Der verheerende Brand in der Silvesternacht zieht weitere Konsequenzen nach sich. Eine Initiative aus Erfurterinnen und Erfurtern setzt sich für eine Verbotszone für Pyrotechnik in der Altstadt ein. „Wir wollen dafür einen Einwohnerantrag bei der Verwaltung einreichen, der die Einrichtung und konsequente Durchsetzung einer solchen Verbotszone zum Ziel hat“, sagt Thomas Groneberg von der Initiative. Ergänzend fordert der Antrag Alternativen, wie zentral organisierte Licht-/Laser- oder Drohnenshows in der Silvesternacht.

„Jedes Jahr kommt es durch private Pyrotechnik zu absolut vermeidbaren Unfällen, Bränden und Verletzungen. Auch Ereignisse wie der Brand am Erfurter Domplatz zeigen, welche Risiken damit verbunden sind. Gleichzeitig wächst bei den Menschen das Bewusstsein dafür, dass diese Situation so nicht bleiben muss. Der Wunsch nach verantwortungsvollen Lösungen wird größer“, erklärt Thomas Groneberg.

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Ein bundesweites Verbot von Feuerwerkskörpern wäre ein konsequenter Schritt. „Doch auch auf kommunaler Ebene gibt es bereits Möglichkeiten, Sicherheit zu verbessern – etwa durch klar geregelte Verbotszonen, Aufklärung und konsequentere Umsetzung bestehender Regeln. Der Schutz sensibler Bereiche wie der Erfurter Altstadt sollte dabei das selbstverständliche Minimum sein. Dafür setzen wir uns ein“, heißt es weiter.

Unterschriftensammlung knüpft an Antrag aus 2025 an

Bereits im vergangenen Jahr hatte es einen Antrag der Grünen, der SPD & Piraten und der Mehrwertstadt im Stadtrat gegeben. „Es braucht die Allgemeinverfügung. Die hätten wir schon vor einem Jahr haben können“, sagte Jasper Robeck in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für öffentliche Ordnung, Sicherheit, Ortsteile und Ehrenamt. Er erinnerte daran, dass der Antrag damals keine Mehrheit im Stadtrat fand.

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Darin war unter anderem gefordert worden, dass gemeinsam mit der Landespolizeiinspektion Erfurt, der Gewerkschaft der Polizei Thüringen, der Erfurter Feuerwehr und weiteren Institutionen ein Konzept erarbeitet wird, „wie in der besonders schützenswerten Altstadt ein Verbot von Pyrotechnik durchgesetzt und kommuniziert werden kann. Insbesondere ist bis zum III. Quartal 2025 dem zuständigen Ausschuss eine grafische Übersicht über konkrete sprengstoffrechtliche Verbotszonen vorzulegen“, hieß es damals in dem Antrag.

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Dieser war von der Verwaltung abgelehnt worden mit der Begründung, es liege keine Zuständigkeit des Oberbürgermeisters vor. Zuständig sei allein das Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz und nicht die Stadtverwaltung Erfurt. „Sollte eine Beschlussfassung erfolgen, wird anschließend eine Beanstandung geprüft“, hieß es weiter.

Der jetzt geplante Einwohnerantrag der Initiative knüpft inhaltlich an diesen früheren Antrag an. „Das Thema beschäftigt weiterhin viele Menschen. Deshalb wollen wir es nun direkt aus der Stadtgesellschaft heraus erneut auf die politische Tagesordnung setzen“, erklärt Andrea Winkelmann von der Initiative und betont: „Alternativen zum privaten Feuerwerk, wie zentral organisierte Licht-/Laser- oder Drohnenshows, werden in vielen Städten schon erfolgreich eingesetzt.“

Sind zentrale Shows die Lösung?

Solche Shows waren ebenso Thema im Ausschuss, verbunden mit der Frage nach deren Organisation, ihrer Absicherung und auch dem Umgang mit Menschen, „die eben selbst gern knallen wollen. Wir streben grundlegend eine Zusammenarbeit mit der Stadtgesellschaft, mit den Hausgemeinschaften Domplatz 34/35 und an den Graden 3 an und kümmern uns um Prävention und Repression“, kündigt Sicherheitsdezernentin Heike Langguth (parteilos) an. „Für mich steht zudem bereits fest, dass ich am 31. Dezember arbeiten werde.“

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Auf Antrag von Kommunen kann das Landesamt durch Allgemeinverfügungen Sperrzonen ausweisen. Dies ist in Erfurt bisher noch nie erfolgt. Vielmehr verließ sich die Stadt auf das Bundesgesetz zu Pyrotechnik, das ein Abbrennen von Feuerwerk „in unmittelbarer Nähe von“ Kirchen, Krankenhäusern, historischen und anderen spezifisch erwähnten Gebäuden untersagt.

Die Bürgerinitiative will in den kommenden Wochen mindestens 300 Unterschriften sammeln, um das notwendige Quorum für einen Einwohnerantrag zu erreichen. „Mit dem Einwohnerantrag soll der Stadtrat aufgefordert werden, konkrete Schritte hin zu einem sicheren und nachhaltigen Silvester in Erfurt zu gehen“, sagt Thomas Groneberg.

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Wer selbst Unterschriften sammeln möchte, kann die entsprechenden Listen per Mail über post@initiative-boellerfrei.org beziehen. Für den 31. Januar ist um 12 Uhr außerdem eine Kundgebung am Domplatz zu dem Thema geplant. Auch hier wird es noch möglich sein, zu unterschreiben.