Das Schiffshebewerk am Hirschgarten oder das Inselgebäude des Hauptbahnhofs sind nur zwei von zahlreichen Abriss-Geschichten in Erfurt. Die Zahl der geschichtsträchtigen Bauwerke der Landeshauptstadt, die nicht erhalten werden konnten und deren Verlust bis heute bedauert wird, ist groß. Schaut man auf die Liste der verschwundenen Gebäude, fällt auf, dass vor allem die großen Häuser gefährdet sind. Wir haben weitere fünf solcher Orte zusammengetragen. Aber es gibt natürlich noch viele mehr:

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Druckerei Fortschritt (✝2015)

Der Teil der ehemaligen Druckerei Fortschritt am Ring musste einem Neubau weichen.
Der Teil der ehemaligen Druckerei Fortschritt am Ring musste einem Neubau weichen. © Funke Medien Thüringen | Marco Schmidt

An der Fassade des Hinterhauses war bis zu seinem Abriss im Jahr 2015 noch der alte Schriftzug „Thüringer Allgemeine“ zu sehen. Der Backsteinbau, in dem einst Lettern gesetzt und Zeitungen, Pläne und Plakate gedruckt wurden, musste zum Teil Neubauten weichen. Nur ein Teil der Backsteinbauten ist heute noch in seiner Ursprungsform zu sehen. Im Vorderhaus an der Seite zur Johannesstraße wurden die alten Werkräume zu Wohnungen umgebaut. Hier ist der Schriftzug der Druckerei bis heute erhalten.

Im Jahr dieser Aufnahme (1985) waren in der Druckerei Fortschritt noch Setzer am Werk.
Im Jahr dieser Aufnahme (1985) waren in der Druckerei Fortschritt noch Setzer am Werk. © Funke Medien Thüringen | Wolfgang Kiesel
Der Schriftzug der Druckerei Fortschritt ist in der Johannesstraße noch erhalten.
Der Schriftzug der Druckerei Fortschritt ist in der Johannesstraße noch erhalten. © Funke Medien Thüringen | Kathleen Kröger

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Das Marathontor des Steigerwaldstadions (*1931 bis ✝2015)

Das Marathontor im Jahr vor seinem Abriss.
Das Marathontor im Jahr vor seinem Abriss. © Funke Medien Thüringen | Sascha Fromm

Das Portal wurde 1931 gemeinsam mit dem Stadion – damals noch der Mitteldeutschen Kampfbahn – errichtet. Das Eingangsgebäude wurde im Februar 2015 wegen des Umbaus abgerissen. Der geplante Abriss führte zu Protesten aus der Bevölkerung. So äußerte sich der Erfurter Sporthistoriker Karl Gaida hierzu: „Wenn das Tor abgerissen wird, verliert das Stadion sein prägendes Symbol“.

Das Marathontor, als noch auf Aschebahn gelaufen wurde.
Das Marathontor, als noch auf Aschebahn gelaufen wurde.© Stadtarchiv Erfurt

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Das Kultur- und Freizeitzentrum, kurz KuFz: (*1984 bis ✝2013)

Das KuFz in seinen letzten baulichen Atemzügen.
Das KuFz in seinen letzten baulichen Atemzügen. © Funke Medien Thüringen | Susann Fromm

In der Rigaer Straße wurde am 35. Jahrestag der DDR im Jahr 1984 das Kultur- und Freizeitzentrum am Moskauer Platz eröffnet. Der große Multifunktionsbau hat bei vielen Erfurtern bis heute den Abkürzungsnamen „KuFz“. Neben einem Café, einer Milchbar und einer Bar gab es hier auch Malzirkel, Tanzabende, Freizeitsportmöglichkeiten, Disco und Konzerte. Ab den 1990er-Jahren wurde das KuFz immer weniger genutzt. Im Juni 2013 wurde die Reste der Ruine endgültig abgerissen. Erhalten wurde aber das Wandbild von Josep Renau. Unter großem Medienrummel wurde es 2019 wieder an seinem Ursprungsort platziert – wenn auch extra an einer eigens dafür errichteten, frei stehenden Wand.

Kultur- und Freizeitzentrum Erfurt
Das Kultur- und Freizeitzentrum Erfurt am Moskauer Platz in seiner Erbauungszeit.© Stadtarchiv Erfurt

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Nach vierjähriger Planungs- und Restaurierungszeit kehrte das Großmosaik „Die Beziehung des Menschen zu Natur und Technik“ (1980 bis 1984) des spanischen Künstlers Josep Renau (1907 bis 1982) wieder an den Moskauer Platz in Erfurt zurück.
Nach vierjähriger Planungs- und Restaurierungszeit kehrte das Großmosaik „Die Beziehung des Menschen zu Natur und Technik“ (1980 bis 1984) des spanischen Künstlers Josep Renau (1907 bis 1982) wieder an den Moskauer Platz in Erfurt zurück. © Funke Medien Thüringen | Marco Schmidt

Die Riethsporthalle (*1973 bis ✝2011)

Die alte Riethsporthalle war den Profi-Anforderungen nicht mehr gewachsen.
Die alte Riethsporthalle war den Profi-Anforderungen nicht mehr gewachsen.© Funke Medien Thüringen | Peter Riecke

Die in die Jahre gekommene Sporthalle wurde 2011 abgerissen. Die Kombination aus dem marode gewordenen Bauzustand und den gestiegenen Ansprüchen der Bundesliga-Volleyballerinnen machte eine größere Halle notwendig. Die Dreifelderhalle am Sportgymnasium entsprach nicht den Anforderungen für Erstliga-Volleyball. Statt sie zu sanieren oder zu erweitern, entschied sich die Stadt für einen Ersatzneubau. Am Standort der alten Riethhalle ist heute der angegliederte Parkplatz. Die neue Halle steht etwas versetzt.

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Das Angereck (*1979 bis ✝1999)

Das Angereck in den 1980er Jahren...
... und der wuchtige Neubau an der gleichen Stelle.
Das Angereck in den 1980er Jahren... Bild: © - Funke Medien Thüringen

Der markante Bau am Anger zog die Erfurter von 1979 bis 1999 an und weckt vielerlei Erinnerungen. Sowohl seine DDR-Optik als auch sein Abriss sind bis heute ein Streitthema vieler Erfurter. Das Eiscafé und die Mocca-Bar als Gastronomietempel und Treffpunkte sind bis heute Gesprächsstoff, wenn es um „die besseren Zeiten des Angers“ geht. Auch ein Reisebüro war in dem großen Haus mit dem bronzefarbenen Dach ansässig. Im Jahr 1999 wurde das Angereck schließlich abgerissen. Nach den Umgestaltungsplänen des wichtigen Erfurter Platzes wurde der heute bekannte Neubau errichtet, der vielen Stadtbürgern nicht gefällt.

Eine Szene im Jahr 1968: In den Abendstunden ist an der Moccabar des Angerecks noch eine Menge los.
Eine Szene im Jahr 1968: In den Abendstunden ist an der Moccabar des Angerecks noch eine Menge los.© Archiv

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Die Plätze auf der Terrasse des Angerecks war hart umkämpft.
Die Plätze auf der Terrasse des Angerecks war hart umkämpft. © Funke Medien Thüringen | Sascha Fromm

An welche Verluste erinnern Sie sich?

In Erfurt sind viele prächtige und wichtige Bauwerke abgerissen worden. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Über den Wert viele dieser Gebäude lässt sich trefflich streiten. Gibt es ein Haus in Erfurt, das Sie im Stadtbild oder in Ihrem Quartier vermissen? Schreiben Sie uns eine Mail mit dem Betreff „Verlust“ an erfurt@funkemedien.de!