Coronavirus

Spanien: Auswärtiges Amt warnt vor Reisen in drei Regionen

Berlin.  Spanien wurde von der Pandemie hart getroffen. Nun steigen die Zahlen wieder. Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in mehrere Regionen.

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Eine Trauerfeier zu Ehren der mehr als 28.000 spanischen Todesopfer der Corona-Pandemie: Im Beisein von König Felipe VI. gedenken Hinterbliebene und internationale Spitzenbeamte der Verstorbenen. in front of the Royal Palace

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  • Das Auswärtige Amt warnt vor drei Regionen in Spanien
  • In Spaniens Hauptstadt Madrid gelten verschärfte Corona-Maßnahmen
  • So müssen unter anderem Bars und Nachtclubs von nun an die Kontaktdaten ihrer Gästen genau erfassen
  • Nun warnt das Auswärtige Amt vor touristischen Reisen in drei Regionen des beliebtesten Urlaubslands der Deutschen

Wegen der stark steigenden Zahl von Corona-Infektionen in Spanien warnt das Auswärtige Amt nun vor touristischen Reisen in drei Regionen des beliebtesten Urlaubslands der Deutschen.

Betroffen von der formellen Reisewarnung sind nach einer Mitteilung des Auswärtigen Amts vom Freitag:

  • Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und den Stränden der Costa Brava sowie die westlich davon im Landesinneren liegenden Regionen
  • Aragón und
  • Navarra.

Damit gibt es nun innerhalb der EU eine Reisewarnung für die drei Regionen in Spanien und Luxemburg. Nicht betroffen sind die Balearen oder südlicher gelegene spanische Urlaubsgebiete wie etwa die Kanaren.

Auch das Robert-Koch-Institut (RKI) ) hat die nordspanischen Regionen Katalonien, Aragón und Navarra als Risikogebiete eingestuft. Dort bestehe ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit dem Coronavirus, hieß es am Freitag auf der Internetseite des RKI.

Zuvor war am Dienstag ein Reise- und Sicherheitshinweis auf der Internetseite des Außenministeriums ein Hinweis veröffentlicht worden, dass das Auswärtige Amt von Reisen abrate. Begründet wurde dies mit erneut hohen Infektionszahlen dort sowie örtlichen Absperrungen.

Corona-Zahlen steigen in Spanien rapide an

In Spanien steigen die Infektionszahlen rapide an. Erst am 21. Juni hatte die Regierung in Madrid den landesweiten Alarmzustand aufgehoben. Damals schien Sars-CoV-2 beherrschbar, mit nur noch rund 2400 Neuinfektionen pro Woche. Doch seit Anfang Juli schnellte die Zahl der Positivtests wieder hoch: rund 3300, 6300 und zuletzt 12.100 neue Fälle vermeldete das staatliche Gesundheitsinstitut Carlos III in den vergangenen drei Wochen.

Angesichts des Wiederanstiegs bei den Corona-Infektionen hat auch die Stadtregierung von Madrid die Pandemie-bedingten Einschränkungen wieder verschärft. Wie Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso mitteilte, ist das Tragen eines Mundschutzes in der Öffentlichkeit ab sofort zu jeder Zeit verpflichtend. In den meisten anderen Regionen Spaniens gilt eine solche permanente Maskenpflicht bereits.

Mit der neuen Regelung müssen die Menschen etwa auch dann eine Maske tragen, wenn sie auf der Terrasse eines Cafés sitzen. Díaz Ayuso verkündete zudem ein Ausgehverbot ab 1.30 Uhr.

Madrid: Neue Beschränkungen in Spaniens Hauptstadt

Bars und Nachtclubs müssten sich von nun an zudem die Personalausweise ihrer Gäste zeigen lassen und ihre Kontaktdaten genau erfassen, sagte die Regionalpräsidentin weiter. Zudem dürften sich ab sofort nur noch Gruppen mit maximal zehn Teilnehmern in Bars treffen. Díaz Ayuso empfahl zugleich, die Teilnehmerzahl auch bei allen anderen Versammlungen auf zehn zu begrenzen.

In der EU wächst indes die Sorge um Rückkehrer aus Spanien: Bereits am Freitag hatte Norwegen eine zehntägige Quarantäne für Rückkehrer aus Spanien angeordnet. Frankreich wiederum hatte seine Bürger aufgefordert, nicht nach Katalonien zu reisen. Großbritannien verhängte vor einigen Tagen ebenfalls eine Quarantäne-Pflicht für Rückkehrer aus Spanien.

Tausende Briten müssen deshalb nun nach ihrem Sommerurlaub in Spanien in eine zweiwöchige Quarantäne. Auch der britische Verkehrsminister Grant Shapps war direkt davon betroffen: Der Minister machte mit seiner Familie Urlaub in Spanien.

Die Quarantänepflicht gelte nicht nur für das spanische Festland, sondern auch für Rückkehrer von den Balearen und den Kanaren, erklärte der Sprecher. Lesen Sie hier: In diesen Ländern drohen neue Corona-Hotspots zu entstehen.

Spanien verhandelt mit London über Ausnahmen von Quarantänepflicht

Doch Spanien verhandelt mit Großbritannien darüber, die Balearen und die Kanaren von der Quarantänepflicht zurückkehrende Urlauber auszunehmen. Corona sei auf beiden Inselgruppen „unter Kontrolle“ und die Ansteckungsrate mit dem Virus liege „weit unter“ der Großbritanniens, sagte Spaniens Außenministerin Arancha González Laya.

Spanien ist mit mehr als 285.000 nachgewiesenen Infektionen und über 28.400 Toten eines der von der Pandemie am schwersten betroffenen Länder Europas. Während die Zahlen dank drastischer Maßnahmen stark fielen, gehen sie seit dem Ende des Notstands am 21. Juni langsam wieder nach oben.

London hatte Quarantäne-Pflicht für Spanien-Rückkehrer gerade erst aufgehoben

Doch Spanien gehört zu den Ländern, in denen die Briten am liebsten Ferien machen. „Wir haben die Entscheidung so schnell getroffen wie wir konnten“, sagte der britische Außenminister Dominic Raab dem Nachrichtensender Sky News. Man habe damit auf einen „großen Anstieg an Covid-19-Fällen“ auf dem spanischen Festland reagiert. Mit der Einführung der Quarantänepflicht für die Rückkehrer soll eine zweite Infektionswelle im Vereinigten Königreich verhindert werden.

Erst am 3. Juli hatte London angekündigt, die Quarantänepflicht für Spanienrückkehrer zu streichen. Für die unter der Corona-Krise stark leidenden Fluggesellschaften ist die neue Pflicht zur Selbstisolation ein heftiger Schlag. Sie fürchten nun neue Einbrüche bei den Fluggastzahlen und damit noch mehr Verluste.

Auch interessant: Quarantäne nach Urlaub im Corona-Risikogebiet – Das müssen Arbeitnehmer wissen.

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(dpa/bef)

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