Die Verpflichtung zur getrennten Sammlung von Alttextilien nach der neuen EU-Abfallrahmenrichtlinie gilt seit dem 1. Januar dieses Jahres. Die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger sind somit in der Pflicht, Alttextilien getrennt von anderem Restmüll zu sammeln. Damit soll erreicht werden, dass eine nachhaltige Wiederverwendung und, wenn nötig, ein Recycling der Textilien sichergestellt wird.

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Somit ist der Landkreis Eichsfeld als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger für die Organisation einer Sammelstruktur in seinem Verantwortungsbereich angehalten, dass Alttextilien getrennt gesammelt werden können.

Bis vor Kurzem war dies durch ein flächendeckendes Netz von mehr als 250 Altkleidercontainern im Landkreis möglich, die von gemeinnützigen und gewerblichen Sammlern betrieben wurden, teilt das Eichsfelder Landratsamt dazu mit. Doch der Markt für gebrauchte Kleidung stehe seit geraumer Zeit landes- und weltweit vor massiven Problemen.

Langfristige Lösungen für Alttextilsammlung gesucht

Ein Grund seien die steigenden Mengen an sogenannter „Fast Fashion“, die oft minderwertige Qualität aufweisen und die Sammelware belasten. Hinzu komme der Rückgang von Absatzmärkten sowie die zunehmend schlechtere Qualität der gesammelten Textilien, was in vielen Fällen dazu führt, dass Unternehmen ihre Sammeldienste einstellen.

Dies war in den vergangenen Monaten auch im Landkreis zu beobachten. Die ersten Unternehmen haben ihre Container aus dem Kreisgebiet abgezogen und ihre Verträge mit den Kommunen gekündigt, was zu einer spürbaren Lücke im einst flächendeckenden Sammelnetz geführt hat.

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Um diesem Problem zu begegnen und langfristig eine gebührenverträgliche Lösung für die Bürgerinnen und Bürger im Eichsfeld anbieten zu können, stehe der Landkreis in engem Austausch mit der EW Entsorgung GmbH, einem Tochterunternehmen der Eichsfeldwerke, und dem Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten. Ziel sei es, bei der Lösungsfindung für das Problem, die Anforderungen der EU-Richtlinie zu erfüllen und gleichzeitig die Bedürfnisse der Gemeinden und Einwohner zu berücksichtigen.

Unbrauchbare Textilien sollen weiter in die Restmülltonne

Das Landratsamt richtet sich mit einer Bitte bis zu einer Klärung des Problems an die Bevölkerung: „Stark zerschlissene, verschmutzte oder kontaminierte Textilien sollen weiterhin über die Restmülltonne entsorgt werden, anstatt in die Sammelcontainer zu gelangen.“

Diese Maßnahme trage dazu bei, dass die getrennt gesammelten intakten Textilien tatsächlich wiederverwendet werden können. Zudem erhofft sich das Landratsamt von der Maßnahme, die bestehenden Sammelstrukturen mit den Altkleidercontainern nicht weiter zu gefährden.

Textilien in der Mülltonne
Alte Textilien dürfen laut der neuen EU-Abfallrahmenrichtlinie seit Januar nicht mehr in der Mülltonne entsorgt werden, aber der Landkreis Eichsfeld bittet die Bürger, dies mit unbrauchbarer Kleidung weiter zu tun, bis eine Lösung für die Sammlung der Textilien gefunden ist. (Archivfoto)© Daniel Wiegand

Die Qualität der gesammelten Ware spiele eine entscheidende Rolle für deren Weiterverwendung. Befinden sich stark verschmutzte oder unbrauchbare Textilien in den Containern, können sie die gesamte Ladung eines Containers unbrauchbar machen, heißt es weiter aus dem Landratsamt.

Die Folge sind zusätzliche Entsorgungskosten für die gemeinnützigen und gewerblichen Sammler. Intakte und gut erhaltene Kleidungsstücke sollten daher durch die Verbraucher möglichst direkt weitergegeben werden – sei es über Kleiderbörsen, Onlineplattformen, Kleiderkammern oder Sozialkaufhäuser. Diese Wege ermöglichten eine unmittelbare Wiederverwendung und tragen zur Schonung der Ressourcen bei.

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Textilien gehören nicht neben den Sammelcontainer

Ein weiteres Problem entstehe, wenn Altkleider neben vollen Containern abgelegt werden. Insbesondere Feuchtigkeit kann die Qualität der Textilien erheblich beeinträchtigen, sodass eine Wiederverwertung oft nicht mehr möglich ist und die Entsorgung als Abfall erforderlich wird.

Die entstehenden zusätzlichen Kosten belasten das Sammelsystem und damit den Gebührenzahler unnötig, heißt es weiter in der Mitteilung. Das Landratsamt appelliert daher dringend, keine Altkleider neben Containern zu platzieren, sondern unbenutzte Container an anderen Standorten zu nutzen oder gegebenenfalls auf alternative Abgabemöglichkeiten auszuweichen.

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Langfristig möchte der Landkreis sicherstellen, dass die Alttextilsammlung effizient und nachhaltig organisiert bleibt. Dabei liegt der Schwerpunkt weiterhin auf der Förderung von Wiederverwendung, der Reduzierung von Fremdstoffen in den Containern und der Sicherung eines wirtschaftlich tragfähigen Systems unter Einhaltung der europäischen Standards.