Eine kleine Zeitreise in die Vergangenheit erlebte am späten Mittwochnachmittag der kleine Wohnmobilstellplatz zwischen Geismar und Großtöpfer. Er war das Ziel der diesjährigen Sternfahrt des BMW-Stammtisches Thüringen. Aus Gerstungen, Mühlhausen, Günthersleben, Greußen, Dingelstädt, Eisenach, Kirchworbis und Heiligenstadt waren die Autofreunde ins Südeichsfeld aufgebrochen.

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Die rund 30 Mitglieder des Stammtisches unternehmen einmal im Sommer einen solchen Ausflug und frönen dabei ihrer Leidenschaft für betagte Automobile der Bayerischen Motorenwerke. Doch die Zeitachse reicht nicht nur bis zu den Anfängen von BMW, sondern geht noch weiter zu dessen Vorläufern zurück. So fanden sich am Mittwoch unter den zumeist alten Autos auch einige Fahrzeuge der Marke Dixi, die einst in Lizenz des britischen Herstellers Austin in Deutschland produziert wurden.

Sternfahrt des BMW-Stammtisch Thüringen nach Geismar
Die Karosserie des vierrädrigen Jubilars ist zu einem großen Teil aus Holz.© Funkemedien Thüringen | Daniel Wiegand

Unter ihnen war auch ein besonderes Exemplar. Jutta und Bernd Rosenthal aus Dingelstädt waren mit ihrem Dixi Austin Seven angereist. Auf den kleinen Lieferwagen ist das Paar besonders stolz, er wurde Anfang des Monats stolze 100 Jahre alt.

Leidenschaft für Oldtimer schon seit der Jugend

Die Leidenschaft für Dixi-Oldtimer habe ihn schon in seiner Jugend gepackt, erzählt Bernd Rosenthal. Bereits im Alter von zwölf Jahren hatte er es auf ein viersitziges Cabrio abgesehen, das er zufällig in Erfurt fand. Doch dessen Besitzer ließ sich nicht dazu bewegen, ihn zu veräußern. Gemeinsam mit seinem Bruder habe er später einen alten BMW gekauft und Stück für Stück restauriert. „Unsere erste Fahrt ging nach Rostock und wieder zurück. Und das Auto hat durchgehalten“, erzählt Rosenthal.

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Ihren eigenen kleinen Dixi fand das Paar erst nach der Wende im Internet. „Wir haben ihn bei Ebay-Kleinanzeigen gefunden. Das Auto stand in Limburg“, blickt Jutta Rosenthal zurück. „Als wir Kontakt zum Verkäufer aufnahmen, stellte sich heraus, dass er auch aus dem Eichsfeld stammte. Deshalb haben wir den Zuschlag bekommen.“

100 Jahre alter Oldtimer im Eichsfeld

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    Mit viel Liebe richteten Rosenthals das Gefährt wieder her, sind seitdem bei vielen Ausfahrten dabei und sorgen dabei stets für Bewunderung. „Besonders intensiv ist es immer in Apolda. Wenn eine Tour durch die Stadt geht, sitzen die Leute schon am Straßenrand und winken“, schmunzelt Bernd Rosenthal, der bei seinem Hobby auf die volle Unterstützung seiner Frau zählen kann, die die Leidenschaft für die betagten Autos ebenfalls teilt. „Ich bin selbst schon früh Auto gefahren“, erzählt die 74-Jährige.

    Sternfahrt des BMW-Stammtisch Thüringen nach Geismar
    Größtenteils waren es Oldtimer, die an der Sternfahrt teilnahmen.© Funkemedien Thüringen | Daniel Wiegand

    Ein zuverlässiger Begleiter

    So ist es nicht verwunderlich, dass es nicht bei einem einzigen Oldtimer geblieben ist. Einen weiteren fand Rosenthal in Kassel und ist gerade dabei, diesen zu restaurieren. „Ein paar Teile fehlen noch, aber er ist fast fertig.“ Das 100-jährige Exemplar sei stets zuverlässig gelaufen und habe sie nie im Stich gelassen, betonen die Rosenthals. „Wir mussten ihn noch nie ankurbeln, er ist immer angesprungen. Gelegentlich muss man ihn mal etwas freipusten, aber abgeschleppt werden musste er nie. Vieles kann man unterwegs selbst reparieren.“

    Bislang funktioniere auch die Versorgung mit Ersatzteilen noch ganz gut, erklärt Bernd Rosenthal. „Zum einen werden Teile nachgefertigt und zum anderen gibt es auch noch viele, die Teile aufgekauft und eingelagert haben.“ Das Interesse an dem Auto haben die Dingelstädter schon an ihr Enkelkind weitergereicht. Doch generell sei die Jugend unter Oldtimerfreunden eher spärlich vertreten. „Viele junge Leute können ein so altes Auto heutzutage auch nicht mehr fahren“, bedauert Bernd Rosenthal.

    Der Thüringer BMW-Stammtisch trifft sich viermal im Jahr, entweder in Eisenach oder in Mühlhausen, erläutert Jutta Rosenthal. „Wir sitzen dann aber nicht nur zusammen und reden über unsere Autos. Wir machen auch Fortbildungen, beispielsweise mit der Dekra, oder frischen unsere Kenntnisse in Erster Hilfe auf. Schließlich sind die meisten von uns so alt wie ihre Autos“, sagt die Dingelstädterin lachend.