Die in Erfurt verteilten Denknadeln fristen ein Schattendasein und befinden sich in einem schlechten Zustand. An dieser Situation wird sich in absehbarer Zeit wohl auch nichts ändern. Aufmerksamen Erfurtern fallen vermehrt Kritzeleien und Beschmierungen an den Nadeln auf.

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Die Denkmale werden derzeit nicht regelmäßig gereinigt. Die Stadt hat dazu nach Auskunft aus dem Rathaus keine Kapazitäten. Bei einer externen Firma fehle momentan ebenfalls Personal. Die Stadt bemühe sich um einen neuen Auftragnehmer.

Nadeln sollen Schicksale im Gedächtnis anpinnen

Insgesamt neun Nadeln gibt es in Erfurt, errichtet von 2009 bis 2013. Sie sollen vor deren Wohnhäusern an jüdische Erfurter und Erfurterinnen erinnern, die von den Nationalsozialisten verfolgt, deportiert und ermordet wurden. Ermöglicht wurde dieses dezentrale Gedenken vom Arbeitskreis „Erfurter Gedenken 1933-1945“. Tafeln informieren über Namen, Lebensdaten und Verbleib der jüdischen Mitbürger. Die Nadeln sollen diese Schicksale im kollektiven Gedächtnis anpinnen.

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Doch die erhoffte Wirkung auf die Betrachter blieb aus. Oft werden die Nadeln als riesige Eistüten missverstanden. Weitere Nadeln wurden nicht errichtet. Bereits 2023 wurde über die Nadeln und künftige Formen des Erinnerns in Erfurt öffentlich debattiert. Seit 2024 werden auch in Erfurt Stolpersteine verlegt, wie es sie in anderen Städten bereits länger gibt.

Willkürliche Beschmierungen

Früher war der Arbeitskreis für die Instandhaltung zuständig. Mit dessen Auflösung übernahm die Stadt diese Aufgabe. Bei Hinweisen würden Beschmierungen „so gut es geht“ entfernt.

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Hinweise auf antisemitische Hintergründe der Beschmierungen gebe es keine. Diese seien „willkürlich, ohne bestimmte Muster oder Motive“. Ein Ersatz der Nadeln durch Stolpersteine sei derzeit nicht geplant.