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Hubertus Heil: Offen für Vier-Tage-Woche in der Corona-Krise

Berlin.  Die IG Metall will in der Corona-Krise eine Vier-Tage-Woche einführen. Hubertus Heil ist offen für den Vorschlag. Alle Infos im Blog.

4-Tage-Woche wegen Corona - Vorschläge von IG Metall und Linke

Um Entlassungen vorzubeugen, schlägt die IG Metall vor eine 4-Tage-Woche einzuführen. Anders als bei Teilzeitarbeit sollen die Arbeitnehmer einen Lohnausgleich bekommen. Linken-Parteichefin Kipping macht einen ähnlichen Vorschlag. Mit einer 30-Stunden-Woche haben Frauen und Männer mehr Zeit für Familie neben dem Beruf. Kritik kommt vom CDU Wirtschaftsrat.

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Dieser Newsblog wird seit dem 19. August, 16.40 Uhr nicht weiter aktualisiert. In unserem neuen News-Ticker lesen Sie alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Pandemie.

Die wichtigsten Nachrichten im Newsblog zur Corona-Krise:

  • Das Paul-Ehrlich-Institut hält es für möglich, dass bereits Anfang 2021 gegen Corona geimpft werden kann
  • Das Robert Koch-Institut hat die höchste Zahl an Neuinfektionen seit Mai gemeldet
  • Bundesarbeitsminister Hubertus Heil ist offen für den Vorschlag der IG Metall, eine Vier-Tage-Woche für die Zeit der Corona-Krise einzuführen
  • Der australische Premierminister fordert eine Corona-Impfpflicht für alle Bürger
  • Andreas Scheuer hat sich für einheitliche Bußgelder bei Verstößen gegen die Maskenpflicht in Bus und Bahn ausgesprochen
  • Der Kölner Karnevalschef kann sich keinen Straßenkarneval vorstellen. Zuvor hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für eine Absage von Karnevalsveranstaltungen in diesem Winter plädiert
  • In Deutschland gibt es unseren Recherchen zufolge mehr als 228.000 registrierte Corona-Infektionen und mehr als 9200 Todesfälle
  • Weltweit wurden mehr als 22 Millionen Corona-Infektionen registriert, mehr als 781.000 Menschen starben an der Lungenerkrankung Covid-19 – davon allein mehr als 171.000 in den USA

Infizierte Reiserückkehrer, Corona-Partys und eine gewisse Corona-Müdigkeit, die sich breit macht: Ein neuer möglicher Lockdown in Deutschland würde der Wirtschaft erheblichen Schaden zufügen.

Um den Arbeitsmarkt zu stützen, hat Hubertus Heil (SPD) jetzt eine verringerte Arbeitszeit als möglicherweise geeignetes Mittel bezeichnet. „Gute und pragmatische Ideen sind gefragt, um gemeinsam durch die Krise zu kommen“, so Heil.

Ärztevertreter fordern derweil einen leichteren Zugang zu Corona-Tests für das Personal in Krankenhäusern. Wenn Reiserückkehrer und Lehrer Anspruch auf kostenlose Tests hätten, „dann muss das auch für das Klinikpersonal gelten“, sagte Susanne Johna, Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, unserer Redaktion.

Corona-News-Ticker: Zahl der Neuinfektionen erneut gestiegen

In Deutschland steigen die Zahlen weiter. Das Robert Koch-Institut hat die höchste Zahl an Neuinfektionen seit mehr als drei Monaten registriert. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter 1510 neue Corona-Infektionen.

Alle aktuellen RKI-Fallzahlen lesen Sie hier: RKI meldet neue Fallzahlen – Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen steigt weiter

Mittwoch, 19. August: Corona-Infektionsrisiko im Flugzeug laut Studie gering

11.35 Uhr: Eine Studie von Frankfurter Virologen hat ergeben, dass das Risiko einer Coronavirus-Ansteckung im Flieger wahrscheinlich gering ist. Die Forscher der Uniklinik Frankfurt am Main hatten alle Passagiere eines Flugs kontaktiert, in dem eine Gruppe infizierter Touristen saß.

Das Ergebnis: Die mindestens sieben vorab Infizierten steckten nur zwei weitere Passagiere nachweisbar an.

In dem vier Stunden und 40 Minuten dauernden Flug vom israelischen Tel Aviv nach Frankfurt saßen am 9. März insgesamt 102 Passagiere, wie die Forscher in der US-Fachzeitschrift „Jama Network Open“ darlegten. Mit dabei war eine Gruppe von 24 deutschen Touristen. Wie die Forscher betonten, trug niemand auf dem Flug eine Maske.

Normalerweise gehen Virologen davon aus, dass die Risikozone für die Ansteckung bei durch die Atemluft übertragenen Krankheiten in Flugzeugen zwei Reihen vor und hinter einem Infizierten beträgt. Doch ein Mann, der auf dem untersuchten Flug direkt vor zwei Infizierten saß, hatte sich nicht angesteckt, obwohl er sich nach eigenen Angaben lange mit diesen unterhalten hatte. Ebensowenig steckten sich zwei Passagiere an, die direkt dahinter saßen.

Das verwunderte die Forscher, wie die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie, Sandra Ciesek, der Nachrichtenagentur AFP sagte. Weil nicht alle Passagiere getestet wurden, können die Forscher weitere Infektionen nicht ausschließen.

Wie der Studienautor Sebastian Hoehl betonte, war die Ansteckungsrate dennoch niedriger als erwartet. Die Frankfurter Studie spricht laut Forschern dafür, dass die Luftfilteranlagen im Flugzeug Übertragungen des Coronavirus reduzieren können. Sie könnten Ansteckungen aber „eben nicht vollständig verhindern“.

10.28 Uhr: Das Paul-Ehrlich-Institut hält es für möglich, dass bereits Anfang 2021 erste Bevölkerungsgruppen gegen Corona geimpft werden können. „Aufgrund der Zusagen von den Herstellern wird es zu diesem Zeitpunkt schon erste Dosen für Verbraucher in Deutschland geben“, sagte Institutspräsident Klaus Cichutek unserer Redaktion.

Die Ergebnisse aus den aktuellen Prüfungen der ersten und zweiten Phase zeigten, dass einige der Impfstoffe eine Immunreaktion gegen das Virus auslösten.„Wenn die Daten in den Phase-III-Prüfungen die Wirksamkeit und Sicherheit der Impfstoffe belegen, könnten zu Jahresbeginn erste davon zugelassen sein, womöglich mit Auflagen“, sagte Cichutek.

Sollte es zur Zulassung kommen, wäre dies nach seinen Angaben der am schnellsten zugelassene Impfstoff der Geschichte in Europa. Dennoch seien verlässliche Daten zu Wirksamkeit und Sicherheit des Stoffs unerlässlich.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rechnet indes zwar auch damit, dass es bereits 2021 einen Impfstoff geben wird. Jedoch stehe wohl erst ein Jahr später ausreichend Impfstoff zur Verfügung, um die gesamte Bevölkerung damit zu versorgen, sagte er den Zeitungen des Redaktionsnetzwerk Deutschland.

„Zwar dürfte ein sicherer, gut getesteter Impfstoff bereits Anfang 2021 zur Verfügung stehen, aber die wichtige Frage für die Bevölkerung ist, wann tatsächlich auch geimpft werden kann“, sagte Lauterbach.

9.28 Uhr: Finnland führt seine Beschränkungen für Reisende aus Deutschland und einigen weiteren europäischen Ländern wieder ein. Wie die finnische Regierung mitteilte, gelten die Reisebeschränkungen von diesem Montag (24. August) an wieder für Deutschland, Griechenland und Malta sowie Norwegen, Dänemark und Island.

Das bedeutet, dass Finnland für diese Länder wieder Grenzkontrollen einführt und Reisende aus diesen Staaten aufgerufen werden, für 14 Tage in Quarantäne zu gehen und Kontakte mit anderen Menschen zu vermeiden.

Corona-Pandemie: Karnevalschef kann sich keinen Straßenkarneval vorstellen

9.03 Uhr: Auch der Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, Christoph Kuckelkorn, kann sich angesichts von Corona keinen Straßenkarneval vorstellen. „Der Straßenkarneval, der Kneipenkarneval, das sind so Elemente, die wir uns nicht vorstellen können“, sagte Kuckelkorn im WDR-„Morgenmagazin“.

„Auch Ballveranstaltungen können wir uns nicht vorstellen.“ Anders sei es bei Karnevalssitzungen mit Hygienekonzept. Man könne ja auch mit Maske in ein Restaurant gehen und diese dann am Platz abnehmen.

Die Vereine müssten jetzt herausarbeiten, was der Kern des Karnevals sei und diesen klein inszenieren. „Das ist auch eine große Chance.“

Kuckelkorn sagte, Mitte September werde man vom Landesgesundheitsministerium die vorgelegten Hygienekonzepte bewertet zurückbekommen. Dann werde sich zeigen, wie der Karnevalsbeginn am 11.11. ablaufen werde.

7.51 Uhr: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) wünscht sich bundesweit mehr Einheitlichkeit bei den Bußgeldregelungen zu Verstößen gegen die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen. Um das Personal in öffentlichen Verkehrsmitteln bei der Durchsetzung der Maskenpflicht zu unterstützen, sei „eine einheitliche Strategie“ auf Bundesebene auch bei den Bußgeldern wünschenswert, sagte Scheuer im ARD-„Morgenmagazin“.

7.47 Uhr: Der australische Premierminister Scott Morrison will eine Corona-Impfpflicht für alle Bürger, sobald es einen Wirkstoff gibt. Die Impfung solle für die 25 Millionen Menschen im Land „so obligatorisch wie möglich sein“, sagte er dem Radiosender 3AW.

Ausnahmen seien nur aus medizinischen Gründen möglich, „aber das sollte die einzige Grundlage sein“, so Morrison. Den Plänen zufolge soll die Impfung für alle Australier kostenlos sein. Eine offizielle Entscheidung über eine solche Impf-Regel gibt es aber noch nicht.

Die Regierung hatte zuvor eine Vereinbarung mit einem Pharmakonzern in Großbritannien geschlossen und sich einen möglichen Covid-19-Impfstoff gesichert, der derzeit von der Oxford University entwickelt wird.

5.29 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Mittwoch mit 226.914 angegeben – ein Plus von 1510 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 228.120 Infizierte.

Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte insgesamt 9243 Todesfälle und damit sieben mehr als am Vortag. Die JHU zählte 9241 Tote. Die Zahl der Genesenen lag laut RKI bei etwa 203.900.

4.28 Uhr: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat sich gegenüber einem Vorschlag der IG Metall zur Einführung einer Vier-Tage-Woche offen gezeigt. „Gute und pragmatische Ideen sind gefragt, um gemeinsam durch die Krise zu kommen“, sagte Heil unserer Redaktion. Reduzierte Arbeitszeit bei teilweisem Lohnausgleich könne eine geeignete Maßnahme sein.

Voraussetzung sei, dass „sich die Sozialpartner darauf verständigen“, sagte Heil. Die Tarifpartnerschaft sei „ein starkes Mittel, um solche Ideen gemeinsam zu entwickeln“.

Corona-Forschung fehlen noch Milliardenbeträge

4.21 Uhr: Für das weltweite Solidaritätsprojekt zur Erforschung von Impfstoffen und Medikamenten gegen das Coronavirus und die Krankheit Covid-19 fehlt jede Menge Geld. Im Rahmen des im Mai gestarteten Projekts ACT Accelerator wurden erst 2,5 Milliarden Dollar (2,1 Mrd Euro) fest zugesagt, sagte eine Sprecherin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) der Deutschen Presse-Agentur in Genf. Die WHO hatte den Bedarf auf 31,3 Milliarden Dollar für zwölf Monate geschätzt.

Das Projekt ist für die drei Säulen Entwicklung und Verteilung von Tests, Medikamenten und Impfstoffen sowie die gerechte Verteilung und Stärkung der Gesundheitssysteme in ärmeren Ländern gedacht. Die 2,5 Milliarden Dollar sind für Projekte in den drei Säulen zugesagt. Über den Einsatz einer weiteren Milliarde Dollar Spendengelder werde mit Gebern noch verhandelt, sagte die WHO-Sprecherin. „Wir gehen aber davon aus, dass nur ein relativ kleiner Anteil schlussendlich an ACT-A-Partner gehen wird“, so die WHO. ACT steht für „Access to Covid-19-Tools“ (etwa: Zugang zu Covid-19-Instrumenten).

1.32 Uhr: Ärztevertreter fordern einen leichteren Zugang zu Corona-Tests für das Personal in Krankenhäusern: „Es darf nicht sein, dass für Tests an Klinikmitarbeitern in vielen Fällen zunächst eine Genehmigung des örtlichen Gesundheitsamtes eingeholt werden muss“, sagte Susanne Johna, Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, unserer Redaktion.

Wenn Reiserückkehrer und Lehrer Anspruch auf kostenlose Tests hätten, „dann muss das auch für das Klinikpersonal gelten“. Derzeit zahlten die Krankenkassen nur dann automatisch die Kosten für die Tests bei Ärzten und Pflegekräften, wenn diese unter Symptomen litten, so Johna. In allen anderen Fällen lägen Tests im Ermessen der örtlichen Gesundheitsämter. „Viele Kliniken testen ihre Mitarbeiter derzeit auf eigene Kosten. Das muss sich ändern.“

Die Ärztegewerkschaft fordert, dass die Kassen in Zukunft immer dann automatisch die Kosten für Tests beim Klinikpersonal übernehmen, wenn es dort aktuell Covid-19-Fälle gibt oder die Tests ärztlich angeordnet sind. Derzeit seien rund zehn Prozent der Corona-Infizierten in Deutschland Mitarbeiter im Gesundheitswesen. Der Marburger Bund vertritt die angestellten und beamteten Ärzte im deutschen Gesundheitswesen.

0.02 Uhr: Die Regierung in Irland hat die Corona-Auflagen wegen gestiegener Infektionszahlen in einigen Regionen verschärft. Regierungschef Micheál Martin sagte am Dienstag, Irland habe durch seine anfänglichen Maßnahmen das Virus unter Kontrolle gebracht, die Lockerungen hätten die Infektionszahlen wieder steigen lassen.

Künftig sollen sich noch sechs Menschen treffen können, bisher lag die Grenze bei 50 Menschen. Bei Hochzeiten sollen aber weiter bis zu 50 Menschen zusammenkommen können. Bei Sportveranstaltungen wurde die maximale Zuschauerzahl von 200 auf 15 gesenkt. Die neuen Regeln gelten mindestens bis 13. September.

Dienstag, 18. August: Marburger Bund fordert klare Corona-Regeln für Partys

22.30 Uhr: Fast 40 Prozent der zuletzt in Deutschland positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen haben sich im Ausland angesteckt. Das geht aus Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor. Von den bekannten Corona-Neuinfektionen in Meldewoche 33, bei denen es eine Angabe zum wahrscheinlichen Infektionsland gab, lag der Anteil der Ansteckungen im Ausland bei 39 Prozent.

Zum Vergleich: In der Meldewoche 32 hatten sich 34 Prozent wahrscheinlich im Ausland infiziert, in der Meldewoche 31 waren es 21 Prozent. Am häufigsten wurden - auf vier Wochen betrachtet - der Kosovo, die Türkei, Kroatien, Bulgarien und Bosnien und Herzegowina als wahrscheinliche Infektionsländer genannt.

Allerdings gab das RKI nicht an, wie groß der Anteil der Tests von Reiserückkehrern an allen Tests war. Diese Angabe ist notwendig, um zu beurteilen, wie groß der Anteil der eingeschleppten Infektionen tatsächlich ist. Es könnte beispielsweise sein, dass Rückkehrer im Schnitt häufiger getestet werden als der Rest der Bevölkerung.

21.19 Uhr: Wegen der Corona-Krise wird nun auch österreichischen Reisenden davon abgeraten, die spanischen Balearen-Inseln zu besuchen. Wie das österreichische Außenministerium am Dienstag mitteilte, gilt ab kommendem Montag eine Reisewarnung für die beliebten Urlaubsinseln Mallorca, Menorca und Ibiza. Für das spanische Festland gelten bereits strenge Einreiseregeln.

Wer ab Montag von den Balearen aus nach Österreich einreist, muss sich kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Mehr als 30 Reiseziele, darunter Portugal, Kroatien und Schweden, stehen derzeit auf der österreichischen Liste der Risikogebiete.

20.39 Uhr: Nach dem bisher stärksten Anstieg an Corona-Fällen hat der Libanon erneut strikte Ausgangsbeschränkungen beschlossen. Das libanesische Innenministerium teilte mit, dass das öffentliche Leben von Freitagmorgen für zwei Wochen weitestgehend stillgelegt wird. Bis zum 7. September soll zusätzlich zur Lahmlegung des öffentlichen Lebens auch eine Ausgangssperre von 18.00 Uhr abends bis 6.00 Uhr morgens gelten.

Neben den Folgen der verheerenden Explosion im Hafen der Hauptstadt Beirut, bei der mindestens 178 Menschen starben und mehr als 6000 wurden verletzt wurden, kämpft das Land auch mit einer zunehmenden Ausbreitung des Coronavirus: Die Zahlen waren schon vor dem Unglück gestiegen. Am Montag verzeichnete das Land mit 456 neuen Corona-Nachweisen an einem einzigen Tag jedoch ein Rekordhoch. Im Libanon wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums bisher 9337 Corona-Infektionen registriert, darunter 105 Todesfälle.

Drei große Krankenhäuser in Beirut sind bei der Explosion am 4. August so stark zerstört worden, dass in ihnen nicht mehr gearbeitet werden kann. Zwei weitere Kliniken sind teilweise beschädigt worden. Mehr als die Hälfte der medizinischen Einrichtungen in der Hauptstadt seien nach der verheerenden Detonation im Hafen nicht mehr funktionsfähig, teilte die Weltgesundheitsorganisation WHO mit.

19.16 Uhr: Fünf Monate nach Beginn der Corona-Beschränkungen fahren die Deutschen weiterhin deutlich weniger Bus und Bahn als zuvor. Im Nahverkehr erreicht die Fahrgastzahl derzeit etwa 60 Prozent des Vorkrisenniveaus, wie der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen mitteilte. Für Klimaschutz und effiziente Mobilität reiche das bei weitem nicht aus, betonte der Spitzenverband.

Er koordiniert eine Kampagne, mit der die Kunden zurückgeholt werden sollen. Sie soll an diesem Mittwoch in Berlin präsentiert werden. Ein Bestandteil ist es, regelmäßig zu überprüfen, wie groß das Vertrauen in die Verkehrsmittel ist.

Fahrgastvertreter hatten erst in den vergangenen Tagen gefordert, dass zum Schutz vor Corona-Infektionen in Bus und Bahn das Maskentragen konsequenter kontrolliert werden müsse. Die Branche räumte ein, dass die Zahl der Maskenverweigerer steige.

Österreich: Regierung verstärkt die Kontrollen an den südöstlichen Grenzen

18.53 Uhr: Die österreichische Regierung verstärkt nach steigenden Corona-Zahlen die Kontrollen an ihren südöstlichen Grenzen. Die spanischen Urlaubsinseln Mallorca, Menorca und Ibiza gelten außerdem ab Montag als Corona-Risikogebiet. „Auch in Österreich ist in den letzten Tagen leider Gottes ein massiver Anstieg der Infektionszahlen spürbar gewesen“, sagte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Dienstagabend. Die größte Gruppe sei die der Reiserückkehrer. „Der Ballermann ist der beste Freund des Coronavirus“, fügte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) mit Blick auf die berüchtigte Partymeile auf Mallorca hinzu.

Ab Montag sind auch bei der Rückreise von den Balearen ein negativer Corona-Test oder ein nachgeholter Test in der Quarantäne nötig. Das gilt auch für Reisende aus als sicher geltenden Ländern, etwa Deutschland, die in den zehn Tagen zuvor auf den Balearen oder in einem der anderen rund 30 ausgewiesenen Risikogebiete waren. Dazu gehören das spanische Festland, Kroatien, die Länder des Westbalkans, auch etwa Schweden, die USA und Russland. Lesen Sie auch: Reisewarnung für Mallorca: Die wichtigsten Antworten

Für die Kontrollen von Autos an den Grenzen zu Ungarn und Slowenien wie auch Italien stehen laut Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) 500 weitere Polizisten bereit. Außerdem sollen 800 Soldaten die Gesundheitsbehörden bei den Kontrollen der Testnachweise und Quarantänevorgaben unterstützen.

Am Dienstag wurden fast 300 neue Fälle in Österreich gemeldet, die Zahl der aktiven Fälle stieg auf 2230. Davor hatte sich die Zahl wochenlang bei rund 1400 aktiven Fällen und etwa 100 bis 150 Neudiagnosen eingependelt. Am Dienstag waren 116 Patienten im Krankenhaus, 19 von ihnen auf der Intensivstation.

18.12 Uhr: Polens Gesundheitsminister Lukasz Szumowski ist zurückgetreten. Er habe diese Entscheidung eigentlich bereits im Februar treffen wollen, sagte Szumowski am Dienstag in Warschau. „Aber dann kam die Pandemie, ich bin ein halbes Jahr länger in diesem Amt geblieben, aber jetzt möchte ich in meinen Beruf zurückkehren.“ Der Professor für Herzmedizin hatte sich zu Beginn des Ausbruchs der Corona-Pandemie in Polen mit seinen ruhigen und kompetenten täglichen Auftritten Ansehen in der Bevölkerung erworben. Er galt zeitweilig als der neue Aufsteiger in der nationalkonservativen PiS-Regierung.

Belastet wurde Szumowskis Image allerdings durch Medienberichte über Unregelmäßigkeiten bei der Anschaffung überteuerter Schutzmasken. Bei seinem Rücktritt betonte der Minister, seine Entscheidung hänge nicht damit zusammen. Am Montag war bereits Polens stellvertretender Gesundheitsminister zurückgetreten. Ministerpräsident Mateusz Morawiecki will bis zum Ende der Woche einen Nachfolger für Szumowski ernennen.

Spahn spricht sich zur Absage von Karneval aus – Kölner Festkomitee gegen verfrühte Entscheidung

17.52 Uhr: Das Festkomitee Kölner Karneval hat sich gegen eine Absage des Karnevals wegen der Corona-Pandemie zum jetzigen Zeitpunkt ausgesprochen. „Man muss nicht heute das verbieten, was in einem halben Jahr stattfinden soll“, sagte am Dienstag Michael Kramp, Sprecher des Festkomitees, des Dachverbands der meisten Kölner Karnevalsvereine. „Eine pauschale Absage mehrere Monate vor der Session halten wir für wenig zielführend“, ergänzte der Präsident des Festkomitees, Christoph Kuckelkorn.

Auf keinen Fall sei es so, dass die Kölner Karnevalisten um jeden Preis feiern wollten, betonte Kramp in seiner Stellungnahme. Sollte die Zahl der Infizierungen in nächster Zeit weiter zunehmen und die Coronaschutzverordnung wieder verschärft werden, etwa so, dass sich nur noch Gruppen von bis zu zehn Menschen treffen dürften, dann seien Karnevalsfeiern natürlich nicht möglich. Das könne man aber derzeit noch nicht absehen, sagte Kramp.

„Wir sind mit den lokalen Behörden im Gespräch, wir haben Konzepte abgegeben und beobachten das Pandemiegeschehen“, sagte er. „Wir haben Handlungsempfehlungen bei der Landesregierung abgegeben.“ Darin stünden ganz konkrete Vorschläge für Karneval in Coronazeiten, zum Beispiel, dass die Künstler nicht wie bisher durch den Saal einziehen, sondern durch einen separaten Künstlereingang kommen sollten. Das Landesgesundheitsministerium müsse diese Vorschläge prüfen, genehmigen müssten es dann die lokalen Behörden vor Ort.

17.29 Uhr: Nach mehr als fünf Monaten dürfen staatlich geförderte Theater in Thüringen ab Ende August unter Auflagen wieder öffnen. Das sieht eine neue Corona-Grundverordnung vor, die am Dienstag von Infrastrukturminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) unterzeichnet wurde, wie das Erfurter Gesundheitsministerium mitteilte. Die Verordnung tritt am 30. August in Kraft.

Zudem dürfen Bewohner von Pflegeheimen ab Ende August bei niedrigen Corona-Fallzahlen wieder uneingeschränkt Besuch empfangen. Dies gilt laut der neuen Grundverordnung, solange die Corona-Infektionen auf Kreisebene unter einem Schwellenwert bleiben, wie das Gesundheitsministerium am Dienstag mitteilte.

Auch größere Familienfeiern in geschlossenen Räumen müssen ab Ende August erst ab 50 und nicht wie bisher ab 30 Personen gemeldet werden. Im Freien liegt die Grenze für eine Anzeigepflicht bei 100 Teilnehmern. Bundesweit – und auch in Thüringen – waren zuletzt die Zahlen von Neuinfektionen wieder gestiegen.

16.43 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) soll sich wegen der Corona-Pandemie für eine Absage von Karnevalsveranstaltungen in diesem Winter ausgesprochen haben. Das sagte Spahn nach Angaben der „Rheinischen Post“ in einer Telefonkonferenz mit Mitgliedern des Gesundheitsausschusses des Bundestags. Die Zeitung berief sich auf Teilnehmerangaben.

Demnach sagte Spahn, er stamme selbst aus einer Karnevalshochburg und wisse um dessen große Bedeutung für Millionen Menschen. „Aber ich kann mir Karneval in diesem Winter, mitten in der Pandemie, schlicht nicht vorstellen - das ist bitter, aber so ist es.“

Die Regelungen für Veranstaltungen fallen in den Kompetenzbereich der Bundesländer. Gemeinsam mit dem Bund einigten sie sich im Juni darauf, Großveranstaltungen prinzipiell zunächst noch bis Ende Oktober flächendeckend zu untersagen. Ausnahmen sind möglich. Für kleinere Veranstaltungen mit nicht mehr als einigen hundert Besuchern gelten in den Ländern unterschiedliche Regeln.

Bayern: Corona-Testpanne war Gesundheitsministerin Huml eher bekannt als dargestellt

15.50 Uhr: Die Corona-Testpanne an Autobahnen war Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) deutlich früher bekannt als bisher von ihr dargestellt. Bereits am Montag der vergangenen Woche wurde das Ministerium per Email darüber informiert, dass Zehntausende Reiserückkehrer auf ihre Testergebnisse warten, darunter mehrere Hundert Infizierte. Huml bestätigte am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur einen entsprechenden Bericht der „Süddeutschen Zeitung“.

Öffentlich gemacht hatte Huml die Testpanne selbst aber erst bei einer Pressekonferenz am vergangenen Mittwoch. Dabei sagte sie auch, dass sie selbst erst am gleichen Morgen vom Ausmaß der Panne erfahren habe. Darauf angesprochen erklärte Huml am Dienstag, dass es ihr hier nicht um eine „Verschleierung“ gegangen sei, vielmehr sei ihr in der Mail am Montag auch ein Lösungsansatz bis zum folgenden Dienstag präsentiert worden, wie das Problem behoben werden könne. Nachdem sich diese „Hoffnung“ aber bis zum Mittwoch nicht bestätigte, „haben wir sofort gehandelt und die Öffentlichkeit informiert“.

Dem Bericht zufolge erhielten unter anderem Humls Ministerbüro und ihr Amtschef am Montag um 12.30 Uhr die besagte Email aus dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Darin berichtet das Laborunternehmen Eurofins, das die Corona-Tests für Reiserückkehrer an drei bayerischen Autobahnen auswertet, von massiven Problemen. Konkret ist die Rede von mehr als 40 000 Proben und 338 positiven Fällen, die noch nicht übermittelt werden konnten, zitiert die Zeitung aus den ihr vorliegenden Emails. Als Huml am Mittwoch dann öffentlich über die Panne informierte, waren die Zahlen auf 44 000 Proben und mehr als 900 Positivbefunde gestiegen.

15.30 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat angesichts steigender Neuinfektionszahlen an die Bevölkerung appelliert, die Corona-Regeln einzuhalten. Weitere Lockerungen von Beschränkungen können es zur Zeit nicht geben. Die Entwicklung müsse eingedämmt werden, sagte Merkel am Dienstag in Düsseldorf. Sie nahm dort an einer Sitzung des nordrhein-westfälischen Kabinetts teil.

Merkel rief Reiserückkehrer auf, sich testen zu lassen. Es gehe außerdem vor allem darum, die Abstandsregeln einzuhalten und eine Maske zu tragen, etwa im öffentlichen Nahverkehr. Darauf müsse man mit Nachdruck hinweisen. Merkel begrüßte die Entscheidung mehrerer Bundesländer, Bußgelder zu verhängen, wenn etwa in Bussen oder Bahnen kein Mund- und Nasenschutz getragen wird.

Es habe Priorität, das Wirtschaftsleben so weit wie möglich zu erhalten, Arbeitsplätze zu sichern sowie den Besuch von Schulen und Kitas zu ermöglichen, sagte Merkel.

Frankreich führt Maskenpflicht in Unternehmen ein

14.25 Uhr: In Frankreich soll künftig Maskenpflicht in Unternehmen gelten. Überall, wo sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begegnen können, werde die Maske verpflichtend - ausgenommen seien Einzelbüros, teilte das Arbeitsministerium am Dienstag mit. Betroffen von der neuen Regelung seien etwa Besprechungsräume, Freiflächen, Korridore, Umkleideräume oder Gemeinschaftsbüros.

14.18 Uhr: Vor dem Hintergrund der Sorgen wegen bundesweit steigender Corona-Infektionszahlen hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erstmals an einer Sitzung des NRW-Landeskabinetts teilgenommen. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) forderte am Dienstag vor Beginn der Sitzung der Landesregierung in Düsseldorf wieder schärfere Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus.

Das Prinzip der Landesregierung sei: „Wenn Infektionszahlen sinken, müssen Grundrechtseingriffe zurückgenommen werden – wenn Infektionszahlen steigen, müssen Schutzvorkehrungen verstärkt werden“, sagte Laschet laut Mitteilung. In der aktuellen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Pandemie-Lage sei „der enge Schulterschluss zwischen Bund und Ländern wichtiger denn je“.

Auch Merkel hatte der „Bild“-Zeitung zufolge in der Präsidiumssitzung ihrer Partei am Montag gewarnt: „Man muss die Zügel anziehen, um bei Corona nicht in ein Desaster reinzulaufen.“

Sachsen führt ab September Bußgeld bei Verstößen gegen die Maskenpflicht ein

14.05 Uhr: Um weitere Corona-Infektionen zu verhindern, ist in Frankfurt (Oder) auf Anweisung des Gesundheitsamtes ein Gymnasium geschlossen worden. Das teilte die Stadtverwaltung am Dienstag auf Anfrage mit. Zunächst hatte der RBB berichtet. Alle 860 Schüler des Karl-Liebknecht-Gymnasiums seien am Dienstagmorgen nach Hause geschickt worden, bestätigte Schulleiter Torsten Kleefeld. Eine Quarantäneanordnung des Gesundheitsamtes gebe es zunächst nicht.

Das Gymnasium soll laut Kleefeld für eine Woche geschlossen bleiben. Bereits seit Freitag ist eine ganze Schulklasse der Einrichtung für 14 Tage in Quarantäne. Eine Schülerin der Klasse war positiv auf das Coronavirus getestet worden. Lesen Sie auch: Corona: Tausende feiern Poolparty in Virus-Brutstätte Wuhan

13.52 Uhr: Sachsen will vom 1. September an bei Verstößen gegen die Maskenpflicht ein Bußgeld von 60 Euro einführen. Das kündigte Sozialministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag nach der Kabinettssitzung an. Das Kabinett solle dies in der kommenden Woche beschließen. Man habe viele Beschwerden erhalten, dass sich ein Teil der Bevölkerung nicht an das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften hält, sagte Köpping.

Ausgenommen von der Maskenpflicht sind Menschen mit einem Attest und Schwerbehinderte. Die neue Corona-Schutzverordnung gilt vom 1. September bis 31. Oktober. Sachsen erwägt dabei auch, dass Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern wieder möglich sind.

Bayern: Corona-Regeln für Feste müssen auf Bundesländer-Konferenz diskutiert werden

13.22 Uhr: Die Forderung nach bundeseinheitlichen Corona-Regeln für Feste und Partys gehört aus der Sicht Bayerns auf die Agenda der nächsten Konferenz der Bundesländer. „Dieses Thema muss im Rahmen der Ministerpräsidentenkonferenz diskutiert werden“, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in München. Die Entwicklung mit steigenden Fallzahlen bestätige „das vorsichtige und umsichtige Vorgehen Bayerns bei der Veranstaltungsgröße. Wir beobachten die aktuellen Entwicklungen und die neuen Ansteckungsgefahren sehr genau.“

Der Ärzteverband Marburger Bund hatte zuvor bundesweit einheitliche Regeln für Feste und Partys gefordert, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Wichtig seien etwa Obergrenzen für Gäste und Konzepte fürs Lüften. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wies darauf hin, dass Feierlichkeiten neben den Ansteckungen durch Reiserückkehrer zu den größten Gefahrenquellen in Deutschland zählten. Deshalb müsse man mit den Ländern noch einmal über die Grenzen und Regeln für Veranstaltungen reden. In den Bundesländern gelten ganz unterschiedliche Regelungen. Zum Teil sind inzwischen wieder Innenveranstaltungen mit mehreren Hundert Teilnehmern erlaubt.

Derzeit ist noch offen, ob es in der kommenden Woche eine Konferenz der Ministerpräsidenten geben wird. Als möglicher Termin ist der 26. August im Gespräch. Themen gäbe es neben Corona-Regeln für Feste genug - etwa ein bundeseinheitliches Vorgehen für Zuschauer in Fußball-Stadien sowie das generelle Umgehen mit Urlaubsrückkehrern sowie die steigenden Fallzahlen in ganz Deutschland.

Deutscher Hotel- und Gaststättenverband fordert Verlängerung der Überbrückungshilfen

12.00 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat bei steigenden Corona-Infektionszahlen wieder schärfere Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus gefordert. Das Prinzip der Landesregierung sei: „Wenn Infektionszahlen sinken, müssen Grundrechtseingriffe zurückgenommen werden – wenn Infektionszahlen steigen, müssen Schutzvorkehrungen verstärkt werden“, sagte Laschet laut Mitteilung am Dienstag kurz vor Beginn einer gemeinsamen Sitzung des Landeskabinetts mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in Düsseldorf. In der aktuellen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Pandemie-Lage sei „der enge Schulterschluss zwischen Bund und Ländern wichtiger denn je“.

Merkel will am Mittag im Düsseldorfer Ständehaus an der Kabinettssitzung teilnehmen und im Anschluss mit Laschet in Essen die Zeche Zollverein besuchen. Merkels Besuch sei ein „wichtiges Signal“ für das Ruhrgebiet und das ganze Land, sagte Laschet. „Alle großen Herausforderungen, die in Deutschland zu bewältigen sind, treten in Nordrhein-Westfalen in besonderer Weise zu Tage“, so der Regierungschef.

11.48 Uhr: Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband hat die Bundesregierung aufgefordert, eine Verlängerung der Überbrückungshilfen für besonders notleidende Betriebe auf den Weg zu bringen. Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges sagte am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur: „Aufgrund der monatelangen Zwangspause klaffen riesige Löcher in den Bilanzen der Gastgeber. Auch nach der Wiedereröffnung beklagen die Betriebe massive Umsatzverluste im Vergleich zum Vorjahr.“

Besonders dramatisch stelle sich die Situation in der Stadthotellerie und bei den Eventcaterern dar sowie bei den Discotheken und Clubs, für die es immer noch keine Öffnungsperspektive gebe. Hartges verwies auf eine Dehoga-Umfrage, nach der mehr als die Hälfte aller Betriebe um die Existenz fürchtet.

Hartges begrüßte die „klare Positionierung“ des Tourismusbeauftragten der Bundesregierung, Thomas Bareiß. Dieser hatte sich für Nachbesserungen bei staatlichen Hilfen ausgesprochen. Überbrückungshilfen sollten über Ende August hinaus verlängert werden.

Pakistan: Test eines chinesischen Impfstoffs geht in entscheidende Phase

11.31 Uhr: In Pakistan geht ein chinesischer Corona-Impfstoff in die entscheidende Phase der Erprobung. Bereits 10.000 Freiwillige hätten sich für die klinischen Tests der Phase III registriert, sagte Hasan Abbas Zaheer, leitender Koordinator, am Dienstag. Nur ganz wenige Impfstoffe sind weltweit bislang in dieser Testphase, bei der gezeigt werden soll, ob ein Impfstoff tatsächlich vor einer Infektion schützt. Noch konnte das aber für keinen Impfstoff gezeigt werden. Lesen Sie hier: Coronavirus: Wer findet den ersten Impfstoff?

Die Studie wird von Pakistans Institut für Gesundheit (NIH) überwacht. Entwickelt wurde das Programm von der chinesischen Firma CanSino und dem Pekinger Institut für Biotechnologie. Die Studie wird zudem in China, Russland, Chile und Argentinien durchgeführt. In den kommenden Tagen sollen die ersten Probanden in Pakistan mit dem Wirkstoff „Ad5-nCoV“ geimpft werden.

Nach ein paar Monaten wollen die Behörden ihre Ergebnisse dann mit den Chinesen teilen. Auch Saudi Arabien hatte zuletzt angekündigt, klinische Test der Phase 3 mit dem chinesischen Impfstoff durchführen zu wollen.

In China arbeiten eine ganze Reihe von Unternehmen an einem Corona-Impfstoff. Jedoch gibt es bislang kein Präparat, das sämtliche erforderlichen Tests für eine Marktzulassung durchlaufen hat. Der jetzt in Pakistan zu testende Impfstoff war bereits Ende Juni von Chinas Regierung zur eingeschränkten Nutzung für das Militär freigegeben worden. „Ad5-nCoV“ sei strikt auf den militärischen Gebrauch begrenzt und könne ohne weitere Genehmigungen nicht in der breiteren Bevölkerung eingesetzt werden, hieß es. Bis zuletzt gab es keine Informationen dazu, ob und in welchem Umfang der Impfstoff bei Soldaten bereits eingesetzt wurde.

Finnische Ministerpräsidentin lässt sich auf Coronavirus testen

11.12 Uhr: Die finnische Ministerpräsidentin Sanna Marin lässt sich wegen Krankheitssymptomen auf das Coronavirus testen. Sie habe leichte Symptome in den Atemwegen und werde bis auf Weiteres aus der Distanz arbeiten, teilte die 34-Jährige über Twitter mit. An einem Sommertreffen der sozialdemokratischen Fraktion sowie Verhandlungen der Regierung werde sie am Dienstag deshalb nicht persönlich teilnehmen.

Bereits im April hatte sich Marin zum Arbeiten in ihren Dienstwohnsitz Kesäranta zurückgezogen. Grund war damals ein Corona-Fall im Umfeld eines Mitarbeiters. Marin war daraufhin negativ auf das Coronavirus getestet worden.

10.04 Uhr: Beim Einsatz der Bundeswehr im Nordirak sind sechs deutsche Soldaten mit dem Coronavirus infiziert worden. „Die Soldaten befinden sich in isolierter Unterbringung in separaten Containern“, teilte das Einsatzführungskommando am Dienstag den Obleuten im Bundestag mit. Das Schreiben lag der Deutschen Presse-Agentur vor.

Die Soldaten sollten demnach „zeitnah“ nach Deutschland zurückgeflogen werden. Solange würden die Krankheitsverläufe vor Ort in Erbil vom Sanitätspersonal beobachtet. Auch die Kontaktpersonen der Soldaten wurden getestet. Die Bundeswehr ist im Nordirak als Teil des internationalen Einsatzes gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) („Counter Daesh/Capacity Building Iraq“) stationiert.

Wegen Corona-Krise: Zahl der Erwerbstätigen um 1,4 Prozent gesunken

9.20 Uhr: Die Corona-Krise hat sich massiv auf die Zahl der Erwerbstätigen ausgewirkt: Im zweiten Quartal waren rund 44,7 Millionen Menschen mit Arbeitsort in Deutschland erwerbstätig, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Damit ging die Zahl im Vergleich zum ersten Quartal saisonbereinigt um 618.000 oder 1,4 Prozent zurück – und damit so stark wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Erwerbstätige in Kurzarbeit wurden dabei nicht berücksichtigt.

Im Vergleich zum letzten Quartal des vergangenen Jahres - dem Quartal vor Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie – sank die Erwerbstätigenzahl laut den vorläufigen Berechnungen der Statistiker saisonbereinigt ebenfalls um 1,4 Prozent (634.000). Der Rückgang von April bis Juni fällt umso heftiger aus, als dass die Erwerbstätigkeit im zweiten Quartal eines Jahres wegen der üblichen Frühjahrsbelebung normalerweise stark ansteigt.

8.46 Uhr: Nach einem bestätigten Corona-Fall im bayerischen Bodenwöhr im Landkreis Schwandorf müssen nun 120 Kontaktpersonen in Quarantäne. Die Kontakte seien im privaten Bereich geschehen, teilte das Landratsamt auf seiner Seite mit. Laut „Mittelbayerischer Zeitung“ hatte ein nach einer Italienreise positiv getesteter Mann an einer Geburtstagsparty mit rund 100 Gästen teilgenommen, noch bevor er sein Ergebnis erhalten hatte. Die anderen 20 Menschen seien weitere Kontaktpersonen des Mannes.

Der Mann hatte sich laut Zeitung bei der Rückkehr am Donnerstag an der Grenze bei Kiefersfelden kostenlos testen lassen und am Sonntag sein Ergebnis erhalten - da hatte er aber schon kräftig gefeiert. Seinem Gastgeber hatte er laut Zeitung gesagt, ihm sei an der Grenze zugesagt worden, bei einem positiven Ergebnis binnen 24 Stunden informiert zu werden. Weil ein Anruf ausblieb, habe er an der Feier teilgenommen.

USA: Schwere Vorwürfe gegen Donald Trump wegen Corona-Pandemie

7.54 Uhr: US-Präsident Donald Trump muss sich in diesen Stunden besonders harsche Kritik an seinem Umgang mit der Corona-Pandemie gefallen lassen. Auf dem Parteitag der US-Demokraten wurde Trump gleich von mehreren Rednern angegangen.

Die Tochter eines verstorbenen Covid-19-Opfers sagte, ihr Vater Mark Anthony Urquiza habe Trump und dessen „Sprachrohren“ vertraut, als diese gesagt hätten, dass das Coronavirus unter Kontrolle sei und verschwinden werde. Nachdem der Gouverneur des Bundesstaats Arizona die Ausgangsbeschränkungen Ende Mai aufgehoben habe, sei der 65-Jährige mit Freunden in eine Karaoke-Bar gegangen. Wenige Wochen später sei ihr Vater ohne Angehörige auf der Intensivstation gestorben.

„Seine einzige Vorerkrankung war, dass er Donald Trump vertraut hat, und dafür hat er mit seinem Leben bezahlt“, sagte Kristin Urquiza. „Das Coronavirus hat deutlich gemacht, dass es zwei Amerika gibt: Das Amerika, in dem Donald Trump lebt, und das Amerika, in dem mein Vater gestorben ist.“

US-Senator Bernie Sanders, der seine Anhänger zuvor zur Unterstützung von Trumps Konkurrenten Joe Biden aufgefordert hatte, sagte: „Nero fiedelte, als Rom brannte. Trump spielt Golf.“

5.26 Uhr: Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1390 neue Corona-Infektionen gemeldet. Dies geht aus den Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Dienstagmorgen hervor. Am Sonntag und Montag war der Wert nur knapp halb so hoch. Das war zu erwarten, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. Experten zeigen sich besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an ihre Grenzen bringt.

5.01 Uhr: Der Ärzteverband Marburger Bund fordert bundesweit einheitliche Regeln für Feste und Partys, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. „Um Ansteckungsrisiken auch im Herbst und Winter zu verringern, sollten sich die Länder bald auf einheitliche Regeln für private und öffentliche Feiern aller Art verständigen“, sagte die Vorsitzende Susanne Johna unserer Redaktion.

Wichtig seien etwa Obergrenzen für Gäste und Konzepte fürs Lüften. Das Hotel- und Gaststättengewerbe rief zu Disziplin auf, um einen erneuten Lockdown zu verhindern. Lesen Sie hier mehr zur Debatte um die Corona-Regeln: Feiern in Corona-Zeiten – Kommen jetzt strengere Regeln?

Argentinien: Tausende Menschen demonstrieren trotz Ausgangssperre

3.33 Uhr: Trotz strikter Ausgangsbeschränkungen sind in Argentinien Tausende Menschen gegen die Regierung von Präsident Alberto Fernández auf die Straße gegangen. In der Hauptstadt Buenos Aires protestierten zahlreiche Demonstranten am Montag gegen die seit 150 Tagen andauernde Quarantäne gegen die Ausbreitung des Coronavirus, eine geplante Justizreform, Korruption, die Entlassung von Häftlingen und die angespannte Sicherheitslage. Auch in zahlreichen anderen Städten des südamerikanischen Landes gingen die Menschen bei den bislang größten Protesten seit Beginn der Corona-Krise auf die Straße.

Im Großraum Buenos Aires gelten seit Mitte März recht strenge Ausgangbeschränkungen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen. Zwar gelang es der Regierung mit der harten Linie zunächst tatsächlich, die Zahl der Infizierten und Opfer im regionalen Vergleich niedrig zu halten. Wegen der langen Dauer der Quarantäne ließ die Disziplin der Bevölkerung zuletzt allerdings nach.

2.51 Uhr: Bill Morneau, Kanadas Finanzminister, hat überraschend seinen Rücktritt bekannt gegeben. Angesichts der „nächsten Phase“ im Kampf gegen die Corona-Pandemie und der wirtschaftlichen Erholung, die „viele Jahre“ dauern werde, sei es „Zeit für einen neuen Finanzminister“, sagte Morneau am Montagabend (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz. „Darum trete ich als Finanzminister und als Mitglied des Parlaments zurück.“

Mehrere kanadische Medien berichteten in der vergangenen Woche von tiefgreifenden Meinungsverschiedenheiten zwischen Morneau und Premierminister Justin Trudeau über die Frage, wie die von der Corona-Pandemie angeschlagene kanadische Wirtschaft wieder angekurbelt werden könnte. Das kanadische Haushaltsdefizit lag zuletzt bei mehr als 340 Milliarden kanadischen Dollar (rund 216 Milliarden Euro).

Montag, 17. August: Merkel besorgt über Trend bei Corona-Fallzahlen

  • Mehr als 70 Mitarbeiter einer britischen Lebensmittelfabrik sind mit dem Coronavirus infiziert. Das Unternehmen Bakkavor in Newark-on-Trent im Osten Englands ist nach eigenen Angaben auf frische Speisen spezialisiert
  • Litauen hat angesichts europaweit steigender Corona-Zahlen die Einreisebestimmungen geändert. Wer aus Ländern mit einer Infektionsrate von mehr als 25 Fällen pro 100.000 Einwohner einreist, muss bei Ankunft einen gültigen negativen Corona-Test vorweisen
  • Die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock fordert eine nationale Corona-Teststrategie. Angesichts der Pannen bei Corona-Tests von Reiserückkehrern brauche es „eine klare Teststrategie, die zwischen den Bundesländern und dem Bund an dieser Stelle abgestimmt ist“, sagte sie in Berlin
  • Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich positiv zu einer möglichen Verlängerung der Bezugsdauer von Kurzarbeitergeld geäußert. Es sei vereinbart, darüber beim nächsten Koalitionsausschuss zu beraten, fügte ihr Sprecher Seibert hinzu
  • Wegen neuer Reisebeschränkungen und steigender Corona-Infektionszahlen in mehreren Ländern reduziert Ryanair sein Flugangebot wieder. Betroffen seien vor allem Flüge in die Länder Spanien, Frankreich und Schweden
  • Ein Mitarbeiter des Dienstleisters Eurofins, der für den Freistaat Bayern Corona-Tests für Reiserückkehrer an Autobahnraststätten vornimmt, ist nach Recherchen des Bayerischen Rundfunks positiv auf das Virus getestet worden
  • Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die ansteigenden Zahlen von Corona-Infektionen in Deutschland als besorgniserregend, aber noch beherrschbar bezeichnet
  • Niedersachsens Landesregierung will die geplanten Lockerungen in der Coronavirus-Pandemie um mindestens zwei Wochen verschieben. Ursprünglich habe die nächste Stufe der Lockerungen zum 1. September in Kraft treten sollen
  • Das CDU-Präsidium hält trotz der steigenden Zahl von Infizierten an dem Anfang Dezember geplanten Parteitag zur Wahl eines neuen Vorsitzenden in Stuttgart fest
  • Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, will die Kosten für Corona-Tests bei Reiserückkehrern aus Risikogebieten den Betroffenen anlasten
  • Neuseeland verschiebt die Parlamentswahl um vier Wochen auf den 17. Oktober. Das teilte Premierministerin Jacinda Ardern mit
  • Die Familienkassen beginnen am 7. September mit der Auszahlung des Corona-Kinderbonus in Höhe von 300 Euro. Wie das Bundesfinanzministerium auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte, erhalten in der ersten Überweisungsrunde rund 940.000 Eltern mit 1,56 Millionen Kindern zusätzlich zum monatlichen Kindergeld die erste Bonusrate von 200 Euro

Sonntag, 16. August: Corona-Riskogebiet – Viele Urlauber verlassen Mallorca

  • Wegen der Reisewarnung für Spanien kehren viele Urlauber gerade nach Deutschland zurück. Die Einstufung als Risikogebiet bedeutet auch, dass sie zu einem Corona-Test und im Zweifelsfall auch zu häuslicher Quarantäne verpflicht sind. So diszipliniert verhalten sich die Reiserückkehrer trotz voller Testzentren.
  • Frankreich verzeichnete am Samstag mit 3310 neuen Fällen die höchste Zahl an Neuinfektionen seit drei Monaten. Die Stadt Paris wird als besonders gefährdet eingestuft. Setzt das RKI die Metropole nun auf die Liste der Risikogebiete? Laut den aktuellsten Zahlen der französischen Gesundheitsbehörden liegt die 7-Tage Inzidenz für Paris bei 76,6. Damit ist der kritische Wert von durchschnittlich 50 Fällen pro 100.000 Einwohner am Tag überschritten. Ab diesem Wert kann das Auswärtige Amt Reisewarnungen aussprechen oder zusammen mit dem RKI und dem Innenministerium Regionen zu Risikogebieten erklären. Noch ist das für Paris oder Frankreich aber nicht der Fall.
  • Das Test-Chaos in Bayern geht weiter. Wie Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Sonntag mitteilte, fehlt von 46 positiv auf das Coronavirus getesteten Personen immer noch jede Spur. Eigentlich sollte laut den Behörden schon bis Donnerstag jeder positiv Getestete sein Ergebnis erhalten.
  • Auf Mallorca befürchten viele Hoteliers den wirtschaftlichen Ruin. Die Reisewarnung trifft Mallorcas Tourismus ins Mark. Sofort danach hagelte es Stornierungen. Wie gehen die Menschen vor Ort damit um? Lesen Sie hier den Bericht unseres Korrespondenten vor Ort: Mallorca unter Schock: „Können die Insel jetzt dichtmachen“

Samstag, 15. August: Test-Chaos in Bayern geht weiter

  • Corona-Tests für Reiserückkehrer sollen nach den Worten von Gesundheitsminister Jens Spahn in jedem Fall kostenlos bleiben.
  • Die bayrischen Gesundheitsbehörden konnten auch am Samstag das Problem bei der Benachrichtigung von positiv auf das Coronavirus getesteten Urlaubsrückkehrern beheben.
  • Die Niederlande haben ihre Reisewarnungen für Spanien, Frankreich und Belgien verschärft.
  • Das Robert Koch-Institut (RKI) hat in seinem aktuellen Lagebericht das Infektionsgeschehen in Deutschland als sehr beunruhigend bezeichnet.
  • Der Bundesverband der Verbraucherzentralen fordert wegen der Corona-Krise eine kostenlose Sitzplatzreservierung in den Zügen der deutschen Bahn.
  • In Rheinland-Pfalz kommt es offenbar auch zu Verzögerungen bei der Übermittlung von Testergebnissen.
  • Nach der Reisewarnung Deutschlands für fast ganz Spanien einschließlich Mallorca wächst die Angst vor einem wirtschaftlichen Absturz auf den Balearen. Derzeit weilen nach Angaben des Deutschen Reiseverbandes (DRV) rund 30.000 deutsche Pauschaltouristen auf den Balearen.

Freitag, 14. August: RKI erklärt fast ganz Spanien zum Risikogebiet – Auswärtiges Amt spricht Reisewarnung aus

  • Der Reisekonzern Tui wird nach der Reisewarnung für fast ganz Spanien die ab Samstag geplanten Pauschalreisen dorthin absagen.
  • Wegen der gestiegenen Zahl von Corona-Neuinfektionen warnt das Auswärtige Amt nun vor touristischen Reisen nach fast ganz Spanien samt der Ferieninsel Mallorca. Die Warnung gilt für ganz Spanien mit Ausnahme der Kanarischen Inseln, wie das Außenministerium am Freitagabend in Berlin mitteilte.
  • Lesen Sie hier: Das sind die Gründe für die langen Wartezeiten bei Coronatests
  • Wegen gestiegener Corona-Infektionszahlen in Kroatien warnt Österreich nun vor Reisen in das EU-Partnerland.
  • Die Europäische Union hat sich Hunderte Millionen Dosen eines möglichen Impfstoffs gegen das Coronavirus gesichert.
  • US-Präsident Donald Trump hat damit gedroht, bei einer Einigung auf ein neues Corona-Hilfspaket mit den Demokraten sein Veto einzulegen, falls dieses Geld für die Post enthält. Mehr zum Thema: Donald Trump sabotiert Briefwahl – und gibt das sogar zu
  • Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern hat am Freitag eine Verlängerung des Corona-Lockdowns in der Millionenmetropole Auckland um zwölf Tage angekündigt.
  • Der Bundeselternrat warnt vor einer Verschärfung der Situation an den Schulen durch eine steigende Zahl von Schulschließungen.
  • Das Fiasko um Corona-Tests in Bayern bringt den Ministerpräsident Markus Söder unter Druck. Bayerns Corona-„Macher“ stecken in der Krise. Lesen Sie dazu den Kommentar: Warum die Union nach Söders Corona-Panne unter Druck ist

Donnerstag, 13. August: Markus Söder entschuldigt sich für Test-Panne

  • Die EU will auch von einem Pharmaunternehmen des US-Konzerns Johnson & Johnson 200 Millionen Dosen eines möglichen Impfstoffs zum Schutz vor Covid-19 kaufen.
  • Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat sich öffentlich dafür entschuldigt, dass Zehntausende Corona-Testergebnisse in seinem Land tagelang liegen geblieben sind.
  • Kroatien hat eine Rekordzahl an neuen Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. In dem Urlaubsland hätten sich in den vergangenen 24 Stunden 180 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert, teilte der nationale Krisenstab in Zagreb mit.
  • Die Kanarischen Inseln führen ein Rauchverbot im Freien ein, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Zuvor hatte dies bereits die spanische Region Galicien getan.
  • Die Reiserückkehrer stehen bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie schon seit längerem im Fokus. Das Robert Koch-Institut hat nun eine Liste der Länder veröffentlicht, in denen sich die meisten Urlauber mit dem Coronavirus infiziert haben.
  • Wer mit der Bahn aus Risikogebieten abreist, soll ab sofort seine Daten in einem Online-Formular hinterlegen. Darin müssen die Reisenden ihre Zugdaten, die persönliche Adresse sowie Ziele und Aufenthaltsorte in Deutschland angeben.
  • SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert nach der Corona-Test-Panne in Bayern den Aufbau einer digitalen Test-App.
  • Nur wenige Tage nach den Sommerferien hat in Berlin die erste Schule wegen eines möglichen Corona-Falls in der Lehrerschaft wieder geschlossen.
  • Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bis Mittwochabend 1445 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages.
  • Die Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) hat eine deutliche Stärkung des Zug- und Sicherheitspersonals in der Corona-Pandemie gefordert: Das Hausrecht müsse geändert werden, damit Zugbegleiter uneinsichtige Maskenverweigerer am nächsten Bahnhof aus dem Zug verweisen könnten.

Mittwoch, 12. August: Söder sagt Besuch wegen Corona-Testpanne in Bayern ab

  • Wegen massiver Verzögerungen bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen in Bayern warten Zehntausende Menschen auf ihr Testergebnis – Söder sagt Besuch ab
  • RKI korrigiert sich selbst: Kein Corona-Impfstoff im Herbst
  • Galicien führt wegen Corona Rauchverbot im öffentlichen Raum ein
  • Schwedens Staatsepidemiologe Anders Tegnell hält Zwangsmaßnahmen für riskant
  • Corona: Jede vierte Neuinfektion in Nordrhein-Westfalen durch Rückkehrer
  • Maskenpflicht für Schüler und Lehrer in Hessen außerhalb des Klassenzimmers
  • Corona-Tests bringen Labore an Rand der Überlastung
  • Trauer in Hollywood: Trini Lopez: „If I Had a Hammer“-Sänger stirbt an Covid-19
  • Die belgischen Behörden haben eine Maskenpflicht im Freien für den Großraum Brüssel angeordnet
  • Boris Palmer überrascht mit Teilnahme an Studie zu Covid-19-Impfung
  • Auf Mallorca und den anderen Balearen-Inseln steigt die Angst, zu einem Corona-Risikogebiet erklärt zu werden. Lesen Sie dazu: Spanien: Höchste europäische Corona-Infektionsquote
  • Nach Corona-Erkrankung: Alyssa Milano verliert Haare
  • Die Zahl der täglich gemeldeten Neuinfektionen in Deutschland hat mit 1226 Fällen den höchsten Wert seit Anfang Mai erreicht
  • Als einziges Bundesland startet Nordrhein-Westfalen mit Maskenpflicht im Unterricht ins neue Schuljahr
  • Der Wettkampf um den Corona-Impfstoff wird hart geführt: Nach der Zulassung des ersten Impfstoffes weltweit durch Russland hat Donald Trump auch seinem Volk schnelle Fortschritte versprochen. Lesen Sie hier: Wie sind die Aussichten auf einen zuverlässigen Impfstoff?
  • Der Deutsche Städtetag verteidigt die Vorbereitungen vieler Städte für Weihnachtsmärkte trotz Corona
  • Donald Trump nennt Anstieg Corona-Fälle in Deutschland „wirklich unglücklich“

Dienstag, 11. August: Russland lässt Corona-Impfstoff zu – Auswärtiges Amt warnt vor Reisen nach Madrid

  • Facebook hat seit April mehr als sieben Millionen Beiträge mit Informationen zum Corona-Virus gelöscht, die dem Online-Netzwerk zufolge die Gesundheit von Menschen gefährden könnten. , etwa zu angeblichen Corona-Behandlungen. .
  • Das Auswärtige Amt hat seine Reisewarnung für bestimmte spanische Regionen erweitert.
  • Forscher der Medizinischen Universität Wien haben in einer Studie die Immunität von Corona-Genesenen gegen eine erneute Infektion untersucht. Ihre Forschungsergebnisse sind beunruhigend.
  • Ein fränkischer Polizeibeamter wurde nach Informationen des „BR“ intern versetzt, nachdem er am Samstag eine Rede bei einer Demonstration in Augsburg gegen die Corona-Maßnahmen gehalten hatte.
  • Dem russischen Staatsfernsehen in Moskau zufolge hat Russland den weltweit ersten für die breite Verwendung zugelassenen Impfstoff gegen das Coronavirus auf den Namen „Sputnik V“ getauft.
  • Im Geflüchtetenlager Al-Hol im Nordosten Syriens gibt es den ersten bestätigten Coronavirus-Fall eines Bewohners, nachdem es in der vergangenen Woche bereits Berichte über Infizierungen beim Gesundheitspersonal gegeben hatte.
  • In der neuseeländischen Stadt Auckland wurde ein vorübergehender Lockdown angeordnet, nachdem am Dienstag vier neue Fälle in einer Familie gemeldet wurden. Zuvor war Neuseeland 102 Tage ohne Neuinfektionen geblieben.
  • Als erstes Land der Welt lässt Russland einen Impfstoff gegen das Coronavirus für die breite Verwendung zu. Das gab Präsident Wladimir Putin am Dienstag im Staatsfernsehen bekannt.
  • Das deutsche Biotech-Unternehmen Curevac hat vor, in Brasilien einen Corona-Impfstoff zu testen, an dem es forscht.
  • Nach der Teilverstaatlichung der Lufthansa prüft die Bundesregierung einem Medienbericht zufolge den Einstieg in mehr als ein Dutzend weitere Unternehmen.

Montag, 10. August: Gesundheitsminister gegen Rückkehr von Fans in Stadien

  • Virologen der Ruhr-Universität in Bochum haben in einer Studie herausgefunden, dass bestimmte handelsübliche Mundwasser die Corona-Viren im Mund effektiv reduzieren. Mit prophylaktischen Gurgeln mit Mundwasser, könnte das Ansteckungsrisiko verringert werden, glauben die Virologen
  • Die Gesundheitsminister der Länder haben sich geschlossen gegen eine Rückkehr von Fußball-Fans in die Bundesliga-Stadien zum gegenwärtigen Zeitpunkt ausgesprochen
  • Die griechische Regierung hat nach gestiegenen Infektionszahlen umfangreiche Einschränkungen für zahlreiche Urlaubsregionen und Städte angeordnet. Zudem müssen alle über die Landesgrenzen einreisende Menschen ab 17. August einen negativen Coronatest vorlegen, egal aus welchem Land sie stammen
  • Schauspieler Antonio Banderas ist mit dem Coronavirus infiziert. „Es geht mir relativ gut, ich bin nur etwas müder als sonst“, schreibt er bei Twitter
  • Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird es bis auf Weiteres immer wieder zu steigenden Corona-Zahlen kommen
  • Eine erneute flächendeckende Schließung von Kitas in der Corona-Pandemie soll nach dem Willen von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) unbedingt verhindert werden. Lesen Sie dazu: Corona-Studie zu Kitas – Wie riskant ist der Regelbetrieb?
  • Als wegen des Coronavirus die Schulen schlossen und der Unterricht von zu Hause aus stattfand, wurde überdeutlich, wie sehr arme Familien und vor allem deren Kinder im Nachteil sind. Nun legt die Regierung inmitten der Pandemie neu fest, wie viel Hartz-IV-Empfänger zum Leben brauchen. Lesen Sie hier: Hartz IV – in der Krise gibt es sieben Euro mehr und Kritik
  • Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, hält eine Maskenpflicht in Klassenzimmern für unabdingbar, wenn der Unterricht in üblicher Weise vonstattengehen soll
  • An besonders stark besuchten Orten in Paris gilt ab heute auch im Freien eine Maskenpflicht
  • Mit Corona-Schutzmaßnahmen startet an diesem Montag in drei weiteren Bundesländern das neue Schuljahr. Nachdem in der vergangenen Woche bereits in Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg die Schüler an die Schulen zurückgekommen waren, geht es jetzt in Schleswig-Holstein, Brandenburg und Berlin los
  • Der Einsatz von sogenannten Containment-Scouts in den Gesundheitsämtern für die Nachverfolgung von Corona-Kontakten soll um weitere sechs Monate verlängert werden
  • Der Ärzteverband Marburger Bund hat eindringlich vor einer Rückkehr der Fußballfans in die Stadien gewarnt. „Die Gefahr von Massenansteckungen wäre real“, sagte die Verbandsvorsitzende Susanne Johna der „Neuen Osnabrücker Zeitung“
  • Nach dem verheerenden Erdbeben wurde fast nichts im zentralitalienischen Amatrice wiederaufgebaut. Die Corona-Krise ist eine Chance. Urlauber zieht es ins Erdbebengebiet.
  • Deutschlands oberster Verbraucherschützer Klaus Müller hat wegen schleppender Rückzahlung von Tickets mehr Druck von der Bundesregierung auf die Lufthansa gefordert. „Es kann nicht sein, dass die Lufthansa Hilfszahlungen in Milliardenhöhe aus Steuergeldern erhält und trotzdem Kunden zu illegalen Zwangsdarlehen zwingt“, sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) den Partnerzeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft
  • Kino geht in der Corona-Krise nur mit Mindestabstand – und meist älteren Filmen. Doch der Cinemaxx-Chef Frank Thomsen ist dennoch optimistisch: „Die Lust auf Kino wird wiederkommen“. Lesen Sie hier das Interview.
  • Innenstaatssekretär Günter Krings hat die Einführung einer Anzeigepflicht vor geplanten Reisen in Corona-Risikogebiete vorgeschlagen. „Bei Reisen in Risikogebiete sollten wir darüber nachdenken, ob wir eine vorherige Anzeigepflicht einführen“, sagte der CDU-Politiker der „Rheinischen Post“

Sonntag, 9. August: Altmaier fordert, Deutschlands Corona-Politik zu überprüfen

  • Griechenland meldet Rekord bei Neuinfektionen
  • 1500 Menschen bei Demonstration gegen Corona-Maßnahmen in Dortmung
  • Mehr als fünf Millionen Corona-Infektionen in den USA
  • Bundesregierung kritisiert Lufthansa wegen der zögerlichen Erstattungen
  • Peter Altmaier will Coronapolitik wegen hoher Zahlen überprüfen
  • Trump erlässt per Dekret neue Corona-Hilfen

Samstag, 8. August 2020: Spahn will 20.000 Zusatzstellen für Pflegehelfer finanzieren

  • In Jerusalem haben sich Tausende Menschen vor der Residenz von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu versammelt und seinen Rücktritt gefordert. Die Demonstranten warfen ihm unter anderem vor, in der Pandemie nicht genug zum Schutz von Arbeitsplätzen und Geschäften unternommen zu haben. Die Proteste nahmen in den vergangenen Wochen zu.
  • Gegner der Corona-Schutzmaßnahmen haben sich am Samstag in Stuttgart zu einer „Querdenken“-Demo versammelt. Organisiert wurde die Demonstration von der Initiative „Querdenken 711“. Bei der Kundgebung trat auch der Fußballweltmeister von 1990, Thomas Berthold, auf
  • Brasilien hat als weltweit zweites Land nach den USA die Marke von 100.000 Corona-Toten überschritten
  • Die italienische Regierung hat die Anti-Corona-Maßnahmen des Landes bis zum 7. September verlängert. In dem Dekret sind in dem unter anderem die Maskenpflicht in geschlossenen, öffentlichen Räumen und die Abstandsregeln weiter vorgeschrieben. Auch größere Menschenansammlungen bleiben verboten
  • Die Bundesregierung warnt nach einem deutlichen Anstieg der Neuinfektionen in Rumänien und Bulgarien vor touristischen Reisen in mehrere Regionen der beiden Länder
  • Jochen Stephani ist an Covid-19 gestorben, wie Tausende in Deutschland. Seine Familie erzählt davon – und ist enttäuscht von den Behörden. Lesen Sie: Tod durch Corona: Der einsame Leidensweg einer Familie
  • Mehrere CDU-Politiker kritisieren die kostenlosen Pflichttests für Einreisende aus Corona-Risikogebieten: „Der Aufwand für selbst gewählte Risiken kann nicht ständig auf die Gesellschaft abgewälzt werden“, sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff dem „Spiegel“.
  • In Deutschland gilt nun eine Testpflicht für Einreisende aus Corona-Risikogebieten. Wer aus solchen Regionen nach Deutschland kommt, muss sich bei der Einreise auf das Coronavirus testen lassen
  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die Personalausstattung in Altenpflege und Geburtshilfe durch staatliche Zuschüsse verbessern. Ein Gesetzentwurf des Ministeriums, der unserer Redaktion vorliegt, sieht vor, 20.000 zusätzliche Stellen für Pflegehilfskräfte in der Altenpflege vollständig über einen Vergütungszuschlag zu finanzieren

Freitag, 7. August 2020: Überschuldete Unternehmen sollen länger geschützt werden

  • Vorerst wird es kein weiteres riesiges Corona-Konjunkturpaket in den USA geben. Die zugehörigen Verhandlungen zwischen Republikanern und Demokraten sind bis auf Weiteres gescheitert
  • Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) will überschuldete Unternehmen noch länger von der Pflicht zum Insolvenzantrag befreien
  • Wegen der Corona-Krise droht Wissenschaftlern zufolge zwischen 30 und 40 Millionen Mietern in den USA in den kommenden Monaten eine Zwangsräumung. Damit könnten bis zu 43 Prozent aller Miethaushalte betroffen sein, hieß es in einer veröffentlichten Studie
  • Der US-Bundesstaat New York will trotz der Coronavirus-Pandemie im September wieder mit dem Schulunterricht im Klassenzimmer beginnen
  • Das Bundesamt für Verfassungsschutz sieht Extremisten nicht als die treibenden Kräfte auf den Corona-Demonstrationen. „Rechts-, aber auch einige Linksextremisten haben versucht, die Corona-Proteste zu instrumentalisieren“, sagte Präsident Thomas Haldenwang in der Samstagsausgabe der „Süddeutschen Zeitung“. „Sie prägen das Demonstrationsgeschehen oder die inhaltliche Debatte derzeit nicht“, sagte Haldenwang mit Blick auf die Extremisten
  • Eine der Institutionen des deutschen Trash-TV könnte coronabedingt seine Kulisse verlieren. Findet das Dschungelcamp „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus?“ dieses Mal nicht im Dschungel statt? Für die Dreharbeiten, die eigentlich im kommenden Januar stattfinden sollen, überlegt RTL wegen der Corona-Krise eine Verlegung des Camps
  • Wer seine Corona-Infektion bei der Corona-Warn-App melden will, bleibt wohl nicht immer anonym. Wie der „Spiegel“ berichtet, müssten viele positiv getestete Menschen ihre Infektion über eine Telefonhotline mitteilen. Lesen Sie hier: Virologe Drosten: Jeder Bürger sollte ein Kontakt-Tagebuch führen
  • Japan hat so viele Corona-Neuinfektionen registriert wie noch nie an einem Tag seit Beginn der Pandemie: Am Freitag registrierten die Behörden 1597 Neuansteckungen
  • Die Bundesregierung hebt die Reisebeschränkungen für Paare ohne Trauschein auf. Ab kommender Woche können auch unverheiratete Partner aus Nicht-EU-Staaten wieder nach Deutschland einreisen
  • Auch Schleswig-Holstein führt Bußgelder für Maskenverweigerer ein. Wer sich weigert in Bussen und Bahnen einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, muss künftig 150 Euro zahlen.
  • Die Norweger sollten Auslandsreisen vermeiden, rät der Gesundheitsminister des Landes, Bent Hoie. Das gelte auch, wenn dort die Corona-Infektionen niedrig seien
  • In Indien sind die Zahlen der Neuinfektionen erneut dramatisch in die Höhe geschossen. Innerhalb eines Tages waren zuletzt über 60.000 neue Fälle gemeldet worden, die Gesamtzahl stieg damit auf über zwei Millionen
  • Die Moderatorin Dunja Hayali musste am Wochenende einen Dreh bei der Corona-Demo in Berlin abbrechen, weil die Situation für das Team zu gefährlich war. In ihrer Sendung zeigte sie die Ausschnitte. Mehr dazu: „Dunja Hayali“: Wie umgehen mit den Corona-Leugnern?
  • Australien will seine Grenzen vorläufig weiter geschlossen halten. Es werde noch „einige Monate“ dauern, bis wieder Ausländer und Ausländerinnen einreisen dürften, sagte Premierminister Scott Morrison
  • Experten befürchten bis Dezember insgesamt rund 300.000 Corona-Tote in den USA
  • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor einem Verteilkampf des möglichen Corona-Impfstoffes

Donnerstag, 6. August 2020: Spahn beschwichtigt: Kritische Schwelle ist nicht überschritten

Mittwoch, 5. August 2020: Italien droht Ryanair wegen Corona-Verstößen mit Flugverbot

  • Auf einem Gemüsehof im niederbayerischen Mamming gab es 17 weitere Corona-Infektionen. Zuvor waren bereits rund 230 Erntehelfer positiv getestet worden
  • In Frankreich erreicht die Pandemie mit 1695 Neuinfektionen ein Zwei-Monats-Hoch. Damit haben sich insgesamt 194.029 Menschen angesteckt
  • Wegen des Anstiegs von Corona-Fällen warnt das Auswärtige Amt vor touristischen Reisen in die belgische Provinz Antwerpen
  • Die Kanaren versichern als erste Region Spaniens alle Besucher gegen zusätzliche Kosten im Falle einer Infektion mit dem Coronavirus während des Urlaubs auf den Inseln.
  • In Afghanistan hat sich einer Studie zufolge bereits fast ein Drittel der Bevölkerung mit dem Coronavirus angesteckt, das entspricht etwa zehn Millionen Menschen
  • Die italienischen Behörden drohen Ryanair wegen Verstößen gegen die Sicherheitsregeln zum Schutz vor dem Coronavirus mit einem Flugverbot im italienischen Luftraum
  • Der Corona-Ausbruch im österreichischen Touristenort St. Wolfgang ist nach Einschätzung der Behörden unter Kontrolle
  • Weil die Geschäfte während des Lockdowns geschlossen waren, haben die Leute vermehrt im Internet eingekauft. Davon hat auch die deutsche Post profitiert. Der Umsatz zwischen April und Juni stieg um rund drei Prozent auf knapp 16 Milliarden Euro
  • Mitten in der Corona-Krise durften sich die Rentner in Deutschland im vergangenen Juli über eine deutliche Erhöhung ihrer Rentenbezüge freuen. Das bedeutet aber nicht, dass die Rentner die Folgen der Corona-Krise nicht zu spüren bekommen. Der Bund Deutsche Rentenversicherung geht von einer Nullrunde für 2021 aus.
  • Trotz Corona gibt es in Deutschland weniger Bewerber als Ausbildungsplätze. Jugendliche schauen sich vermehrt nach Alternativen zur klassischen Ausbildung um, erklärte das Institut der deutschen Wirtschaft. Das Studium gelte als „krisensicher, der kleine Ausbildungsbetrieb um die Ecke eher nicht“
  • Brandenburgs Landesbildungsministerin Britta Ernst (SPD) hat für ihr Bundesland die Einführung einer Maskenpflicht an Schulen angekündigt
  • Nach Nordrhein-Westfalen wollen auch Schleswig-Holstein und Niedersachsen Bußgelder für „Masken-Muffel“ in Bussen und Bahnen verhängen
  • Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfiehlt, dass an Deutschlands Schulen von der fünften Klasse an auch im Unterricht Maske getragen wird. Lesen Sie hier: Namhafte Corona-Berater: Was ist eigentlich die Leopoldina?
  • IT-Sicherheitsexperten und das Bundesamt für IT-Sicherheit schlagen Alarm, weil es in der Corona-Krise zu einem dramatischen Anstieg von Hacker-Angriffen kommt. Lesen Sie hier: Homeoffice bietet Angriffsfläche – so oft schlagen Hacker zu
  • Die Corona-Krise hat einen US-Schuldirektor in kurzer Zeit zum Internet-Star gemacht. Quentin Lee aus Alabama sammelte in wenigen Tagen mehr als 4,5 Millionen YouTube-Klicks. Das Video sehen Sie hier: Schuldirektor landet viralen YouTube-Hit mit Corona-Rap
  • Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter hat der Bundesregierung schwere Versäumnisse bei der Pandemiebekämpfung an Schulen vorgeworfen. Das ganze Interview lesen Sie hier: Hofreiter: Regierung bei Corona-Schutz an Schulen fahrlässig

Dienstag, 4. August 2020: Berlin erlaubt wieder Prostitution

  • Angesichts steigender Infektionszahlen hat die Türkei die Maßnahmen gegen das Coronavirus verschärft. Beschlossen wurden unter anderem tägliche Quarantäne-Kontrollen und strengere Auflagen für Hochzeiten und Trauerfeiern
  • Nach monatelangem Verbot wegen der Corona-Pandemie wird Sexarbeit in Berlin schrittweise wieder erlaubt. Lesen Sie hier: Berlin erlaubt Prostitution wieder – ohne Geschlechtsverkehr
  • Als erste niederländische Städte führen Amsterdam und Rotterdam eine Maskenpflicht ein. An belebten Straßen, auf Plätzen und Märkten muss ab Mittwoch eine Gesichtsmaske getragen werden.
  • Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für die Türkei teilweise aufgehoben. Das Auswärtige Amt teilte mit, dass die formelle Warnung vor touristischen Reisen in die Provinzen Antalya, Izmir, Aydin und Mugla entfällt.
  • In Mecklenburg-Vorpommern müssen Schüler und Lehrer künftig auf dem Schulgelände eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Die Maskenpflicht gelte ab Klasse fünf, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD).
  • Nach den massenhaften Verstößen gegen die Corona-Auflagen bei den Demos in Berlin am vergangenen Wochenende hat sich eine Debatte über die Grenzen der Versammlungsfreiheit entfacht. Bundeswirtschaftsminister Altmaier forderte härtere Strafen für Verstöße gegen Corona-Regeln. Lesen Sie mehr dazu: Anti-Corona-Demo befeuert Debatte über Versammlungsrecht.
  • Die Sharing Economy ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Für Unternehmen wie die Wohnungs-Vermietungs-Plattform Airbnb, der Taxidienst Uber oder der Büroflächenvermieter WeWork ist die Corona-Krise eine Zäsur. Wie hart die Sharing Economy von der Pandemie getroffen wird, lesen Sie hier: Airbnb, Uber und Co.: Beendet Corona die Idee des Teilens?
  • Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 879 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet.
  • In den USA ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus den zweiten Tag in Folge zurückgegangen. Innerhalb von 24 Stunden seien 46.321 neue Ansteckungen registriert worden.

Montag, 3. August 2020: Neue Corona-Regeln an den Schulen – Sommerfest in Wiesbaden sorgt für Anstieg der Infektionszahlen

  • In einigen Bundesländern gehen die Sommerferien zu Ende und Hamburg sowie Nordrhein-Westfalen haben für die Schüler bereits eine Maskenpflicht angekündigt. Dennoch gibt es Unterschiede bei der genauen Ausgestaltung der neuen Corona-Regel. In Sachsen zum Beispiel sieht Kultusminister Christian Piwarz aktuell keine Notwendigkeit für eine Maskenpflicht an Schulen. Entscheiden dürfen es dort aber am Ende die einzelnen Schulleitungen. In Hessen verhält es sich genauso. Droht den Schülern dank des Föderalismus nun ein Corona-Regelchaos an den Schulen? Lesen Sie hier den Überblick, was in welchem Bundesland für Schüler gilt.
  • Bei einem privaten Sommerfest in Wiesbaden haben sich nach Angaben der Stadt bisher 18 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Ein großer Teil der Gäste sei bereits ermittelt, getestet und einige unter Quarantäne gestellt worden. Einige Testergebnisse würden noch ausstehen. „An diesem Beispiel sieht man wieder, dass ein Einhalten der Hygiene- und Abstandsregeln auch bei Feierlichkeiten enorm wichtig ist“, sagte Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) der Mitteilung zufolge.
  • Die Berliner Polizei hat den Veranstaltern der Anti-Corona-Demo in Berlin in Bezug auf die Teilnehmerzahlen deutlich widersprochen. Die Organisatoren von „Querdenken 711“ behaupten, an der Demo hätten 1,3 Millionen Menschen teilgenommen. Die Berliner Polizei will hingegen nur 17.000 Menschen in der Spitze gezählt haben. Bei dem vorherigen Protestzug auf der Straße des 17. Juli seien laut Polizei 20.000 Menschen mitmarschiert.
  • Die Infektionsgefahr an Schulen in Sachsen ist laut einer Studie „extrem niedrig“. Das gab Professor Wieland Kiess vom Leipziger Universitätsklinikum bei der Vorstellung der Studienergebnisse in Dresden bekannt. Während der Corona-Studie im Mai und Juni sind bei 2600 Schülern und Lehrern keine Infektionen festgestellt worden. „Die akute Ansteckung lag bei Null“, sagte Kiess. Zudem fanden die Forscher in nur 14 von 2300 Blutproben Antikörper, die auf eine bereits überstandene Corona-Erkrankung hinweisen.
  • Die Bahn hat auf die Forderungen der Bundesregierung und der Grünen reagiert, die Maskenpflicht in den Zügen und Bussen des Unternehmens durchzusetzen. „Wenn eine Minderheit geltende Regeln missachtet, ist dies für uns nicht hinnehmbar“, teilte der Konzern der Deutschen Presse-Agentur mit. Bestehende Länder-Verordnungen erlaubten bei renitenten Maskenverweigerern einen Ausschluss von der Beförderung.
  • Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich in einer Videobotschaft an die Bevölkerung gewandt und vor Leichtsinnigkeit in der Corona-Pandemie gewarnt. „Die Verantwortungslosigkeit einiger weniger ist ein Risiko für uns alle“, sagte Steinmeier. Wer jetzt nicht besonders vorsichtig sei, gefährde die Freiheit vieler. Um einen zweiten Lockdown zu verhindern, müsse die Zeit bis zur Verfügbarkeit wirksamer Medikamente mit Disziplin und Vernunft überbrückt werden. „Der Weg zur Normalität, die wir uns doch alle wünschen, geht nicht über Leichtsinn, Sorglosigkeit und Ignoranz“, mahnte Steinmeier.
  • In weiteren französischen Gemeinden gilt jetzt eine Maskenpflicht im Freien. In 69 zusätzlichen Gemeinden des Départements Mayenne müssen seit Montag die Schutzmasken auch auf der Straße getragen werden. In der Küstenmetropole Nizza muss Medienberichten zufolge jetzt auf bei Touristen beliebten Plätzen eine Maske im Freien getragen werden. Bei Nichteinhaltung drohe ein Bußgeld von 35 Euro, berichtete France 3. Die Präfektur von Lille hatte zuvor für die Stadt eine Maskenpflicht etwa in der Fußgängerzone angekündigt. Auch auf Parkplätzen an Einkaufszentren oder in Parks ist die Maske verpflichtend.
  • Bei Corona-Tests von Reiserückkehrern aus Risikogebieten an den nordrhein-westfälischen Flughäfen werden rund 2,5 Prozent der Urlauber Corona-positiv getestet. Dies sei eine „relativ hohe“ Trefferquote, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) im Deutschlandfunk. 40 bis 50 Prozent der Rückkehrer machten von dem kostenlosen Angebot Gebrauch.
  • Haustiere wie Hunde und Katzen können von Menschen mit dem Coronavirus infiziert werden. Diese Annahme von Wissenschaftlern hat jetzt eine Studie italienischer Forscher bestätigt. Sie untersuchten in Norditalien, vor allem in der Lombardei, 540 Hunde und 277 Katzen. Die Tiere lebten in Haushalten mit Corona-Patienten oder in besonders stark von Corona betroffenen Gebieten. 3,4 Prozent der Hunde und 3,9 Prozent der Katzen hatten Antikörper gegen das Virus gebildet.

Sonntag, 2. August 2020: Hohe Bußgelder bei Verstößen gegen Corona-Regeln gefordert

  • Das für die Zulassung von Impfstoffen in Deutschland zuständige Paul-Ehrlich-Institut macht Hoffnung auf eine vergleichsweise schnelle Verfügbarkeit einer Corona-Impfung. „Die Zuversicht ist groß, denn wir haben gerade in den letzten Wochen erlebt, dass wir aus den ersten klinischen Prüfungen Ergebnisse erhalten haben, die zeigen, dass einige Impfstoffe tatsächlich eine spezifische Immunreaktion beim Menschen gegen Coronavirus 2 induzieren können“, sagte Präsident Klaus Cichutek am Sonntagabend im ZDF. Weltweit gebe es 140 bis 150 Impfstoffprojekte in diesem Bereich.
  • Zwei Maskenverweigerer haben auf einem Flug von Amsterdam nach Ibiza randaliert und sind nach der Landung von spanischen Sicherheitskräften festgenommen worden. Die beiden Männer hätten sich auf dem Flug am Freitag geweigert, Masken zu tragen, und andere Passagiere verbal und körperlich angegriffen, sagte ein Sprecher der Fluglinie der niederländischen Nachrichtenagentur ANP. Lesen Sie hier: Maskenverweigerer randalieren auf KLM-Flug – Festnahme
  • Der Corona-Ausbruch im niederbayerischen Mamming weitet sich aus. In einem weiteren Betrieb haben sich 43 Saisonarbeiter mit dem Virus angesteckt. „Diese und auch deren Kontaktpersonen befinden sich in Quarantäne“, sagte Landrat Werner Bumeder (CSU) am Sonntag. Am Vortag hatten die Behörden noch von 27 Fällen gesprochen. Die Tests in weiteren Betrieben und bei Bürgern im Landkreis Dingolfing-Landau seien negativ gewesen. „Nach jetzigem Stand liegt also nur ein Infektionsherd in Mamming vor.“
  • Nach der Massendemonstration gegen Corona-Vorschriften in Berlin hat der Vizevorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Thorsten Frei, ein härteres Vorgehen des Staates gegen Regelbrecher gefordert. Diese Demonstranten seien „eine Gefahr für unser Land“, sagte Frei unserer Redaktion. Daher sollten die Ordnungsbehörden „stärker auf schlüssige und detaillierte Hygienekonzepte bei Demonstrationsgenehmigungen drängen“. Die Umsetzung müsse mit empfindlichen Geldbußen für die Organisatoren verbunden werden. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach forderte „dreistellige Bußgelder“ bei Verstößen gegen Maskenpflicht und Abstandsgebot. Dafür solle eine bundeseinheitliche Regelung getroffen werden.
  • Die Kreuzfahrtreederei Aida Cruises hat ihren Neustart nach der Corona-Zwangspause kurzfristig verschoben. Die geplanten Mini-Kreuzfahrten auf der Ostsee für die erste Augusthälfte wurden am Sonntag abgesagt. Entgegen den Erwartungen des Unternehmens stehe eine letzte formale Freigabe für den Start der Kurzreisen ab 5. August durch den Flaggenstaat Italien noch aus, teilte Aida an seinem Sitz in Rostock mit. Betroffen sind mehrere Fahrten zwischen Anfang und Mitte August. Bei den geplanten Fahrten ab dem 16. August geht Aida davon aus, dass sie stattfinden können, wie ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte.
  • Mindestens 40 Crew-Mitglieder eines in Norwegen vor Anker liegenden Passagierschiffs haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Unter ihnen sei auch ein deutscher Staatsbürger, teilte die norwegische Reederei Hurtigruten mit. 33 andere Betroffene kämen aus den Philippinen, je einer aus Frankreich und aus Norwegen. Keiner von ihnen zeige Anzeichen einer Krankheit. Insgesamt sind derzeit noch 154 Crew-Mitglieder an Bord der „Roald Amundsen“.
  • Im Nachbarland Polen steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen, das Land registrierte so viele neue Fälle wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am Samstag verzeichneten die Behörden nach eigenen Angaben 658 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Seit drei Tagen registriert das EU-Land täglich neue Rekordwerte. Die Regierung in Warschau erwägt deshalb schärfere Maßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung des Virus.
  • Die ZDF-Journalistin Dunja Hayali musste ihre Dreharbeiten auf der Demonstration gegen Corona-Maßnahmen in Berlin abbrechen. Hayali und ihr Team waren zuvor mehrfach beschimpft worden, offenbar gab es zu große Sicherheitsbedenken. In einem rund 37 Minuten langen Video, das Hayali auf Instagram postete, ist zu sehen, wie Demo-Teilnehmer ihr und ihrem Team am Samstag „Lügenpresse“ und „Schämt euch“ entgegenrufen. Hayali berichtet selbst von Beleidigungen und Bedrohungen, ohne konkrete Beispiele zu nennen.

Samstag, 1. August 2020: Altmaier fordert härtere Strafen vor Verstöße gegen Corona-Regeln

  • Tausende Israelis haben an mehreren Orten des Landes gegen Korruption und das Krisenmanagement von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in der Corona-Pandemie protestiert. Nach Angaben der Polizei nahmen an einer Demonstration in Jerusalem mehr als 7000 Menschen teil. Sie forderten den Rücktritt des Regierungschefs
  • 135 Bewohner einer Gemeinschaftsunterkunft in Nürnberg sind unter Quarantäne gestellt worden, weil einer der Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden ist
  • Polen hat so viele neue Corona-Fälle registriert wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am Samstag verzeichneten die Behörden nach eigenen Angaben 658 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden
  • Bei der Auflösung der Kundgebung von Gegnern staatlicher Corona-Auflagen in Berlin hat die Polizei die Veranstaltungsbühne besetzt. Lesen Sie mehr: Demo gegen Corona-Maßnahmen: Polizei besetzt Bühne
  • Im Kampf gegen das Coronavirus will Russland im Herbst mit den ersten Impfungen beginnen. Dies sei für Oktober geplant, sagte Gesundheitsminister Michail Muraschko der Staatsagentur Tass zufolge. Zunächst sollten Ärzte und Lehrer geimpft werden, dann schrittweise der Rest der Bevölkerung
  • Angesichts steigender Corona-Zahlen verschärft Helgoland die Maskenpflicht. Am kommendem Montag müsse zunächst für zwei Wochen auf der Einkaufsstraße Lung Wai und auf der Promenade vom Hafen bis zum Dorfkern eine Mund-Nase-Bedeckung getragen werden
  • Mit einem Demonstrationszug haben Tausende Menschen in Berlin gegen die Corona-Maßnahmen protestiert. Die Polizei ging am Nachmittag von rund 15.000 Teilnehmern aus. Nach Polizeiangaben wurden dabei die Hygienevorgaben wie Abstand und Mund-Nasen-Schutz nicht eingehalten
  • Angesichts der Zunahme der Corona-Fälle erweitert Griechenland die Maskenpflicht. Wie der Zivilschutz mitteilte, müssen alle Menschen fortan in geschlossenen Räumen eine Maske tragen. Zudem sind Besuche in Krankenhäusern und Altersheimen nur im Ausnahmefällen erlaubt
  • Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat sich für härtere Strafen bei Verstößen gegen Corona-Regeln ausgesprochen. Ein Vorschlag Altmaiers: Man soll nur in Busse und Bahnen einsteigen dürfen, wenn man Schutzmaske trägt oder eine beim Einstieg erwirbt.
  • Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 955 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet
  • Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro spielt auch nach seiner Coronavirus-Infektion die Gefahren der Pandemie weiter herunter. Es gebe nichts zu befürchten, sagte er vor Reportern. „Ich bedauere die Todesfälle. Aber Menschen sterben jeden Tag, an vielen Dingen. So ist das Leben“
  • Angesichts der rasanten steigende Zahl von Coronainfektionen in Deutschland haben führende Politiker und Ökonomen vor einem weiteren Lockdown gewarnt. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sagte unserer Redaktion: „Einen zweiten Lockdown können wir uns nicht leisten. Das würde unsere Wirtschaft kaum verkraften und sich letztendlich auch negativ auf den Sozialstaat und seine Stabilität auswirken. Hilfsmaßnahmen wie im jetzigen finanziellen Rahmen ließen sich wohl nicht wiederholen“
  • Die Soforthilfe für in finanzielle Nöte geratene Studenten wird stark nachgefragt. Von den seit Juni zur Verfügung gestellten 100 Millionen Euro an Überbrückungshilfe sind laut Bundesbildungsministerium bereits über 28 Millionen Euro abgerufen worden

Freitag, 31. Juli 2020: Mallorca-Urlauber nach Corona-Infektion in Quarantäne

  • Nach dem Corona-Ausbruch auf einem Gemüsehof im niederbayerischen Mamming hat sich die Zahl der infizierten Erntehelfer auf 232 erhöht. Das Landratsamt leitete am Freitagabend nach eigenen Angaben „umgehend eine Trennung der nun positiv getesteten Saisonarbeitskräfte von den negativ Getesteten in die Wege“.
  • Nachdem das Auswärtige Amt einige Gebiete Spaniens zu Risikogebieten erklärt hat, fragen sich viele Deutsche, was nun mit ihren gebuchten Flügen nach Barcelona & Co. geschieht. Der Verbraucherzentrale Bundesverband macht gegenüber unserer Redaktion deutlich, dass kein rechtlicher Anspruch auf eine Rückerstattung besteht – egal, ob es eine Reisewarnung gibt oder nicht. Dennoch können Betroffene zumindest einen Teil des Ticketpreises wiederbekommen.
  • Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat aus seiner eigenen Corona-Infektion offensichtlich nichts gelernt. Bei einem Besucht in Bagé im Süden Brasiliens trug er zwar eine Maske, schüttelte aber Hände, wie das Portal „G1“ am Freitag berichtete. Daraufhin hätten sich Menschenansammlungen gebildet. Bolsonaro zeigte bei dem Auftritt demnach das umstrittene Malariamittel Hydroxychloroquin, das er zur Covid-19-Behandlung propagiert. Bolsonaro hatte vor mehr als drei Wochen bekanntgegeben, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert habe. Mehrere Tests fielen positiv aus, am Samstag twitterte er dann, ein neuer Test bei ihm sei negativ ausgefallen.
  • Donald Trump hat in Bezug auf die Verschiebung der US-Wahlen eine Rolle rückwärts gemacht. „Ich will keine Verschiebung“, sagte Trump bei einer Pressekonferenz im weißen Haus. Nur einen Tag zuvor hatte Trump einen gänzlich anders lautenden Beitrag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter abgesetzt. Auch wenn Trump jetzt nichts mehr von einer Verschiebung der Wahl wissen will, erneuerte er auf der Pressekonferenz ausführlich seine Befürchtungen zum Wahlbetrug.
  • Die Corona-Apps verschiedener europäischer Staaten sollen vernetzt werden. Die EU-Kommission soll den entsprechenden Auftrag bald den deutschen Unternehmen SAP und Telekom erteilen. Diese hatten bereits die deutsche Corona-Warn-App entwickelt – bei der zuletzt bekannt wurde, dass sie mehrere Wochen bei manchen Android- und iPhone-Benutzern nicht richtig funktioniert hatte.
  • Wegen der stark steigenden Zahl von Corona-Infektionen in Spanien warnt das Auswärtige Amt nun vor touristischen Reisen in drei Regionen des beliebtesten Urlaubslands der Deutschen. Betroffen von der formellen Reisewarnung sind nach einer Mitteilung des Auswärtigen Amts vom Freitag Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und den Stränden der Costa Brava sowie die westlich davon im Landesinneren liegenden Regionen Aragón und Navarra, nicht aber Mallorca und auch nicht die Kanaren.
  • Nach einer Hochzeitsfeier sind im Kreis Kleve mehr als 50 Gäste positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte die Kreisverwaltung am Freitag mit. Bei der Veranstaltung habe es sich um eine Feier im benachbarten Kreis Wesel gehandelt, sagte eine Sprecherin. Bis auf wenige Ausnahmen seien allerdings alle Gäste im Ort Geldern im Kreis Kleve beheimatet. „Das Gesundheitsamt nimmt direkt Kontakt mit den positiv getesteten Personen auf, um weitere Informationen zu erhalten“, sagte Landrat Wolfgang Spreen. Die Kontaktpersonenermittlung laufe.
  • Mit ihrem Programm „Ausbildungsplätze sichern“ will die Bundesregierung Unternehmen Anreize bieten, Azubis zu halten oder gar neue Ausbildungsstellen zu schaffen. Ab kommender Woche können kleine und mittlere Betriebe daher die sogenannte Azubi-Prämie beantragen. Dafür stellt die Bundesregierung insgesamt 500 Millionen Euro bereit.
  • Erstmals seit der Wiedereröffnung der Balearen-Inseln mit Mallorca für den internationalen Tourismus sind Urlauber nach Behördenangaben positiv auf das Coronavirus getestet und in Quarantäne geschickt worden. Über die Herkunft oder die Nationalität der Betroffenen teilte die regionale Gesundheitsbehörde am Freitag auf Anfrage zunächst nichts weiter mit. Die Zeitung „Diario de Mallorca“ schrieb, es handele sich insgesamt um zehn Urlauber mit nur leichten oder gar keinen Krankheitssymptomen. Bereits zuvor hatte eine Familie aus Cottbus offenbar das Coronavirus mit nach Hause gebracht. Lesen Sie hier: Corona: Familie muss nach Mallorca-Urlaub in Quarantäne Wegen illegaler Partys hat die Regierung der Balearen vergangene Woche die Lokale am Ballermann und auch im bei Briten beliebten Vergnügungsareal Punta Ballena in Magaluf geschlossen. Lesen Sie dazu: Partys am Strand von Magaluf sorgen für Ärger auf Mallorca

Corona-News: Bisherige Meldungen im alten Live-Ticker

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