Das Jubiläumsjahr 2026 steht ganz im Zeichen von Sport und Blumen. Am 26. Januar 1966 wurde im „Haus der Jugend und Sportler“, dem heutigen „Stadtgarten“, der FC Rot-Weiß Erfurt gegründet. Dem 60. Jubiläum ist ein breites Programm samt Festakt im Rathaus, Party im Stadtgarten und Sonderausgabe des RWE-Magazins „1966er“ gewidmet.

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Dabei rückt auch die stolze Vorgeschichte in den Fokus. Der SC Erfurt 1895 war einer der ältesten deutschen Fußballvereine, 1900 Gründungsmitglied des DFB und 1909 Halbfinalist um die Deutsche Meisterschaft. Die nach 1945 folgende Turbine-Elf wurde 1954 und 1955 DDR-Meister. Von diesen Vorläufern gibt es viele Traditionslinien hin zum FC Rot-Weiß.
Der Ball rollt auch im Stadtmuseum
Das RWE-Jubiläum war auch der Impuls für die Sonderausstellung „Liebe – Leistung – Leidenschaft. Sportstadt Erfurt“ im Stadtmuseum „Haus zum Stockfisch“ ab 29. April. Dort werden neben dem Fußball alle erfolgreichen Sportarten, wie Schwimmen, Leichtathletik, Radsport und Eisschnelllauf, aber auch der Sport in seiner ganzen Bandbreite seit den Anfängen dargestellt.
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Auf 65 Jahre kann der Egapark zurückblicken. Am 28. April 1961 eröffnete die erste Internationale Gartenbauausstellung“, die „iga ‘61“. Sie galt als „Lehrschau“ und „Bildungszentrum des sozialistischen Gartenbaus“ in der DDR und im gesamten „Ostblock“. So konnte der Ruf als „Blumenstadt“, als einstige Weltmetropole des Gartenbaus, wiederbelebt werden.

Iga-Ursprünge schon vor 150 Jahren
Auf den Grünanlagen um die Cyriaksburg hatten zuvor bereits die Gartenschau „Erfurt blüht“ 1950 und die „Samenexportschau und Gartenbauausstellung der DDR“ 1955 stattgefunden. Ihnen waren große Gartenschauen vorausgegangen, wie vor 150 Jahren die „Allgemeine Deutschen Gartenbau-Ausstellung“ 1876 im Augustapark am Steiger.
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Die Iga wurde auch eine touristische Attraktion. In der ersten Saison lockte sie 3,5 Millionen Besucher an. Für die Erfurter stellte sie ein beliebtes Freizeitareal dar, an dessen Errichtung sie im Nationalen Aufbauwerk (NAW) mitgewirkt hatten. Nach 1990 ging aus der staatlichen Iga der kommunale Egapark hervor, Herzstück der Bundesgartenschau 2021. Egapark und Deutsches Gartenbaumuseum widmen dem Jubiläum ein breites Programm.
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Als am Löberwallgraben gebadet wurde
Hinzu kommen weitere Jubiläen. Vor 150 Jahren hat die Stadt ihr neues Rathaus mit zwei Sandsteinfiguren auf Konsolen zwischen den Festsaalfenstern verziert. Kaiser Barbarossa und Kaiser Wilhelm I. standen für einen populären Mythos des Kaiserreiches von 1871. So wurde das Reich des Mittelalters mit dem neuen Nationalstaat symbolisch in Verbindung gesetzt.

Nach 1945 entfernte man die Figuren. Dank des Rotary Clubs Erfurt finden sich an ihrer Stelle seit 2017 die Bronzestatuen von Missionar Bonifatius und Reformator Martin Luther, die eng mit der Erfurter Stadtgeschichte verbunden sind. Geschaffen hat sie der 2021 verstorbene Erfurter Künstler Christian Paschold.
Vor 200 Jahren wurde das erste Erfurter Freibad, das Garnison-Bad am Löberwallgraben, eröffnet. Seit 120 Jahren ist Erfurt dank des Sohnes von Fleischermeister Wilhelm Mund als 100.000. Einwohner offiziell Großstadt. Vor 100 Jahren besuchte der „falsche Prinz“ Harry Domela das Hotel „Erfurter Hof“, was den deutschen Blätterwald zum Rauschen brachte. Vor 50 Jahren begann die Umgestaltung des Angers zur Fußgängerzone.
*Steffen Raßloff ist Historiker und Autor der „Geschichte der Stadt Erfurt“.







