Viele Gesichter hat das Ehrenamt im Eichsfeld. Oft sind es Frauen und Männer, die im Hintergrund agieren. Doch sie sind unentbehrlich, wenn es um Gemeinschaft und Miteinander geht. Sie machen das Eichsfeld reicher, lebens- und liebenswerter. Bei der Dankeschön-Veranstaltung des Landkreises wurde einige von ihnen mit dem Ehrenamtspreis geehrt.

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Ausgezeichnet wurde in diesem Zusammenhang auch ein Mann, der mit Kontinuität, Fachkenntnis und großem Verantwortungsbewusstsein das Leben in Lenterode seit Jahrzehnten prägt: Claus Herold. „Seit der ersten Wahl nach der Wende gehört er dem Gemeinderat an und setzt sich dort unermüdlich für die Belange und die Entwicklung seiner Heimat ein“, sagte Landrätin Marion Frant (CDU) in der Laudatio.

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Er verstehe sich als sachorientierter Brückenbauer, der zuhört, abwägt und konstruktive Lösungen sucht. Als Vorsitzender der 1990 wiederbelebten Waldgemeinschaft Lenterode hat Claus Herold die Forstwirtschaft seiner Region maßgeblich mitgestaltet. „Mit seinem fundierten Wissen als Forstwirtschaftsmeister ist er ein unverzichtbarer Ansprechpartner, wenn es um Fördermittel, Holzeinschlag, Vermarktung oder die nachhaltige Pflege und Aufforstung der Wälder geht“, sagte Frant in ihrer Rede. Dabei packe er stets selbst mit an – sei es bei Pflegemaßnahmen, beim Schneiden, Pflanzen oder Organisieren. Claus Herold lebe vor, was verantwortungsvolles Engagement bedeute.

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Ein Zeichen des Glaubens und des Zusammenhalts

Auch im kirchlichen Leben hat der Lenteröder über viele Jahre hinweg Verantwortung übernommen. Ob als langjähriges Mitglied im Kirchenvorstand, heute im Kirchortrat oder als Lektor im Gottesdienst. Seine ruhige, sachliche und tragende Art bereichere das Gemeindeleben spürbar. Darüber hinaus war er Mitinitiator bei der Errichtung des Lenteröder Kreuzes am Knappberg, einem sichtbaren Zeichen des Glaubens und des Zusammenhalts der Dorfgemeinschaft.

„Was viele nicht sehen, aber alle spüren: Claus Herold ist jemand, der Konflikte nicht scheut, sondern ihnen mit Klarheit, Fairness und Fingerspitzengefühl begegnet“, betonte Frant. Als Streitschlichter sorge er dafür, dass unterschiedliche Positionen wieder zueinanderfänden. Und wo in der Gemeinde Hilfe gebraucht werde, sei er ganz selbstverständlich zur Stelle.

In den vergangenen Jahren brachte sich der Eichsfelder zudem verstärkt in die Ü-60-Gruppe ein und setzt sich dafür ein, dass auch ältere Generationen ihren Platz, ihre Stimme und ihre Gemeinschaft haben. Claus Herold steht laut Frant für Verantwortung, für Vernunft und für ein gelebtes Miteinander, das eine Dorfgemeinschaft trägt. Für dieses außergewöhnliche und über viele Jahrzehnte konsequent gelebte Engagement gab es den Ehrenamtspreis.

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Und dann ist da noch Wolfgang Montag. Er hat auf beeindruckende Weise seit vielen Jahren das kulturelle Leben seines Heimatortes Küllstedt geprägt. Seit der Gründung im Jahr 1996 organisiert und leitet er die Küllstedter Passionsspiele – ein außergewöhnliches Projekt, das weit über den Ort hinausstrahlt. „In diesem Jahr wurden sie bereits zum fünften Mal aufgeführt und von mehr als 5500 Zuschauerinnen und Zuschauern besucht“, berichtete Landrätin Marion Frant.

Eine Passion, von der man noch lange sprechen wird

Als Autor und Regisseur gelingt es Wolfgang Montag, Menschen zu berühren, zu bewegen und miteinander zu verbinden. Mit seiner Begeisterung, seiner Motivation und seinem großen persönlichen Einsatz brachte er über 300 Akteure aus Küllstedt und den umliegenden Orten zusammen. Die Vorbereitungen erstreckten sich laut Frant über mehr als anderthalb Jahre – eine enorme Gemeinschaftsleistung, bei der nahezu das ganze Dorf mitgewirkt hat.

Die Kirche wurde zur eindrucksvollen Spielstätte umgestaltet, und jede Aufführung zeugte von der Leidenschaft und Hingabe, die Wolfgang Montag in dieses Projekt investierte. „Wer die Passionsspiele miterlebt hat, kann erahnen, wie viel Herzblut, Zeit und organisatorisches Können dahinterstehen“, sagte die Landrätin. Es sei seinem außergewöhnlichen Engagement zu verdanken, dass diese Aufführungen zu einem kulturellen Höhepunkt der gesamten Region wurden.

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Auch beim 850-jährigen Dorfjubiläum 2022 setzte Wolfgang Montag Akzente. Besonders das „Bildercafé“, in dem Menschen unterschiedlicher Generationen zusammenkamen, um Geschichte lebendig zu erzählen und Erinnerungen auszutauschen, blieb vielen in Erinnerung. Auch dort zeigte der Küllstedter sein Organisationstalent und sein Gespür für Gemeinschaft. Seinen Einsatz für Kultur, Geschichte und ein lebendiges Miteinander wissen viele zu schätzen. Er schafft Begegnungen, bewahrt Traditionen und stärkt durch seine Projekte den Zusammenhalt im Ort.