Fast jedes Dorf im Eichsfeld hat einen besonderen Menschen in seiner Mitte, einen Ortschronisten oder eine Ortschronistin. Diese Menschen begleiten das Geschehen in ihrem Dorf, schreiben für die Nachwelt auf, was passiert, welche Feste gefeiert werden, sie begleiten zum Beispiel Kirchensanierungen oder die Einrichtung von Wanderwegen. Kurzum: Sie führen die Chronik ihrer Gemeinde.

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Jetzt ist auch die Stadt Heiligenstadt auf der Suche nach so einem Menschen. „Wir haben bisher noch keinen Ortschronisten, oder in dem Fall Stadtchronisten, gehabt“, sagt Ute Althaus (CDU), die Erste Beigeordnete der Stadt, die auch die Kultur unter sich hat. „Es fehlt jemand, der unsere kulturellen Ereignisse erfasst, eventuell begleitet, sie einfach festhält.“ Und in Heiligenstadt passiere eine ganze Menge. Sie erinnert beispielsweise an den Deutschen Wandertag, die 1050-Jahr-Feier, an die jährlichen Stadtfeste, an die Konzerte, an herausragende Ereignisse und auch baulichen Entwicklungen.

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Eine große Aufgabe und Herausforderung für einen Ehrenamtler

Ein Ortschronist sorgt im Prinzip dafür, dass wertvolle Zeitzeugnisse entstehen, die nicht nur für die Stadtverwaltung, sondern auch für Heimatforscher, Schulen und künftige Generationen von großem Interesse sein können oder sogar sind. „Die Ortschronik ist das kollektive Gedächtnis“, erklärt Ute Althaus. „Sie bewahrt nicht nur die Geschichte aus der Vergangenheit, sondern schreibt sie im Heute fort.“ Ohne engagierte Chronisten gehen wichtige Informationen und Geschichten des Alltagslebens, der Vereine, Institutionen und Persönlichkeiten verloren.

Die Stadt möchte nun Abhilfe schaffen. Man wisse aber auch, dass derjenige oder diejenige eine Menge Arbeit vor sich hat. Denn es gelte erst einmal, aufzuarbeiten, was seit der Wende passiert ist, wie sich das Stadtbild verändert hat, was neue Tradition geworden sind. Aber auch die Zeit vor der Wende spiele eine Rolle, genau wie die Wendeereignisse selbst. „Da haben wir eine große Lücke.“ Natürlich weiß sie, dass es engagierte Menschen in Heiligenstadt gibt, die sammeln und bewahren. Aber es gehe vor allem um das Zusammenführen all dieser Zeugnisse in einer Chronik der Stadt.

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Es sei ein Ehrenamt. Natürlich würde die Stadt unterstützen, das Archiv stehe zur Recherche bereit, Unkosten würden selbstverständlich erstattet. Jetzt gehe es darum, jemanden zu finden, der nicht nur die Zeit, sondern auch ein großes Interesse an Geschichte, an Forschung und aktuellen Ereignissen hat. „Wir suchen jemanden, der für sich selbst vielleicht eine neue Aufgabe sucht und mit Freude dabei ist. Wer mehr wissen möchte, darf ich jederzeit gern an mich wenden“, lädt Ute Althaus ein. Erreichbar sei sie unter der Telefonnummer 03606 / 677103 oder per E-Mail unter der Adresse u.althaus@heilbad-heiligenstadt.de.