24 Menschen haben bei dem Brand am Erfurter Domplatz ihre Wohnung zumindest für eine lange Zeit verloren – und offenbar vieles von den Möbeln, Kleidern und Lieblingsgegenständen, die in den Wohnungen waren. Die Schicksale berühren die Erfurter und wecken ihre Spendenbereitschaft. Auf der Plattform „Gofundme“, auf der Angehörige und Freunde der Betroffenen bislang sieben Spendenaufrufe veröffentlicht haben, kamen bis Montagmorgen (5. Januar) über 70.000 Euro zusammen.

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Die Spendensammler machen zugleich deutlich, wie dramatisch jedes einzelne der Schicksale ist. So sammelt Mandy Thiele für ihre Großtante, die bei dem Brand am Domplatz in der Silvesternacht alles verloren hat.

Reinigungskraft hat alles verloren

„Sie ist 64 Jahre alt, arbeitet als Reinigungskraft und ist seit drei Jahren Witwe“, schreibt Mandy Thiele. „Nun hat sie alles verloren, was sie hatte, lief, so schnell sie konnte, aus ihrer Wohnung.“

Brand Domplatz Erfurt
Viele Bewohner des Eckgebäudes haben all ihre Habe verloren.   © Funke Medien Thüringen | Kai Mudra

Maria Hercher berichtet, wie ihre Schwester und ihr Schwager „alles verloren, was sie besaßen“. Ihre Wohnung im dritten Obergeschoss, also direkt unter dem Dach, sei unbewohnbar.

Liebevoll restaurierte Möbel „einfach weg“

„Alles, was die beiden sich aufgebaut haben, ist verloren“, teilt Maria Hercher mit. „Jedes geliebte Möbelstück, Kleidung und jede Erinnerung – einfach weg.“ Dazu gehörten auch liebevoll restaurierte Möbel, eine „traumhafte“ Nähecke und ein Kickertisch. „Die beiden sind so warmherzige, hilfsbereite und liebenswerte Menschen“, schreibt Maria Hercher.

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Steffi Hummel sammelt für ihre Freundin und deren Familie, die in der Silvesternacht nicht zu Hause war. „Jetzt ist alles, was sie hatten, den Flammen zum Opfer gefallen“, schreibt sie. Fatima Dötsch hofft auf Spenden für ihre Freundin, die mit zwei Kindern in einer der betroffenen Wohnungen gelebt habe.

Selbstständigkeit ist bedroht

„Ihm blieb nichts außer dem, was er in dieser Nacht am Körper getragen hat“, berichtet derweil Vanessa Hollmelin über ihren Bruder. „Auch sein Auto wurde durch herabfallende Dachziegel beschädigt.“ Zudem sei die Selbstständigkeit des Bruders bedroht. „Ohne Wohnung, ohne Arbeitsmaterialien und ohne funktionierendes Fahrzeug steht er plötzlich vor existenziellen Sorgen“, heißt es in dem Spendenaufruf.

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Volker Merbach ruft zu Spenden für eine Arbeitskollegin und ihren Mann auf. „Sie mussten Hals über Kopf ihre Wohnung verlassen, nur mit den Sachen auf dem Leib und dem, was in zwei kleine Rucksäcke passt“, schreibt er. „Was das Feuer nicht zerstört hat, hat das Löschwasser gemacht.“

Auch Claudia Schreiber hat einen Spendenaufruf gestartet, in ihrem Fall für ihre beste Freundin und deren Mann. „Nichts, was außer Luft und Liebe noch zum Leben benötigt wird, ist übrig geblieben“, schreibt Claudia Schreiber. „Bitte unterstützt dabei, dass sie wieder auf die Beine kommen!“