Mit vorgetäuschter Liebe hat eine bislang unbekannte Frau einen 91-jährigen Mann aus dem Werra-Meißner-Kreis im benachbarten Nordhessen um mehrere zehntausend Euro gebracht. Aufgeflogen ist der Schwindel erst, als die Täterin immer weiter Geld verlangte. Der Senior wandte sich daraufhin an die Polizei, die nun ermittelt.

Täglich

Der Newsletter für das Eichsfeld

Alle wichtigen Informationen aus dem Eichsfeld, egal ob Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur oder gesellschaftliches Leben.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Kennengelernt hatten sich der 91-Jährige und die Betrügerin vor wenigen Wochen über eine Partnerschaftsanzeige, die die Frau in einer Zeitung aufgegeben hatte.

Es folgten Telefonate und schließlich ein erstes persönliches Treffen. Mit angeblichen romantischen Gefühlen und dem Vorwand, es ernst zu meinen, erschlich sie sich das Vertrauen und die Zuneigung des Mannes. Schon nach kurzer Zeit kam es zu eindeutigen Liebesbekundungen.

Auch interessant

Senior leiht Betrügerin aus Mitleid mehrfach Geld

Dann gab die Frau eine finanzielle Notlage vor. Sie müsse dringend eine Erbschaftssteuer zahlen, und bat den Senior, ihr das Geld zu leihen. Der 91-Jährige zeigte sich hilfsbereit und ließ seiner vermeintlichen Freundin gleich zweimal Geld zukommen.

Und das im festen Glauben, ihr aus einer Notlage zu helfen. Als die Rückzahlung ausblieb und die Unbekannte am Telefon stattdessen noch mehr Geld forderte, platzte der Liebesschwindel am Mittwoch. Das erbeutete Geld konnte bislang nicht zurückgeholt werden.

Die Ermittler betonen, dass es sich keineswegs um einen Einzelfall handelt. Liebesbetrüger gehen häufig ausgesprochen raffiniert vor, bauen über Wochen eine emotionale Bindung auf und schlagen erst zu, wenn das Vertrauen gefestigt ist. Betroffen sind regelmäßig Menschen aller Altersklassen, so die Polizei. Der Kontakt entsteht über Datingportale, soziale Netzwerke, Messenger-Dienste, das Telefon oder eben klassische Kontaktanzeigen.

Auch interessant

Betrüger bauen Vertrauen gezielt auf und nutzen Daten aus

Die Polizei rät zu grundsätzlichem Misstrauen, wenn Unbekannte von sich aus Kontakt aufnehmen. Wer auf Ungereimtheiten und Widersprüche achtet, durchschaut fadenscheinige Ausreden oft früher.

Persönliche Daten wie Anschrift, Geburtsdatum oder Angaben zum Arbeitgeber sollten zurückhaltend weitergegeben werden, denn jede Information liefert Betrügern ein weiteres Mittel zur Täuschung oder sogar zur Erpressung.

Geld sollte niemals an Personen überwiesen oder übergeben werden, die man nicht persönlich kennt. Auch nach einem realen Treffen gilt: Geldforderungen kritisch hinterfragen und sich Angehörigen oder Freunden anvertrauen.

Ein gesundes Misstrauen sei keine Unhöflichkeit, so die Polizei. Wem etwas merkwürdig vorkommt, der sollte den Kontakt abbrechen und sich an die Beamten wenden.

Lesen Sie auch

Wer bereits Opfer geworden ist, sollte alle Chatverläufe, E-Mails und Zahlungsbelege sichern und Strafanzeige erstatten.

red/sg