Fallzahlen

RKI: Veröffentlicht aktuelle Reproduktionszahl, Corona-Fälle

Berlin.  Der R-Wert liegt weiter unter 1, mehr als 9000 Menschen sind an Corona gestorben. Die aktuellen Fallzahlen des Robert Koch-Instituts.

Coronavirus: Darum ist die Reproduktionszahl so wichtig

Beim Coronavirus ist oft von der Reproduktionsrate oder einem Reproduktionswert die Rede. Was ist das und was sagt es aus? Unser Video erklärt es.

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  • Die Reproduktionszahl für Deutschland liegt laut Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bei derzeit 0,84 (Stand 3. Juli)
  • Der 7-Tage-R-Wert liegt bei 0,85 (Stand 3. Juli) – er bildet laut RKI das Infektionsgeschehen vor etwa einer bis etwas mehr als zwei Wochen ab
  • 195.674 Personen haben sich seit Beginn der Pandemie in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert (Stand 3. Juli)
  • Laut RKI starben 9003 Menschen an Covid-19 (Stand 3. Juli), das sind neun Personen mehr als am Tag zuvor
  • Demgegenüber sind schätzungsweise 181.000 Personen genesen – circa 700 Menschen mehr als am Vortag (Stand 3. Juli)
  • Alle aktuellen Fall- und Kennzahlen des Robert Koch-Instituts gibt es hier im Überblick

Seit dem Ausbruch des Coronavirus in Deutschland haben sich laut Datenlage des Robert Koch-Instituts (RKI) 195.674 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert. Zuletzt haben die Behörden dem RKI 446 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet (Stand 3. Juli).

9003 Menschen in Deutschland starben nach RKI-Angaben an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung – das bedeutet ein Plus von neun im Vergleich zum Vortag. Etwa 181.000 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Lesen Sie hier: Alle aktuellen Nachrichten im Coronavirus-Newsticker.

Die vom RKI täglich aktualisierte Reproduktionszahl liegt bei 0,84 (Stand 3. Juli). Damit ist der R-Wert im Vergleich zum Vortag minimal um 0,1 Punkte gestiegen und liegt weiterhin unter dem als kritisch geltenden Wert von 1. Ein Infizierter steckt damit im Mittel weniger als einen weiteren Menschen an.

RKI-Fallzahlen und Reproduktionszahl für Deutschland

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen stieg dieser Wert auf 0,85 (Vortag: 0,83). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen. Lesen Sie hier: Neuer Schweinegrippe-Virus entdeckt – droht nach Corona neue Pandemie?

Im besonders stark betroffenen Kreis Gütersloh lag die wichtige Kennziffer der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage trotz Abwärtstendenz weiter deutlich über der entscheidenden Marke von 50. Laut RKI war der Kreis Gütersloh der einzige Kreis in Deutschland oberhalb dieses Wertes.

Obwohl die Fallzahlen in Deutschland insgesamt auf einem niedrigen Niveau sind, beeinflussen lokale Häufungen den R-Wert stark. Der Wert reagiere auf kurzfristige Änderungen der Fallzahlen empfindlich, wie sie etwa durch einzelne Ausbruchsgeschehen verursacht werden können. Dies kann insbesondere bei einer insgesamt kleinen Anzahl von Neuerkrankungen zu verhältnismäßig großen Schwankungen führen, so das RKI.

Die sogenannte Reproduktionszahl, auch R-Wert genannt, ist ein wichtiges Instrument zur Einschätzung der Infektionsrate. Die Reproduktionszahl gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung mit dem Erreger ansteckt. Liegt der Wert unter eins, verringert sich die Zahl der Neuinfektionen. Liegt er darüber, breitet sich das Virus weiter aus. Hintergrund: So wird die Reproduktionszahl berechnet.

Corona-Zahlen: Das sind die Unterschiede

Im Unterschied zum RKI meldet die amerikanische Johns-Hopkins-Universität (JHU) fortlaufend neue Fallzahlen: Laut JHU haben sich in der Bundesrepublik mittlerweile 196.765 Menschen mit dem Coronavirus infiziert (Stand 3. Juli, 20:13 Uhr). Die JHU zählt zudem 9010 Corona-Tote in Deutschland. Lesen Sie hier: RKI-Fallzahlen – Unterschiede zu den Corona-Daten der Johns-Hopkins-Universität.

Die Unterschiede zwischen der Datenlage des RKI und der JHU ergibt sich daraus, dass das deutsche Institut nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt. Zudem aktualisiert die Behörde ihre Aufstellung nur einmal täglich, die JHU ihre eigenen Zahlen jedoch laufend.

Coronavirus-Pandemie: RKI-Fallzahlen pro Bundesland

Die Uhrzeit, wann die Bundesländer neue Tagesstände übermitteln, variiert von Land zu Land. Unter Umständen gibt es dabei sogar an den verschiedenen Tagen Schwankungen.

Für die einzelnen Bundesländer übermittelte das RKI die folgenden Zahlen (nachgewiesene Infektionen, Datenstand 3. Juli):

  • Baden-Württemberg: 35.771
  • Bayern: 48.587
  • Berlin: 8345
  • Brandenburg: 3450
  • Bremen: 1675
  • Hamburg: 5212
  • Hessen: 10.894
  • Mecklenburg-Vorpommern: 803
  • Niedersachsen: 13.632
  • Nordrhein-Westfalen: 43.660
  • Rheinland-Pfalz: 7068
  • Saarland: 2805
  • Sachsen: 5457
  • Sachsen-Anhalt: 1878
  • Schleswig-Holstein: 3176
  • Thüringen: 3265

Alle wichtigen Zahlen finden Sie in unserem Coronavirus-Monitor.

RKI-Chef wehrt sich gegen Kritik

Mit der zu Beginn der Corona-Krise zunehmenden medialen Präsenz des Robert Koch-Instituts häufte sich auch die Kritik an den Aussagen und Empfehlungen der RKI-Experten. RKI-Präsident Lothar Wieler betonte: „Bislang habe ich nichts erkannt, wo wir richtig große Fehler gemacht haben.“ Man wisse inzwischen mehr über das Coronavirus als zu Beginn des Jahres und müsse „hier und dort“ Ansichten ändern.

Damit ging Wieler auch auf die Kritik ein, dass die Maskenpflicht recht spät eingeführt wurde und das Institut am Anfang der Pandemie noch dagegen war. „Die Bedeutung der Maske ist mit dem zunehmenden Wissen über diese Infektionskrankheit und über dieses Virus auch gewachsen“, erklärte Wieler.

Lesen Sie hier: Lockerung der Corona-Maßnahmen in Deutschland – diese Regeln gelten in ihrem Bundesland.

RKI-Vizepräsident Lars Schaade hatte angekündigt, die regelmäßigen Briefings für Medienvertreter künftig nur noch anlassbezogen zu veranstalten. Per Verteiler und auf der RKI-Webseite würden weiterhin Informationen bereitgestellt. „Wir stehen natürlich auch weiter für Presseanfragen zur Verfügung“, hatte Schaade gesagt. Sollten die Fallzahlen wieder steigen, könne es auch wieder Briefings geben.

Weitere Informationen zur Corona-Krise:

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