahres auf der CES in Las Vegas gezeigt. Einzig Panasonic präsentiert mit seinem transparenten OLED-TV einen neuen Prototypen. Ist der Schirm klar, sieht das Gerät im Holzrahmen wie eine Vitrine aus, in der Gegenstände hinter dem Display präsentiert werden können. Eingeschaltet wird die unauffällige Glasscheibe plötzlich zum OLED-TV. Ob Panasonic die Studie später tatsächlich auf den Markt bringen will, ist nicht bekannt.

Philips-TV im Test: Edler Fernseher mit Soundbar an Bord

Außerdem will LG nun seine ersten 8K-Fernseher ausliefern - also Geräte mit 16-mal so vielen Bildpunkten wie ein Full-HD-TV. Das 75-Zoll-Gerät mit LCD-Panel kostet 5000 Euro, das OLED-Gerät mit 88 Zoll satte 30.000 Euro. Samsung stellt auf der IFA übrigens ein neues 55-Zoll-Gerät mit 8K-Auflösung vor, das Mitte September erhältlich sein soll, der Preis ist noch nicht bekannt.

Natürlich sind LG und Samsung nicht die einzigen, die 8K-Fernseher mit auf die Messe gebracht haben - allerdings liegen die Geräte der übrigen Hersteller preislich meist weit über den Möglichkeiten von Durchschnittsverbrauchern. Sonys ZG9 etwa, wird in zwei Größen verkauft - das 85-Zoll-Modell ist mit einem Preis von 16.000 Euro dabei noch das Schnäppchen. Das 98-Zoll-Modell (2,5 Meter) liegt mit einem Preis von 80.000 Euro weit jenseits üblicher Preisgefüge.

CES: LG bringt den aufrollbarer Fernseher auf den Markt

Amazon bietet unterdessen noch mehr Möglichkeiten, um seine FireTV-Plattform und damit auch die Alexa-Sprachsteuerung für den Fernseher zu nutzen. Mit FireTV-Edition lassen sich die Funktionen etwa direkt in den Fernseher integrieren. Grundig bringt in diesem Herbst als erster Hersteller gleich vier so ausgestattete TV-Modellreihen auf den Markt, vom kleinen 32-Zoll-Gerät (ab 350 Euro) bis hin zu großen OLED-Geräten (ab 1300 Euro).

PCs

PC-Hersteller versuchen ihre Geräte weiter an dessen schärfsten Konkurrenten heranzubringen: das Smartphone. Aus diesem Grund hat Chiphersteller Intel „Project Athena“ erdacht: Notebooks, die die Anforderungen erfüllen, sollen sich so mühelos wie Smartphones bedienen lassen.

Dafür müssen sie etwa innerhalb von weniger als einer Sekunde aus dem Schlafzustand aufwachen, sich bequem per Gesicht oder Fingerabdruck entsperren lassen, länger als einen Arbeitstag durchhalten und nach nur 30 Minuten Ladezeit wieder Energie für mindestens vier Stunden weitere Stunden haben.

Eines der ersten Geräte, die Intels umfangreichen Anforderungskatalog erfüllen, ist das neue Swift 5 (ab 1000 Euro, Ende September erhältlich): Mit nur 990 Gramm Gewicht ist es laut Acer das leichteste 14-Zoll-Notebook auf dem Markt. Schneller SSD-Speicher, neuestes WLAN nach Wifi-6-Standard sowie USB-C-Anschlüsse mit Thunderbolt 3 sorgen dafür, dass es trotz der langen Laufzeit viel Leistung bietet. Lenovo soll am Donnerstagabend weitere vergleichbare Geräte vorstellen.

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