Eine schlechte Nachricht hat das Duderstädter Krankenhaus St. Martini. Nach 16 Jahren erfolgreicher Arbeit endet aufgrund eines aktuellen Beschlusses des Zulassungsausschusses der Ärzte und Krankenkassen am 30. September die kardiologische Ermächtigungsambulanz am Krankenhaus. Das teilt der Sprecher, Florian Grewe, mit. Die Ambulanz wird seit 2009 betrieben und sei ein wichtiger Bestandteil der kardiologischen Patientenversorgung in der Region.

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Für gut 200 bis 300 Patienten mit kardiologischen Behandlungsbedarf pro Quartal drohe nun eine Versorgungslücke, die zu langen Wartezeiten, weiten Wegen, Ängsten und Verärgerung führen werde. Es sei schon „paradox“, dass sich gesetzlich versicherte Patienten, die bisher von Kardiologen in der Krankenhausambulanz versorgt wurden, nun einen neuen Kardiologen suchen müssten.

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Dabei werde qualifiziertes Personal vom Krankenhaus ja vorgehalten und könne eine schnelle und wohnortnahe Behandlung sicherstellen. Diese sei wichtig, weil kardiologischer Behandlungsbedarf bei Patienten Ängste, Paniken und damit hohes Interesse an einer schnellen Abklärung aufkommen ließen, ärgert sich Geschäftsführer Markus Kohlstedde. Dabei sei eine Forderung künftiger Versorgungskonzepte gerade eine stärkere Vernetzung stationärer und ambulanter Versorgung.

Michael Bömeke gründete die kardiologische Ambulanz

Gegründet und über viele Jahre geleitet wurde die von der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen für gesetzlich Versicherte zugelassene Ermächtigungsambulanz durch Chefarzt Michael Bömeke. Nach dessen plötzlichem Tod 2024 wurde die Ambulanz von Dietmar Wietholt fortgeführt.

In der kardiologischen Ambulanz werden bis heute insbesondere Patienten behandelt, deren Krankheitsbilder einer speziellen kardiologischen Abklärung durch den Krankenhausarzt bedürfen. „Darüber hinaus finden dort wichtige Nachsorgeuntersuchungen wie Defibrillator- und Schrittmacherkontrollen statt, auch für sogenannte hochmoderne Dreikammerschrittmacher, für die nicht jeder niedergelassene Kardiologe eine Genehmigung hat“, so Grewe.

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Mit ihrem Angebot habe die Ambulanz sinnvoll die kardiologische Versorgung durch eine ebenfalls in Duderstadt lange etablierte internistische Praxis, die inzwischen zum hauseigenen Medizinischen Versorgungszentrum gehört, ergänzt.

Trotz der Absicht des Krankenhauses zur Fortsetzung dieses bewährten Versorgungsmodells und einer erneuten Antragstellung wurde die neuerliche Ermächtigung nun durch den gemeinsamen Zulassungsausschuss der Ärzte und Krankenkassen versagt, heißt es aus dem Krankenhaus. Die Genehmigung sei dabei Voraussetzung für den Betrieb der Ambulanz und werde grundsätzlich nur befristet erteilt. Die derzeitige Befristung ende am 30. September, sodass im Ergebnis ab dem 1. Oktober der gewohnte Betrieb nicht fortgesetzt werden könne und lange geplante Patiententermine gesetzlich versicherter Patienten abgesagt werden müssten. Der Zulassungsausschuss sehe nach eigener Einschätzung keine weitere Versorgungsnotwendigkeit für die Ermächtigungsambulanz, teilt das Krankenhaus mit.

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Geschäftsführer des Krankenhauses hat einen Wunsch

„Für uns ist das vollkommen unverständlich, weil dadurch die kardiologische Versorgung der gesetzlich versicherten Menschen in unserer Heimatregion sehr geschwächt wird. Versuchen Sie mal, im Umkreis einen Termin bei einem Kardiologen zu bekommen. Wir haben das einmal getestet und bei Praxen in der Umgebung angefragt. Da erhalten Sie keine Termine oder müssen mit mehrmonatigen Wartezeiten rechnen. Unsere kardiologische Ambulanz versorgt darüber hinaus auch viele Menschen, die aus dem thüringischen Eichsfeld zu uns kommen. Da entsteht eine echte Versorgungslücke“, befürchtet Markus Kohlstedde.

Selbstverständlich sei man bemüht, für die Patienten Lösungen zu finden. Gleichzeitig arbeite man auf allen Ebenen daran, die Zulassung für die kardiologische Ambulanz schnellstmöglich wiederzuerlangen.

Patienten der Ambulanz wenden sich bitte an das Sekretariatsteam der Kardiologie unter Tefon 05527/842380 oder per Mail an kar-amb@kh-dud.de.

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Einen Wunsch hat Kohlstedde: Die unverständliche Entscheidung werde für viel Verdruss und mitunter Angst bei den Patienten führen. „Wir sind ebenfalls Leidtragende der Entscheidung und können betroffenen Menschen nur dazu raten, sich gerne direkt an die Bezirksstelle Göttingen der Kassenärztlichen Vereinigung zu wenden und dort deutlich zu machen, was ein Wegfall dieses langjährig erfolgreichen ambulanten Versorgungsangebotes für sie bedeutet.“

Kontakt: Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen, Bezirksstelle Göttingen, Telefon 0511/3804412, E-Mails an info@kvn.de. Kontaktformular für Patientenbeschwerden: www.kvn.de/Patienten/Kontaktformulare.html

sma