Falschinformationen

Youtube geht gegen Beiträge mit Fake News zu Impfungen vor

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Diskussion über Testpflicht für Corona-Geimpfte

Diskussion über Testpflicht für Corona-Geimpfte

Auch Corona-Geimpfte können sich infizieren und weitere anstecken. Einige Experten halten es für sinnvoll, dass Geimpfte sich für Veranstaltungen dennoch testen lassen sollten.

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Mountain View/Berlin  Youtube hat mehrere Kanäle von Impfgegnern gesperrt. Das Unternehmen will künftig strenger gegen Falschmeldungen zu Impfungen vorgehen.

Youtube will künftig falsche Informationen über alle Impfungen entfernen und sich dabei nicht nur auf Corona-Impfstoffe konzentrieren. Von der neuen Regelung betroffen seien Beiträge, die den Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und örtlicher Behörden zu Sicherheit, Wirksamkeit und Inhaltsstoffen widersprächen, erklärte die Google-Tochter am Mittwoch.

Falsche Behauptungen, dass Impfungen Krebs und Diabetes verursachten, zu Unfruchtbarkeit führten oder zur Nachverfolgung von Geimpften eingesetzt werden könnten, seien damit nicht mehr zulässig, erläuterte Youtube. Accounts, die wiederholt oder besonders stark gegen die Regeln verstießen, will der Konzern komplett von der Plattform verbannen.

Youtube löscht Accounts prominenter Impfgegner

Von der Löschung betroffen ist unter anderen der prominente US-amerikanische Impfgegner Robert F. Kennedy Jr. Der Neffe des 1963 ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy und Sohn des fünf Jahre später ermordeten Senators Robert F. Kennedy war unter anderem im vergangenen Jahr auf einer Querdenken-Demonstration in Berlin aufgetreten.

Gesperrt wurden auch die Kanäle des im Bundesstaat Florida lebenden Osteopathen Joseph Mercola, den die "New York Times" den "einflussreichsten Verbreiter von Coronavirus-Falschinformationen im Internet" genannt hat, und der bekannten Osteopathin und Impfgegnerin Sherri Tenpenny aus dem Bundesstaat Ohio.

Mehr als 130.000 Videos zu Corona-Impfmythen entfernt

"Wir haben stetig gesehen, wie falsche Behauptungen über Coronavirus-Impfstoffe sich ausdehnen zu Falschinformationen über Impfstoffe grundsätzlich", erklärte Youtube. "Wir sind jetzt an einem Punkt, an dem es wichtiger ist denn je, die Arbeit, die wir mit Covid-19 begonnen haben, auf andere Impfstoffe auszuweiten."

Nach eigenen Angaben löschte das Unternehmen seit dem vergangenen Jahr 130.000 Videos, die gegen die Regeln der Plattform zu Corona-Impfstoffen verstießen.

Löschung von RT-Kanälen auf Youtube

Am Dienstag hatte die Videoplattform mit der Entfernung von zwei deutschsprachigen Videokanälen des russischen Staatssenders RT Aufsehen erregt und damit den Zorn Moskaus auf sich gelenkt. Betroffen waren die Kanäle "RT DE" und "Der Fehlende Part". Youtube begründete die Sperre mit Verstößen gegen die Regeln zu Falschinformationen rund um die Corona-Pandemie.

(raer/dpa/afp)