Nach 160 Jahren verlassen die Ordensschwestern der Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul das St.-Martini-Krankenhaus und das Altenpflegeheim in Duderstadt. Ende April ziehen die Vinzentinerinnen ins Mutterhaus der Kongregation nach Hildesheim um, um den Herausforderungen des Alters und gesundheitlichen Einschränkungen gemeinsam besser begegnen zu können.

Täglich
Der Newsletter für das Eichsfeld
Alle wichtigen Informationen aus dem Eichsfeld, egal ob Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur oder gesellschaftliches Leben.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Ein Schritt, der mit großem Respekt in der Region begleitet wird. Große Dankbarkeit ist dieser Tage in Duderstadt für die Lebensleistung der Schwestern zu spüren. Sie sei kaum in Worte zu fassen. Die Generaloberin Schwester M. Teresa Slaby dankt den Schwestern sehr für die jahrelange gute Zusammenarbeit mit dem Mutterhaus und den engagierten Einsatz für die Menschen im Eichsfeld, heißt es in einer Mitteilung des St.-Martini-Krankenhauses.
Seit Februar 1866 – in jenem Jahr, in dem Preußen den Norddeutschen Bund gründete – haben Generationen von Ordensfrauen für die Menschen im Eichsfeld gewirkt. Über anderthalb Jahrhunderte standen sie am St.-Martini-Krankenhaus, im Altenpflegeheim und an der Berufsfachschule für Pflege im Dienst Gottes und der Menschen.
Auch interessant
Ordensschwestern prägen Identität und Alltag von St. Martini
Krankenhaus-Geschäftsführer Markus Kohlstedde findet dafür klare Worte: „Die Ordensschwestern haben in dieser Zeit das Leben unzähliger Menschen in bester Weise berührt. Diesen Dienst leisteten auch die nun scheidenden Ordensschwestern in vorbildlicher und bewundernswerter Weise.“
Die Ordensschwestern seien in dieser Zeit einfach immer dagewesen. „Sie sind ein entscheidender Bestandteil von St. Martini, ein wichtiger Teil unserer Identität. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden von ihnen ausgebildet, sind von ihrem Beispiel in Haltung und Denken geprägt“, so der Geschäftsführer weiter.
Die Ordensschwestern von St. Martini
Sr. M. Cárola baute 1975 die Krankenpflegeschule auf und leitete sie bis 1995. Nach einer Dekade in Braunschweig kehrte die gebürtige Eichsfelderin 2005 nach Duderstadt zurück, übernahm Leitungsaufgaben als Krankenhausoberin und trug als Konventoberin Verantwortung für die Duderstädter Gemeinschaft.
Sr. M. Leokadia war von Februar 2006 bis zu ihrem Ruhestand im Qualitäts- und Risikomanagement tätig und engagierte sich danach weiter für die Gemeinschaft im Konvent.
Sr. M. Friederica, die neben Sr. M. Cárola auf die längste Zeit in Duderstadt zurückblickt, arbeitete unter anderem im OP und betreut seit Juli 2010 die Kapelle und die Sakristei des Hauses.
Sr. M. Isentrud ist seit November 2012 in Duderstadt und unterstützt im hauswirtschaftlichen Bereich – mit besonderer Freude bereitet sie ihren Mitschwestern im Alltag kleine Überraschungen, wie mit einem leckeren Kuchen.
Sr. M. Ildefonsa kam schließlich im Mai 2019 nach Duderstadt, arbeitete im Besuchsdienst und kümmert sich seither liebevoll um die älteren Schwestern der Gemeinschaft.
Klar sei jetzt schon, dass nicht nur die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an St. Martini mit Dank für die Lebensleistungen, die persönlichen Begegnungen und die Werke der Ordensfrauen schweren Herzens zurückbleiben, sondern auch viele Eichsfelderinnen und Eichsfelder. „Wir sind dankbar für die Zusammenarbeit, erfüllt von großem Respekt, und wünschen den Ordensschwestern für die Zukunft in Hildesheim alles Gute und vor allem Gottes Segen“, so Markus Kohlstedde.
Auch interessant
Erinnerungsbuch für Abschied der Ordensfrauen liegt aus
Fünf Ordensfrauen sind es, die Duderstadt nun verlassen. Wer ihnen noch einen persönlichen Gruß übermitteln möchte, kann dies am Haupteingang des St.-Martini-Krankenhauses tun. Dort liegt ein Erinnerungsbuch bereit, in das persönliche Worte, Wünsche und Fotos eingefügt werden können.
Die Vinzentinerinnen haben vorgesorgt. Gemeinsam mit den Schwestern von der heiligen Elisabeth in Reinbek bei Hamburg gründeten sie den Elisabeth Vinzenz Verbund. Dessen tragende Stiftungen sichern seit zehn Jahren die Zukunft der gemeinsamen Einrichtungen.
Lesen Sie auch
„Künftig liegt es an uns, den christlichen Leitgedanken der Ordensgemeinschaft, ihre vinzentinischen Werte und Überzeugungen in unserer eigenen Weise weiterzutragen. Dies ist uns Verpflichtung und Ansporn zugleich“, sagt der Ärztliche Direktor Udo Iseke. St. Martini solle dabei tolerant und weltoffen bleiben und mit mehr als 500 Mitarbeitern unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlichen Glaubens stets als katholische Einrichtung auf der Basis fester christlicher Werte erkennbar und erlebbar sein.
red/sg









