Spielemesse

Die neuesten Spieletrends: Sechs Empfehlungen von der Messe

Essen.  Was auf der weltgrößten Messe für Gesellschaftsspiele in Essen gezeigt wird, passt unter jeden Weihnachtsbaum. Sechs Empfehlungen.

Brettspiele erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Wir stellen die neuen Trends vor.

Brettspiele erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Wir stellen die neuen Trends vor.

Foto: vgajic / iStock

Mehr als 1500 Neuheiten präsentiert von rund 1200 Ausstellern aus 53 Nationen gibt es vom heutigen Mittwoch an und noch bis Sonntag auf der weltweit größten Spielemesse in Essen zu bestaunen. Wir haben vorab ein paar Titel getestet und stellen sechs davon vor.

Spielemesse in Essen gestartet: Das sind die neusten Spiel-Trends

Für Taktiker

Welch ein gelungenes Erkundungsspiel. Bei „Die Inseln im Nebel“ arbeiten die Spieler darauf hin, mit sechseckigen Plättchen die Landschaften am Rande ihres Tableaus mit der Mitte zu verbinden. Gelingt dies nicht, gehen Bonuspunkte verloren.

Doch Achtung: Wer nur auf die Boni aus ist, vernachlässigt vielleicht die Minuspunkte-Felder. Sie zu überdecken, macht fehlende Bonuspunkte womöglich wett. Sorgfältig abzuwägen ist bei diesem anspruchsvollen Plättchen-Legespiel das A und O.

Zudem gilt es seine Energiereserven gut einzuteilen und beim Auswählen und Legen von Landschafts-Plättchen taktisch schlau vorzugehen.


Fazit: Ein Spiel, bei dem zahlreiche Wege zum Sieg führen und zwei Erweiterungsmodule für noch mehr Varianz sorgen. Klasse!

Für Wagemutige

Natürlich ist es nur aufgedrucktes Wasser, das nach dem Spielaufbau von „Grizzly“ von der Schachtel auf den Tisch beziehungsweise auf die Fortsetzung des Spielplans hinunterfließt. Trotzdem: Der Wasserfalleffekt ist cool!

Werden nämlich neue Plättchen in die Bahnen des Spielplans geschoben, stürzen die an der Wasserfallkante liegenden Plättchen, Fische und Bären ab.

Pech für die Besitzer der Bären ist: Ihre Beute geht verloren und ihre Figur muss zurück zum Start. Was also tun? Viel riskieren und sich an die Kante wagen, wo sich die meisten Fische tummeln? Oder eher weniger riskieren und sich mit kleiner, aber sicherer Beute zufriedengeben?


Fazit: einfach, einladend, spannend.

Für Städtebauer

Die Fangemeinde des Computerspiels „Cities: Skylines“ ist riesig: Mehr als sechs Millionen Menschen haben sich die Städtebausimulation gekauft.

Auch bei dem gleichnamigen Brettspiel geht es darum, Flächen geschickt zu gestalten. Sitzen mehrere Spieler am Tisch, gilt es diese Aufgabe gemeinsam zu meistern. Jeder kann sich mit seinen Karten einbringen und für sinnvolle Kombinationen von Gebäuden und Zonen werben.

Ziel ist es, durch clevere Absprachen für möglichst glückliche Bewohner zu sorgen und Verkehrs-, Umwelt- sowie andere Belastungen zu meiden.
Fazit: Ein Spiel für Teamspieler, die schwierige Aufgaben lieben, denn durch weitere Module werden die Anforderungen immer komplexer.

Für Würfelfreunde

Würfelspiele sind Glücksspiele. Bei „Copenhagen – Roll & Write“ kann aber auch taktiert werden. Die Farbwürfel sind gefallen und der Spieler ist mit dem Ergebnis nicht zufrieden? Farbleisten neben der Hausfassade, die es mit Mauerteilen zu füllen gilt, eröffnen schöne Alternativen – etwa nochmals zu würfeln oder einen imaginären Würfel zum Ergebnis dazuzuzählen.

Spieler, die gut planen und Glück beim Würfeln haben, können ihre Bauvorhaben meist recht gut verwirklichen.
Fazit: Gelungene Variante des Brettspiels; hier wie dort gilt es, rechtzeitig die meisten Punkte abzugreifen.

Für Kinder

Laufspiele existieren viele. Besondere Laufspiele hingegen gibt es selten. „Speedy Roll“ sticht in dieser Hinsicht hervor. Um zu ermitteln, wie weit die Spieler mit ihren Figuren vorwärtsziehen dürfen, müssen sie nämlich einen kleinen Tennisball über diverse Waldteile rollen.

Die Pilze, Äpfel und Blätter können sich dann mit ihrer rauen Seite in der fusseligen Oberfläche des Balls verhaken. Die hängen gebliebenen Teile geben vor, wie viele Schritte machbar sein könnten. Kniffelig ist: Um möglichst weit nach vorn zu kommen, gilt es passende Kombinationen zu „errollen“.
Fazit: Wunderbar für Kindergartenkinder geeignet; bei der kooperativen Variante gewinnen oder verlieren alle gemeinsam.

Für Familien

Bei „Miyabi“ schlüpfen die Spieler in die Rolle von Gärtnern, die auf ihrem Tableau in die Fläche, aber auch in die Höhe bauen können. Empfehlenswert ist es, Boni für besondere Höhen oder Mehrheiten von bestimmten Motiven abzugreifen, doch das ist gar nicht so einfach.

Schließlich liegen in jeder Runde nur begrenzt viele Motiv-Plättchen für die Gestaltung der Gärten bereit. Die Pläne der Spieler gehen also nicht immer auf. Um sich einen Vorsprung zu verschaffen, ist es wichtig, das Tun der Mitspieler im Blick zu behalten. Welche Motive präferieren sie? Auf welche Mehrheiten sind sie aus? Zwar schmerzt es, Motive von Gartenteilen zu überbauen. Allerdings kann dieser Schritt langfristig sehr punkteträchtig sein.
Fazit: Ein reizvolles Familienspiel mit taktischen Möglichkeiten und mehreren Varianten.

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.