Bahnfahren

Deutsche Bahn: Stabiles WLAN kommt – Sache hat einen Haken

Sophie Herrmann
| Lesedauer: 3 Minuten
Zwei Neuerungen: So will sich die Deutsche Bahn verbessern

Zwei Neuerungen: So will sich die Deutsche Bahn verbessern

Die Deutsche Bahn will kurzfristig zwei Verbesserungen umsetzen, damit Bahnfahren angenehmer wird.

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Berlin  Schlechtes WLAN soll bei der Deutschen Bahn bald der Vergangenheit angehören. Doch bis es dazu kommt, wird noch viel Zeit vergehen.

Die Deutsche Bahn (DB) plant, die digitale Transformation auf deutschen Gleisen weiter voranzutreiben. Neben pünktlicheren Zügen steht der flächendeckende Mobilfunkempfang ganz oben auf der Agenda.

Besseres Internet im Zug kommt aber nicht über Nacht. In einem Interview mit der ZEIT erklärte die DB-Vorständin Daniela Gerd tom Markotten, dass das Telefonieren und das WLAN bis 2026 unterbrechungsfrei funktionieren sollen. Die Reisenden müssen sich noch etwas gedulden. Die Deutsche Bahn kündigte an, dass die Mobilfunkqualität Schritt für Schritt verbessert werde.

Deutsche Bahn nutzt schlechte Technik

Die schlechte Internetverbindung im Zug sei laut der Recherche von t3n auf drei häufige Ursachen zurückzuführen:

  1. Die Netzversorgung ist schlecht.
    In manchen Fällen bieten Netzbetreiber keinen schnellen Internet-Zugang über LTE an oder es gibt gar kein Netz auf dem Streckenabschnitt.
  2. Es fehlen Repeater in Tunneln, die das Signal verstärken.
    Wenn Router an Bord im Tunnel die Verbindung zum Mobilfunknetz verlieren, sollen die Repeater für eine Signalverstärkung sorgen. Dies geht jedoch nur, wenn im Tunnel selbst ein Signal vorhanden ist, das verstärkt werden kann. Fehlt es an Repeatern im Tunnel, sind auch die Repeater an Bord der Züge nutzlos.
  3. Die Bandbreite wird von den Reisenden komplett ausgelastet
    Wenn viele Reisende das Bord-WLAN nutzen, sinkt die verfügbare Bandbreite

In ICE-Zügen kommt zu möglichen technischen Ursachen die Beschaffenheit der Wagenkästen und Fenster hinzu, welche das Mobilfunksignal dämpfen. "Die Fenster eines ICE sind mit einer dünnen Metallschicht versehen, die Sonnenstrahlung fernhält", erklärt die Deutsche Bahn auf ihrer Webseite. Diese Metallschicht beeinträchtige die Übertragung von Mobilfunkwellen ins Zuginnere. Die Reisenden merken dies durch eine geringere Empfangsqualität.

Bahn: Wieso Hitze die Schienen belastet
Bahn: Wieso Hitze die Schienen belastet

Eine Lösung für dieses Problem hat die Deutsche Bahn bereits: In die wärmeisolierende Metallschicht der Fenster werde nun ein feines Raster gelasert, damit die Mobilfunkwellen ins Wageninnere gelangen.

Unternehmen Deutsche Bahn AG
Gründung 1. Januar 1994
Gründungsstadt Berlin
Eigentümer Bundesrepublik Deutschland

Mobilfunkanbieter sollen die Netzversorgung flächendeckend ausbauen

Kostenloses WLAN für die Reisenden im Zug ist laut der Deutschen Bahn kein Problem. "Das funktioniert allerdings nur dann, wenn es Mobilfunkempfang gibt", erklärte Gerd tom Markotten in dem Interview. Die meisten Mobilfunkmasten stünden dort, wo viele Menschen wohnen. Bahnschienen verlaufen da in der Regel aber nicht.

In Zusammenarbeit mit der Telekom und Vodafone soll das Mobilfunknetz so ausgebaut werden, dass die Reisenden "künftig auf allen Strecken ohne Unterbrechung" telefonieren und im Internet surfen können, teilte die Telekom mit. Mit dem Projekt "Zukunft Zug" verfolgt Vodafone dasselbe Ziel. Bis spätestens 2026 wollen sie alle Funklöcher schließen.

Deutsche Bahn will die Bandbreite in Zügen verbessern

Neben lückenlosen Mobilfunknetzen sei laut der DB-Vorständin auch eine breitbandige Versorgung wichtig. "Der Datenhunger der Menschen wächst mit jedem Tag. […] Wenn ein ICE mit 900 Menschen und 300 km/h unterwegs ist, ist das, wie wenn eine Kleinstadt durch die Gegend rast“, erklärte Gerd tom Markotten im Interview weiter.

Um den Datenhunger der Reisenden zu stillen, gibt die Deutsche Bahn neue Frequenzbereiche frei. "Dadurch schaffen wir eine größere Reichweite des Mobilfunknetzes, ohne einen weiteren Mast bauen zu müssen, und dadurch auch ein zuverlässigeres WLAN“, so Gerd tom Markotten.

Dieser Artikel wurde zuerst auf morgenpost.de veröffentlicht.