Reisewarnung

Mallorca-Reiserückkehrer: Vom Risikogebiet in die Quarantäne

Berlin.  Wegen Corona gilt eine Reisewarnung für Spanien und Mallorca. Doch halten sich die Reiserückkehrer an Test- und Quarantänepflichten?

Spanisches Festland und Balearen werden Corona-Risikogebiet

Das gesamte spanische Festland sowie die Balearen mit den Urlaubsinseln Mallorca und Ibiza werden von der Bundesregierung als Corona-Risikogebiet eingestuft. Ausgenommen bleiben die Kanarischen Inseln.

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  • Da die Corona-Fallzahlen in vielen Ländern weiter steigen, hat das Auswärtige Amt eine Reisewarnung für verschiedene Länder wie Serbien und Montenegro ausgesprochen
  • Auch Spanien gilt aufgrund steigender Corona-Neuinfektionen als Risikogebiet – deutsche Reiserückkehrer müssen sich deshalb am Flughafen einem Coronatest unterziehen und Quarantänepflichten einhalten
  • Doch halten sich wirklich alle Reiserückkehrer aus Spanien beziehungsweise Mallorca an ihre Pflichten?

Die Einstufung von Spanien als Risikogebiet hat viele Deutsche Urlauber kalt erwischt. Nicht wenige von ihnen haben kurz nach der Entscheidung der Bundesregierung zum Beispiel Mallorca verlassen. Ob sie das Coronavirus mit nach Hause bringen, werden jetzt die Pflichttests zeigen.

Zu den Spanien-Rückkehrern kommen auch noch Urlauber vom Balkan, die wieder in Deutschland ankommen. Bosnien und Herzegowina, Serbien, Nordmazedonien und Montenegro gelten laut Auswärtigem Amt ebenso als Corona-Risikogebiet. Doch halten sich alle deutschen Urlauber an Test- und Quarantänepflicht? Droht an den Flughäfen jetzt ein Test-Chaos, wie an der bayrischen Grenze?

Corona-Tests an Flughäfen sehr gefragt

Am internationalen Flughafen in Hannover stauten sich schon am Freitag teilweise die Menschen vor dem Untersuchungszentrum. Laut einem Bericht der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ soll es sogar zu einem heftigen Streit zwischen angekommenen Passagieren und einem Sicherheitsmitarbeiter gekommen sein – inklusive Schubsern und Schlägen.

Am Flughafen Tegel in Berlin wurde die Teststelle nach einem tätlichen Angriff auf einen Mitarbeiter am Sonntag drei Stunden früher als üblich geschlossen. Eine Person sei gewalttätig geworden, nachdem ihr ein Corona-Test wegen fehlendem Anspruch verweigert worden sei, teilte Charité-Vorstand Ulrich Frei mit.

Er widersprach zudem Medienberichten, wonach die Passagiere eines Flugzeugs aus Mallorca am Freitag bei der Teststelle ebenfalls vor verschlossenen Türen standen.

Tests für Einreisende sind nicht nur am Flughafen, sondern auch bei Vertragsarztpraxen möglich. Anscheinend ziehen es viele Rückkehrer aber vor, sich direkt bei der Ankunft testen zu lassen.

Hintergrund: Reisewarnung für Mallorca: Die wichtigsten Antwort

Reiserückkehrer bilden lange Schlangen am Frankfurter Flughafen

Denn auch an Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt am Main bildeten sich am Samstag lange Schlangen vor dem Testzentrum mit den kostenlosen Corona-Tests. Hunderte Menschen standen dicht an dicht. Den vorgegebenen Mindestabstand hielt unter den Augen von Flughafenmitarbeitern, Polizei und Bundeswehr kaum jemand ein. Auf der gegenüberliegenden Seite konnten Reisende sich auf eigene Kosten testen lassen. Dort wartete kaum jemand.

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Keiner der Reisenden ist laut Bundesgesundheitsministerium dazu verpflicht, am Flughafen auf das Ergebnis des Corona-Tests zu warten. Wer aber aus einem Risikogebiet zurückkehrt und kein negatives Ergebnis vorweisen kann, muss sich direkt in häusliche Quarantäne begeben. Selbst auf dem Weg dorthin, sollte jeder Kontakt zu Dritten vermieden werden.

Quarantäne für Reiserückkehrer – Wer hält sich dran?

Halten sich denn die Reiserückkehrer auch an ihre Quarantäne-Pflichten? Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeiten“ hat dazu eine Umfrage in Nordrhein-Westfalen gestartet. Dort war laut dem NRW-Gesundheitsministerium zuletzt jeder vierte bestätigte Corona-Fall auf Reiserückkehrer zurückzuführen.

„Ich habe den Eindruck, dass die meisten das nach wie vor sehr ernst nehmen“, zitierte das Blatt den Leiter des Gesundheitsamtes im nordrhein-westfälischen Düren, Norbert Schnitzler. Auch im westfälischen Kreis Minden-Lübbecke hieß es dem Bericht zufolge: „Die Menschen sind vernünftig und halten sich an die Regeln.“ Ein Sprecher der Stadt Mönchengladbach betonte: „Aus unserer Sicht ist die Bürgerdisziplin gut.“ Und auch die Ruhrgebietsstadt Herne stellte ihren Bürgern „ein gutes Zeugnis“ aus.

Für die Ordnungsämter ist es laut dem Bericht der „FAZ“ jedoch unmöglich, alle Bürger zu Hause auf die Einhaltung der Quarantäne zu kontrollieren. Deshalb führen die Beamten Kontrollen nur stichprobenartig durch oder gehen den Hinweisen von Nachbarn nach. In Kreis Rheda-Wiedenbrück, der wegen dem Massenausbruch in der Tönnies-Fleischfabrik im Fokus stand, wurden so neun Verstöße festgestellt. „Grundsätzlich war aus unserer Sicht das Nichteinhalten der Quarantäne aber kein besonderes Thema“, hieß es dennoch im Kreis.

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(dpa/jas)