Hunderte gehen in Zeulenroda-Triebes und Greiz auf die Straße

Zeulenroda-Triebes/Greiz.  Menschen jeden Geschlechts und aller Altersgruppen wollten mit einem „Spaziergang“ durch Zeulenroda-Triebes und Greiz ein Zeichen des Protests gegen die Corona-Maßnahmen setzen. Die Polizei meldet einen friedliche Verlauf.

Im strömenden Regen laufen diese Versammlungsteilnehmer durch Zeulenroda-Triebes, um gegen die Corona-Maßnahmen zu demonstrieren.

Im strömenden Regen laufen diese Versammlungsteilnehmer durch Zeulenroda-Triebes, um gegen die Corona-Maßnahmen zu demonstrieren.

Foto: Norman Börner

Zwischenzeitlich mehr als einhundert Menschen haben sich im strömenden Regen am Montagabend in Zeulenroda-Triebes und Greiz zu einem sogenannten „Spaziergang“ getroffen. Mit dieser Form des Protestes wollen die Teilnehmer gegen die Maßnahmen infolge des Corona-Virus demonstrieren. Begonnen habe der „Spaziergang“ in Zeulenroda-Triebes mit 60 Personen, am Schluss sollten es etwa 160 Teilnehmer gewesen sein, teilt das Landratsamt mit. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

Auch in anderen Städten trafen sich die Menschen am Montag. Unter anderem in Greiz, wo die Teilnehmerzahl auf 120 geschätzt wird. Die Polizei vermeldet keine besonderen Vorkommnisse.

Teilnehmer aller Altersgruppen und Geschlechter

Unter den Teilnehmern in Zeulenroda-Triebes herrschte eine überwiegend ruhige Stimmung. In einem langgezogenen Tross zogen die Menschen in vielen kleinen Gruppen vom Markt durch die Schopperstraße, Friedrich-Engels-Straße, Luthergasse und in die Greizer Straße. Von der Familie mit Kindern bis hin zu Einzelpersonen und Paaren waren Menschen aller Altersgruppen und Geschlechter dabei.

Ein kurzes Stimmungsbild einiger Teilnehmer. Ein Selbstständiger läuft in der Gruppe mit. Er fürchtet wegen der Einschränkungen infolge der Corona-Pandemie, um sein Geschäft. Eine Familie mit drei Kindern fühlt sich durch den Schulausfall langsam, an die Grenzen ihrer Möglichkeiten gebracht. Sie sagen, dass wegen des Virus Maßnahmen ergriffen werden, sei durchaus verständlich. Sie müssten nur mit Augenmaß tariert werden und auch die Auswirkungen auf Wirtschaft und Familien stärker bedacht werden.

Dass es sich bei den Spaziergängern um eine sehr heterogene Gruppe handelt, zeigt sich im vorderen Teil des Aufzugs. Ein Teilnehmer spricht von der „sogenannten Corona-Pandemie“, deren Urheber leicht zu finden seien, wenn man nur dem Geld folge. Das alles ließe sich im Internet nachlesen und die Pandemie sei nur ein Vorwand, um eine Impfpflicht und Überwachung der Bevölkerung durchzusetzen. Diese Argumentation folgt Verschwörungstheorien, wonach das Virus nur eine Erfindung der Mächtigen sein soll, um die „totale Kontrolle“ über die Menschheit zu erzwingen. Beweise für solche Theorien gibt es nicht.

Behörde wertet Veranstaltung als Versammlung

Vielfach war unter den Teilnehmern der Satz zu hören: „Wir gehen nur spazieren!“. Sowohl in Geiz als auch in Zeulenroda-Triebes waren die Veranstaltungen nicht angemeldet. Die Versammlungsbehörde des Landkreises teilt allerdings mit, dass die Veranstaltung aber durchaus als Versammlung gewertet würde.

Die Anmeldung einer Versammlung muss eigentlich 48 Stunden vor der ersten Ankündigung an die zuständige Behörde gehen. Man halte sich aber an dem aber im Landratsamt an den vom Innenministerium vertretenen Grundsatz: Wenn störungsfrei - dann kein Einschreiten. Auch wenn die Zahl der Versammlungsteilnehmer überschritten ist.

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