Ein leiser Summton im Herzkatheterlabor, konzentrierte Blicke des Teams und ein medizinischer Fortschritt. „Im St. Martini Krankenhaus Duderstadt ist seit einigen Monaten die Pulsed Field Ablation (PFA) fester Bestandteil der Behandlung von Vorhofflimmern – der häufigsten anhaltenden Herzrhythmusstörung“, verkündet Krankenhaussprecher Florian Grewe. Mit der Einführung des Verfahrens setze das Haus ein Zeichen für moderne, schonende Herzmedizin in der Region.

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Bislang wurde das Vorhofflimmern im Rahmen einer sogenannten Pulmonalvenenisolation meist mit Hitze oder Kälte behandelt. Beide Verfahren arbeiten thermisch – sie veröden Herzgewebe, um krankhafte elektrische Impulse zu unterbrechen.

Die Pulsed Field Ablation geht laut Grewe einen anderen Weg. Sie nutze kurze, hochenergetische elektrische Impulse, um gezielt Herzmuskelzellen zu beeinflussen. Das umliegende Gewebe, etwa Speiseröhre oder empfindliche Nervenstrukturen, würden dabei weitgehend geschont. „Erste Studien zeigen hohe Erfolgsraten bei gleichzeitig verkürzten Eingriffszeiten“, erläutert Grewe und ergänzt, dass auch Fachgesellschaften die Entwicklung positiv bewerten.

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Für Patienten bedeute das neue Verfahren vor allem eines, meint er: eine noch schonendere Therapieoption. Durch die gezielte Wirkung auf Herzmuskelzellen könne das Risiko für umliegende Strukturen reduziert werden. Gleichzeitig ermögliche die Technologie häufig eine effizientere Durchführung des Eingriffs.

Neues Verfahren in der Herzmedizin
Das neue Verfahren hat im St. Martini-Krankenhaus bereits Einzug gehalten.© St. Martini-Krankenhaus Duderstadt | Florian Grewe

„Mit der Pulsed Field Ablation können wir präziser und in vielen Fällen auch schneller behandeln“, erklärt Chefarzt Fatbardh Hasku, Leiter der Kardiologie. „Unser Ziel ist es, den Eingriff noch sicherer zu machen und die Belastung für unsere Patientinnen und Patienten weiter zu reduzieren. Wenn wir sehen, dass Menschen nach der Behandlung wieder belastbarer sind und mit weniger Angst leben, dann wissen wir, warum sich dieser Aufwand lohnt.“

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Gerade für jüngere Betroffene mit frühem Vorhofflimmern könnte das Verfahren künftig an Bedeutung gewinnen. Langzeitdaten werden derzeit erhoben, um die dauerhafte Wirksamkeit weiter zu bestätigen. Fatbardh Hasku ist sich derweil sicher, dass die Kombination aus Pulmonalvenenisolation und neuer PFA-Technologie die Therapie von Herzrhythmusstörungen in den kommenden Jahren grundlegend verändern wird.

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Eine Million Euro werden investiert

Die Einführung der neuen Methode ist Teil eines strategischen Ausbaus der Kardiologie, berichtet der Krankenhaussprecher. Bereits 2025 sei die Elektrophysiologie in das Leistungsspektrum aufgenommen worden. Damit biete das Krankenhaus spezialisierte Diagnostik und minimalinvasive Therapien von Herzrhythmusstörungen direkt vor Ort an.

Mit einem Investitionsvolumen von rund einer Million Euro entsteht derzeit das „Invasive Herzzentrum Eichsfeld“. Die Herzkatheter-Kapazitäten werden von einem auf zwei Messplätze erweitert, darunter befindet sich ein hochmoderner biplanarer Angiograph.

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Zudem wurde die personelle Ausstattung des Ärzteteams auf fünf Facharztstellen für Innere Medizin und Kardiologie verstärkt. Eine 24/7-Herzkatheterbereitschaft bietet laut Grewe seit fast eineinhalb Jahren auch bei Notfällen eine wohnortnahe Behandlungsmöglichkeit. Das sei ein entscheidender Vorteil für Patienten mit Herzinfarkt, bei denen jede Minute zählt.

red/sma